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Hier essen die Indersdorfer Hortkinder – Erzieherin Simone Staimer deckt den Tisch. Im Haus der Kinder gibt es mehr Anmeldungen, als Platz ist, 25 Kinder werden künftig in der Grundschule essen.  

Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten wächst

Wo werden Grundschüler künftig betreut?

Indersdorf - Auch heuer gab es anfangs nicht genügend freie Hortplätze im Haus der Kinder in Indersdorf. Mit einem Kniff hat die Gemeinde das Problem erneut gelöst. Allerdings erstmal nur kurzfristig.

Seit Jahren steigt in Indersdorf der Bedarf an Hortplätzen. Bereits vergangenes Jahr waren mehr Kinder angemeldet, als offiziell im Haus der Kinder untergebracht werden können. Immer mehr Eltern brauchen Betreuungsangebote für ihre Kinder – auch nach der Schule. Die Gemeinde und Kinderhaus-Leiterin Renate Krämer fanden bisher immer Sonderlösungen, um allen Kindern eine Betreuung zu ermöglichen.

Derzeit werden im Haus der Kinder 113 Schulkinder betreut. Bereits 2015 wurde die Betriebserlaubnis auf 135 Schulkinder erhöht. So war es möglich, auch die Kinder zu betreuen, die sich zusätzlich, also über die normale Kapazität hinaus, angemeldet hatten. „Dank Frau Krämer und ihrem hervorragenden Team sind immer alle Kinder gut versorgt“, erklärte Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch Obesser hat trotzdem Sorgen. Denn auch dieses Jahr wieder haben Eltern weitere 25 Schulkinder zur Betreuung im Hort angemeldet. Das sprengt die räumlichen Möglichkeiten im Kinderhaus. Die Gemeinde hat sich deshalb in Zusammenarbeit mit Renate Krämer einen Notfall-Kniff überlegt, wie es trotzdem möglich ist, allen Kindern die nötigte Betreuung bieten zu können: „Wir bringen 25 Kinder in einem Raum der Mittagsbetreuung in der Schule unter, betreut werden sie vom Personal aus dem Haus der Kinder“, erklärt Obesser. Aber er weiß: „Das muss eine Übergangslösung sein. Das verschafft uns Zeit, löst aber das eigentliche Problem nicht.“ Die Kinderhausleiterin Renate Krämer bestätigt die Aussagen der Gemeinde.

Wenn das Problem bekannt ist – nämlich, dass immer mehr Eltern Betreuungsplätze für ihre Kinder auch nach der Schule brauchen – hat dann die Gemeinde verschlafen, langfristige Lösungen anzugehen? Indersdorfs Geschäftsleiter Klaus Mayershofer schildert die Situation: Bereits seit Jahren sind im Haushalt Gelder für die Sanierung oder den Ausbau für das Diova-Gebäude eingestellt. Ein millionenteurer Anbau könnte über Jahre finanziert werden. Doch die Situation ist komplizierter. Was, wenn die neue Grundschulleitung in Indersdorf dem allgemeinen Trend folgt und ein Ganztagsangebot für Grundschüler schafft? An einigen Grundschulen im Landkreis gibt es bereits Ganztagsangebote. Nicht so in Indersdorf. „Doch wenn sich das mit einer neuen Schulleitung ändert, würden die Räume, die wir mit einem Kinderhausanbau schaffen würden, wieder leer stehen“, erklärt Klaus Mayershofer. Verzwickt. Es gilt also abzuwarten, wie sich die Situation an der Indersdorfer Grundschule entwickelt. Rektor Wolfgang Kroschewski ging in den Ruhestand.

Hubert Böck (SPD) stellte in der Gemeinderatssitzung fest: „Wir werden in Indersdorf nicht weniger, der Bedarf ist da. Das Diova-Gebäude muss endlich gemacht werden.“ Auch Franz Obesser will eine schnelle Lösung („das müssen wir zeitnah anpacken“) aber auch eine sinnvolle („Ziel ist es, eine vernünftige Lösung für die Indersdorfer Kinder zu finden“). Obesser sowie die Gemeinderäte sind sich einig: Es muss etwas passieren, aber zunächst soll ein verlässliches Konzept für einen möglichen Ganztageszug an der Grundschule erarbeitet werden.

Zumindest die Anmeldezahlen im Hort lassen darauf schließen, dass der Bedarf für eine Betreuung am Nachmittag durchaus vorhanden ist. Im Vergleich: An der Indersdorfer Mittelschule gibt es derzeit mehr Ganztagsschüler als Regelschüler.

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