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Formt Stein, wie andere Papier: Der Bildhauer Itai Nyama (links) aus Zimbabwe präsentiert ebenso wie seine Kollegen tolle Werke in Niederroth. Kristin Diehl (rechts) gratulierte.

Ausstellungseröffung "Generationensprung"

Einblick in die Bildhauerei Zimbabwes

Niederroth - Die Vernissage zu der Bildhauerausstellung  "Generationensprung" mit Werken aus Zimbabwe war ein voller Erfolg. Und das, obwohl in der Nacht zuvor ein Kunstwerk gestohlen wurde.

Seit 30 Jahren engagiert sie sich für die Kunst, doch so etwas hat Ausstellungsleiterin Kristin Diehl noch nicht erlebt. Eine Nacht vor Ausstellungseröffnung stahlen Unbekannte eine Skulptur im Wert von 2000 Euro. Die Polizei ermittelt.  

Seit 2012 gibt Kristin Diehl Künstlern aus Zimbabwe die Möglichkeit, in Niederroth unter böhmischem Gewölbe auszustellen. Itai Nayma war der einzige Bildhauer aus Zimbabwe, der vor Ort zu der Vielzahl der ausgestellten Werke Fragen beantwortete.

Die zimbabwische Steinbildhauerei ist in ihrer Art einzigartig. Etwas Vergleichbares hat es weder in einem anderen afrikanischen Land noch in der westlichen Welt gegeben. Während die meisten Hochkulturen als Ende einer langen Entwicklung von Tradition zu immer verfeinerten künstlerischen Werken gelten, ist die zimbabwische Bildhauerkunst praktisch aus dem Nichts heraus entstanden. Es waren die besonderen Umstände der Geschichte dieses Landes und das enorme, kreative Potential seiner Menschen, die den sagenhaften Aufstieg der zimbabwischen Bildhauer in die internationale Kunstwelt ermöglichten.

Vier Generationen Bildhauer gibt laut Kristin Diehl, Ausstellungorganisatorin von „Generationensprung“, seit den Anfängen der modernen Steinbildhauerei in Zimbabwe. Ende der Fünfziger-Jahre begannen die ersten Bildhauer kraftvolle, mystische Skulpturen aus dem Stein zu hauen. Wie die Ausstellung zeigte, experimentiert die jetzige 4. Generation mit der Abstraktion. Die ausgestellten Werke zeigten deutlich die Entwicklung der Bildhauerei Zimbabwes, bis hin zur Moderne. Quasi im Zeitraffer von der Antike zum 20. Jahrhundert. Von Vertretern der ersten Generation wie Bernhard Matemera, Fanizanzi Akuda und Edward Chiwawa, bis hin zu den Künstlern der 4. Generation, zu denen Itai Nyama und Kudzanai Dambaza gehören. Bei den Skulpturen überwiegt auch heute noch die figürliche Darstellung.

Ein Grund dafür liegt sicherlich in der tiefen Verwurzelung vieler Künstler in ihrem Glauben an die Beseeltheit der Natur. Vor allem die frühen zimbabischen Skulpturen sind Botschafter afrikanischer Kultur. In einigen Werken manifestieren sich über Generationen mündlich überlieferte Mythen der Shona und beschreiben zum Beispiel, welchen Einfluss die Ahnengeister auf das Dasein der Lebenden nehmen können.

Die jüngere Generation zimbabwischer Künstler widmet sich hingegen verstärkt gegenwartsbezogenen Themen. Deren Werke strahlen Kreativität und Kraft aus, bestechen in ihrer Formenvielfalt und sind einfach schön in ihrer Formensprache. Der Dialog zum Stein ist bei vielen Werken erkennbar. Die meisten Bildhauer Zimbabwes arbeiten mit Steinen ihrer Umgebung, mit dem schwarzen, roten oder grünen Serpentin.

Bei der Vernissage durften die Besucher nicht nur die vielen tollen Kunstobjekte sondern auch ein Glas italienischen Wein sowie Klänge des Jazz-Duos Sophie Tomelleri (Altsaxaphon) und Paul Brändle (Gitarre) genießen.

Die Ausstellung

ist bis Sonntag, 10.Juli, geöffnet. Freitags immer von 16 bis 19 Uhr, samstags von 15 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0 89/95 40 55 55 oder 01 63/2 56 82 46.

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