Wissen und Traum: Herbert Laub vor seinem Gemälde, in dem eine Figur wissen will, was mehr wiegt. Der Traum oder die Wissenschaft? foto: mik

Wirre Träume

Dachau - Gegenstandlose Malerei mag er nicht, Realismus ist auch nicht seins - also entschied sich Herbert Laub für den Surrealismus. Inspiration ist die Wirklichkeit - und die Träume. Nun hat der Dachauer seine erste eigene Ausstellung.

50 Jahre stand Herbert Laub im Berufsleben, hat viel geleistet und erlebt und dabei viele Menschen kennengelernt. Seit 2011 arbeitet er nicht mehr - stattdessen malt er. In der „Kleinen Altstadtgalerie“ in der Dachauer Altstadt hat er nun seine erste, alleinige Ausstellung. Diese trägt den Titel „Heute schon geträumt?“

„Ich hatte schon immer die Passion zu malen oder zu zeichnen“, sagt Herbert Laub. 1949 wurde er in Dachau geboren, als Jugendlicher machte er eine Ausbildung zum Dekorateur, dann aber war das Zeichnen immer nur Hobby. Doch seit 2011 hat er nun komplett Zeit für diese Leidenschaft. Alles fing an, als er im Atelier Susanne Hauenstein eine Grundausbildung „Acrylmalerei“ in Andechs erhielt. Die Entscheidung auf Acryl fiel deshalb, „weil Öl anstrengend ist“, sagt Laub: „Für jemanden wie mich, der eher ungeduldig ist, sind Acrylfarben perfekt“, da diese Farben sehr schnell trocknen. In der Ausbildung ging es auch darum, seinen eigenen Stil zu finden.

Er fand ihn. Völlig gegenstandslos wollte er nicht malen und „etwas abzubilden, was schon da ist, ist nicht meins“. Die großen Künstler Salvador Dalí und René Magritte gefielen ihm. „Ich bin ein eher extrovertierter Typ, ähnlich wie Dalí“, sagt Laub von sich selbst. So nahm er das Exzentrische und Stilsichere von Dalí an. „Ich würde mich als Neo-Surrealist sehen“, sagt er mit Blick auf seine Bilder. Dort sind Sanduhren mit Schlössern, Schachfiguren auf der Straße, Burgen in Wolken und ein Schiff in einer Schlucht zu sehen.

Wie die Surrealisten setzt Laub normale, reale Gegenstände in einen neuen, fast unlogischen Kontext und malt diese in weite Horizonte und leere Landschaften. Sie wirken wie Bilder aus wirren Träumen. Einige davon sind es. Denn für einige seiner Gemälde erinnert er sich an Träume und Ereignisse, die ihn gefesselt haben. Oder an Begegnungen mit Menschen und dessen Träume. Sein Luftschloss ist in einigen Gemälden wieder zu entdecken. Es symbolisiert für Laub das Neue, das Menschen anstreben, wohin sie wollen, wenn sie Altes von sich werfen oder Gebrauchtes, „nicht mehr Zeitgemäßes“ zurücklassen.

Zwischen seinen „Traumbildern“ hängen auch Portraits von Frauen und Mädchen in alltäglichen Situationen oder Gemälde, die weniger surreal sind, aber dafür mehr einen „leicht ironischen Anstrich“ haben. Wie im Bild „Kommunikation“, in dem Laub zwei junge Leute mit dem Handy auf der Bank sitzend, in eine idyllische Berglandschaft setzt, von denen die Beiden aber nichts mitzubekommen scheinen.

Eine Handvoll Bilder zeigen Laubs Anfänge. Er malte vor allem Bilder von Edward Hopper ab, „um zu sehen, wo ich mit meiner Kunstfertigkeit stehe, ob ich das Licht wie die Großen einfangen kann.“ Zwischen seinen hellen und bunten Bildern hängen auch dunkle, mystische und düstere Exemplare, wie „Lady in Blau“. Hier und in anderen Gemälden versucht er sich der Malerei von Gewändern und Falten, wie es die Renaissance-Künstler ihrer Zeit taten.

„Die Vernissage war für mich ein voller Erfolg“, sagt Laub zur Eröffnung vergangenen Donnerstag. Ihm ginge es nicht um den kommerziellen Erfolg, sondern darum mit dem Betrachter in einen Dialog zu treten. Wenn Besucher lange vor seinen Bildern stehen, mache ihn dies glücklich. „Es waren viele Besucher gekommen und einige lobten die Ausstellung für ihre Vielfalt“, erzählt er - und ist froh über das Feedback.

(mik)

Die Ausstellung „Heute schon geträumt?“ in der kleinen Altstadtgalerie ist zu sehen bis Sonntag, 10. Juli. Die Öffnungszeiten lauten: Donnerstag und Freitag von 18 bis 20 Uhr und Sonntag von 14 bis 16 Uhr.

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