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Die kleinen Kälber mit Heu füttern durften die Kinder beim Tag des offenen Hofes.

Tag des offenen Hofes in Stangenried

Besucheransturm auf dem Bauernhof

Stangenried - Über tausend Besucher kamen am Sonntag zum Tag des offenen Hofes auf den Koaser-Hof nach Stangenried. Dabei konnten sie sich über die Vielfalt der Landwirtschaft informieren und auch einmal selbst in das Leben eines Landwirts hineinschnuppern.

So viele Besucher hat das kleine Stangenried bei Langenpettenbach noch nie gesehen: Weit über tausend Gäste sind am gestrigen Sonntag bei herrlichem Wetter zu dem vom Bauernverband veranstalteten „Tag des offenen Hofes“ auf den Koaser-Hof gekommen.

Zunächst stand die Segnung der neu geschaffenen Hof-Backstube auf dem Programm: Diakon Martin Gehringer, der in wenigen Wochen zum Priester geweiht wird, feierte unter freiem Himmel mit der großen Besucherschar den Gottesdienst. Dabei umrahmten die Reif-Madl aus Langenpettenbach die Messe musikalisch. Diakon Gehringer stellte fest, dass der Mensch die Natur kultiviert und Brot das Grundnahrungsmittel ist, das Gott der Menschheit gegeben hat. Außerdem symbolisiere die Aufschrift am Eingang zur modernen Backstube „Unser tägliches Brot gib uns heute“, die die Bäuerin am Koaser-Hof, Traudl Strobl, in großen Lettern anbringen ließ, die Verbundenheit zum christlichen Glauben. 

Traudl Strobl ist gelernte Bäcker-und Konditormeisterin, die lange im elterlichen Betrieb in Röhrmoos gearbeitet hat. Nach dem frühen Tod ihres Vaters kam sie zu dem Entschluss, auf dem Bauernhof in Stangenried eine Backstube einzurichten. Hier bäckt sie mehr als zehn verschiedene Sorten von Holzofenbrot, meist aus Vollkorn. Sehr begehrt sind ihre Kirtanudeln und Traudls Windbeuteltorten. Unterstützung bei der umfangreichen Arbeit erhält sie von ihrer Mutter und der 16-jährigen Tochter Verena. Sohn Michael und Ehemann Josef betreiben die Kälberaufzucht mit Rindermast sowie Ackerbau. 

Beim Tag des offenen Hofes der Familie Strobl zeigten sich an den rund 20 Informationsständen alle der Landwirtschaft nahe stehenden Organisationen: Der Bogen spannte sich vom Landwirtschaftsamt über Dachau Agil und „Unser Land“ bis hin zu den Imkern und dem Maschinenring. Auf dem sogenannten „Schmankerlweg“ boten viele Selbstvermarkter aus dem Landkreis frische, regionale Lebensmittel direkt vom Erzeuger an. Der Bauernverband zeigte den Verbrauchern die zahlreichen Getreidearten, die im Landkreis geerntet werden. 

Für die vielen Kinder war der landwirtschaftliche Aktionstag ebenso etwas Besonderes: Sie durften an einer Holzkuh melken, Kaninchen streicheln, Michael Kottermair aus Hirtlbach an der Feldschmiede zusehen oder am Stand des Zimmerers Georg Geißler Nageln und Holzteile zusammenbauen. Auch die Schweine in Freilandhaltung hatten es den Kindern angetan. Die Waldbauernvereinigung lud außerdem zusammen mit dem Forstamt zur Waldführung ein. 

Tag des offenen Hofes: Die schönsten Bilder

Auch für die musikalische Unterhaltung war bei der Veranstaltung gesorgt: In einer großen landwirtschaftlichen Halle spielten zuerst die Langenpettenbacher Jungbläser auf, bevor die „Bembegga Musi“ zu den Instrumenten griff. 

Außerdem sorgte die Jungbauernschaft für das kulinarische Wohl: Sie boten Käsekostproben, Schnittlauchbrote und Säfte an. Am Stand des Landwirtschaftsamtes wurde aufgezeigt, dass in Deutschland ein Landwirt 145 Menschen ernährt, das Tierwohl mit modernen Laufställen immer mehr Bedeutung gewinnt und der Koaser-Hof von Stangenried 814 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1819 haben erstmals die Strobls hier Landwirtschaft betrieben. 

Aber nicht nur bei den Infoständen gab es Input über die Landwirtschaft. BBV-Bezirkspräsident und Kreisobmann Anton Kreitmair betonte bei einer Ansprache, dass es wichtig sei, dem Verbraucher darzustellen, was Landwirtschaft heute leiste. Die Landwirtschaft lebe sowohl vom Haupt- als auch vom Zuerwerb, wie man ihn auf dem Koaser-Hof vorfindet. „Die Landwirtschaft ist das Herzstück unserer Politik“, sagte MdL Bernhard Seidenath. Die Stellvertreterin des Landrats, Marianne Klaffki, erklärte, dass dieser Aktionstag ein Stück weit bayerische Heimat darstelle. Durch die zunehmende Verstädterung sei vielen Menschen das Leben auf dem Land fremd geworden. Die bäuerliche Landwirtschaft verdiene einen fairen Preis. 

Der Koaser-Bauer, Josef Strobl, der 1999 vom Milchviehbetrieb auf Rindermast umgestellt hat, erklärte: „Wir Bauern wollen keine Subventionsempfänger sein, sondern zu gerechtfertigten Preisen produzieren.“ Wichtig sei für Strobl außerdem, dass in seinem Familienbetrieb jeder für jeden einspringt, wenn es die Situation erfordert.

Josef Ostermair

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