Dinge, die öfter mal verschwinden: Mario Trux vom Amaro Hotel in Bergkirchen mit einer großen Vase aus dem Hotelflur – solche wurden auch schon von Gästen entwendet. foto: sue

Wenn Hotelgäste lange Finger machen

Dachau - Besonders beliebt sind Fernbedienungen und Handtücher unter den Souvenirs, die Hotelgäste mitgehen lassen. Allerdings verschwindet auch schon mal ein Duschgestänge oder ein Thermostatregler.

Oder eine Bettdecke - so geschehen im Hotel Burgmeier in Etzenhausen.

Die Sommersaison ist zu Ende und damit auch die Hauptreisezeit. Rund 180 000 Gästeübernachtungen zählte das bayerische Landesamt für Statistik für die Monate Januar bis Juli 2016 für den Landkreis Dachau. Nach ihrem Besuch nahmen einige Touristen aber nicht nur einen (hoffentlich) guten Eindruck mit nach Hause, sondern auch das ein oder andere Souvenir - und zwar illegalerweise, wie einige Hoteliers berichten können.

„Dass Kleinigkeiten aus dem Hotel mitgenommen werden, das ist gang und gäbe“, berichtet Mario Trux vom Amaro Hotel im Bergkirchener Gewerbegebiet Gada. Fernbedienungen und Handtücher seien noch „das Normalste“. „Bei uns wurden schon Duschgestänge, Handbrausen, Duschköpfe, Thermostatregler und andere Dinge abmontiert“, berichtet der Hotelleiter. Ein Gast habe sogar schon mal einen Teil des Lattenrostes mitgenommen.

Aber auch Dekorationsgegenstände wie große Vasen, Blumentöpfe aus den Hotelfluren oder dem Außenbereich sowie Abfalleimer seien schon des Öfteren entwendet worden. Im Fall der aufwändig deinstallierten Duschutensilien sei der Gast aber schnell reumütig geworden. „Er hatte nämlich seine Autoschlüssel bei uns liegenlassen“, erzählt Trux. „Als er die holen wollte, haben wir gesagt: Dusche gegen Autoschlüssel. Dann hat er sie wohl oder übel wieder rausgerückt.“

Werden sonst Hotelgegenstände mitgenommen und es fällt sofort auf, wird der Gast darauf angesprochen, dass seine Kreditkarte um den Betrag nachbelastet werden muss, berichtet Trux. Wird das Fehlen der Gegenstände erst ein paar Tage nach der Abreise festgestellt und der Gast kontaktiert, streite dieser die Mitnahme in 90 Prozent der Fälle ab. Und: „Viele drohen dann gleich damit, eine schlechte Hotelbewertung im Internet zu schreiben“, so der Manager. „Das ist heute gang und gäbe. Aber wir lassen uns natürlich nicht erpressen.“

Einen Gast mit besonders langen Fingern hatte auch schon das Hotel Burgmeier in Dachau. „Normalerweise hält sich das bei uns in Grenzen“, berichtet Irene Burgmeier. „Aber im vergangenen Jahr hatten wir einen speziellen Gast, der hat sogar im Bad einen Spiegel abgeschraubt und die Bettdecke mitgenommen. Das war aber ein Krimineller.“ Weil sich dieser Mann auch noch andere Dinge zu schulden hatte kommen lassen, wurde er später von der Polizei gefasst und auch verurteilt, berichtet die Hotelchefin. Die aus dem Hotel entwendeten Sachen konnten allerdings nicht mehr gefunden werden.

Im Dachauer Hotel Central, im Hotel-Gasthof Groß in Bergkirchen und im Tulip Inn Alp Style in Dachau-Ost hingegen halten sich die Diebstähle in Grenzen. „Da wir keine großartigen Wertsachen wie Bademäntel, Minibar oder Ähnliches auf den Zimmern haben, sind die einzigen Sachen, die vereinzelt verschwinden, Fernbedienungen oder mal ein Handtuch“, berichtet Florian Nebe vom Tulip Inn.

Dafür bleiben immer öfter Dinge in den Zimmern liegen. Vor allem Handyladekabel seien prädestiniert zum Vergessen, weiß Anika Ficker vom Hotel Fischer am Bahnhof. Mario Trux vom Hotel Amaro hat die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Personengruppen bestimmte Gegenstände im Zimmer zurücklassen. „Mitteleuropäer vergessen gerne mal Geldbeutel, Autoschlüssel, Hygieneartikel oder auch intime Spielgeräte“, weiß er. Gäste aus dem orientalischen Bereich hingegen ließen gerne mal alles liegen: Klamotten, Koffer, Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Töpfe, Spielzeug. „Die kaufen offenbar viele Sachen nur für den einmaligen Gebrauch im Hotelzimmer und lassen es dann zurück.“

Conny Kirmaier

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