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Zusammen setzen sie sich für Indersdorf ein: Bürgermeister Franz Obesser (hinten) zeichnete die Ehrenamtlichen Josef Siedersberger, Michael Krimmer, Hans Reif, Josef Zotz und Annemarie Geißler (von links) aus.

Neue Ehrung im Rathaus

Indersdorfs zeichnet bemerkenswerte Ehrenamtliche aus

Sie verbessern das Leben in der Gemeinde Indersdorf. Sie bringen sich unermüdlich ein – in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Ehrenamtlichen. Jetzt hat der Markt die ersten Medaillen für ehrenamtliches Engagement verliehen. Fünf Geschichten über bemerkenswerten Einsatz.

Die Messlatte liegt hoch“, sagte Bürgermeister Franz Obesser mit Blick auf die fünf Menschen, die er am Donnerstagabend ins Rathaus eingeladen hat. Es sind die ersten Indersdorfer, die mit der neuesten Ehrung des Marktes bedacht werden. Leute, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Gemeinde engagieren. Bei einer Feierstunde mit Musik von der Gruppe Saitenwind bekamen Annemarie Geißler, Michael Krimmer, Hans Reif, Josef Siedersberger und Josef Zotz (siehe Infokästen unten) als erste die besonderen Auszeichnungen verliehen: Je eine Silbermünze und eine Anstecknadel.

Erst vor wenigen Monaten haben die Indersdorfer Gemeinderäte diese neue Ehrung überlegt. Im Juni beschlossen sie einstimmig: Sie wollten mit dieser Ehrung ein Zeichen setzen. Eine Art Hommage ans Ehrenamt eben. Geehrt werden können Leute, die sich „langjährig, außerordentlich und ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren“. Politisches Engagement ist zwar kein Ausschlusskriterium – allein ist es allerdings zu wenig für diese Auszeichnung. Die Indersdorfer reichten 27 Vorschläge ein, aus denen ein Gremium aus Gemeinderäten diese fünf Personen auswählte. Vorschläge für nächstes Jahr nimmt die Gemeinde bereits entgegen.

Obwohl sie sich alle in unterschiedlichen Bereichen engagieren, hatten sie alle eines gemeinsam, als sie Franz Obesser nach vorne bat, um ihre Auszeichnung entgegenzunehmen: Sie alle lächelten, waren glücklich. Das war das Ziel: „Es ist dem Gemeinderat und mir ein großes Anliegen, Engagement und Ehrenamt zu fördern und wertzuschätzen“, betonte Obesser.

Die Stimmung war sehr herzlich. Viele zeigten sich sehr bescheiden. „Ich bin kein großer Redner – ich mag lieber Taten“, sagte der 90-jährige Josef Zotz. „Ich brauch’ einfach immer eine Aufgabe“, sagte Hans Reif. „Ohne die fehlt einem im Leben was.“

Josef Siedersberger

Die Liste über das Engagement von Josef Siedersberger ist lang. Ihn kennen Sportler, Theaterer, Volksfestliebhaber und politisch Interessierte. Siedersberger führte über 14 Jahre lang des SV Niederroth. Zudem wirkte er sowohl als Spieler als auch als Regisseur mehr als 30 Jahre lang in der Theatergruppe Niederroth mit. Die Liebe zur Schauspielerei war auch sicherlich hilfreich, als er zehn Jahre lang seine geschätzten Starkbierreden präsentierte. Er engagierte sich zudem von 1996 bis 2010 im Indersdorfer Gemeinderat, davon von 2002 bis 2008 als 2. Bürgermeister. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn schließlich zum Aufhören. „Ich hätte gern nochmal kandidiert, aber nach zwei Herzinfarkten muss man zurückstecken.“ Mittlerweile habe er sieben Infarkte erlitten. Doch die Leidenschaft zum Engagement brennt weiter: Siedersberger war zudem vier Jahre 2. Vorsitzender des Krieger- und Soldatenvereins in Niederroth. Viele kennen ihn als Organisator des Volksfesteinzugs und Moderator des bunten Abends.

Michael Krimmer

Bereits seit seiner Jugend ist Michael Krimmer in der Vereinswelt in Langenpettenbach engagiert. Schon früh leitete er den Burschenverein. Doch vor allem Sportler wissen Krimmers Engagement zu schätzen. Er war Mitbegründer und über 30 Jahre lang Vorsitzender des SV Langenpettenbachs. Und weil ihm die Vereine so am Herzen liegen, war er maßgeblich an der Wiedergründung von Edelweiß Langenpettenbach beteiligt und führte den Schützenverein zwei Jahre lang. Auch gelungene Feste sind Krimmer wichtig. Deshalb war er einige Jahre im Festausschuss und brachte seine Erfahrung und Arbeit für das Indersdorfer Marktfest ein. Seit 2002 ist Michael Krimmer beim Indersdorfer Faschingsumzug nicht mehr wegzudenken. Er stemmt mit dem SV Langenpettenbach – der dank Krimmer in Partnerschaft zum Faschingskomitee steht – einen Großteil der Bewirtung am Faschingssonntag. Dass er beim Auf- und Abbau mit anpackt, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit: „Ich würd’ alles wieder so machen.“

Hans Reif

Er müsste eigentlich einen gesonderten Titel tragen: Mister Freibad Ainhofen. Denn ohne Hans Reif wäre das Freibad nicht das, was es ist. Schon als Kind liebte der heute 65-Jährige das Schwimmbad, brachte sich schon damals bei der Pflege der Anlage ein. Diese Liebe zum Bad begleitete ihn bis heute. Seit 20 Jahren ist Hans Reif im Vorstand des VfB Ainhofen, seit zwölf Jahren führt er den Verein. Schwimmbadfreunde bezeichnen ihn als Macher, Vorantreiber und Organisator. Jeden Tag von April bis Oktober kümmert sich der Mister Freibad um die Anlagen. Egal, ob das Bad geöffnet ist oder nicht. Er kennt „sein“ Schwimmband in- und auswendig, kümmert sich um jedes Problem persönlich. Zudem stellt er viele seiner privaten Geräte für die Arbeiten am Freibad zur Verfügung. Er liebt es, wenn an einem heißen Tag rund 1000 Gäste ins Bad kommen. „Wenn ich von der Terrasse aus beobachte, wie viel Spaß sie haben, weil ich mich hier eingebracht habe, ist das der schönste Lohn“, sagt Reif, und: „Die nächsten 20 Jahre mach ich’s noch.“

Josef Zotz

Egal ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint – Josef Zotz kümmert sich jeden Tag um das Wegkreuz am Karpfhofer Weg. Zotz ist ein Beispiel dafür, dass ehrenamtliches Engagement keine Altersgrenze kennt. Selbst im Alter von 90 Jahren. Vor 15 Jahren starb seine Ehefrau, sie kümmerte sich vor ihm um das Kreuz. „Keine Frage, dass ich das weitermach’“, sagt der 90-Jährige. Zotz, den fast alle nur als Fischer-Sepp kennen, bepflanzt das Kreuz regelmäßig auf eigene Kosten und hält das Umfeld sauber. Er hat sogar für eine dekorative Kieseinfassung gesorgt. Doch Zotz’ Engagement reicht weiter: „Ich such’ mir immer eine Arbeit“, sagt er. Er kommt täglich mit dem Radl zum Gießen der Pflanzen am Kriegerdenkmal an der Klosterkirche. Den 90-Jährigen kennen viele auch als langjähriges zuverlässiges Mitglied der Soldaten- und Reservisten-Gemeinschaft. Dort ist er heute noch Fahnenbegleiter. Früher war Josef Zotz zudem immer behilflich, wenns ums Fahnenaufhängen für den Indersdorfer Faschingsumzug ging

Annemarie Geißler

Die Natur liegt Annemarie Geißler am Herzen. Seit vielen Jahren bringt sie sich mit viel Engagement in einer Leitungsfunktion beim Obst- und Gartenbauverein Westerholzhausen ein. Doch auch ihr Engagement beschränkt sich bei weitem nicht auf diesen bereits zeitaufwendigen Einsatz. Vor allem in der Pfarrgemeinde schätzt man Annemarie Geißler. Besonders nach der Weihnachtszeit will sie keiner missen. Hier bringt sie sich zum Beispiel jedes Jahr ein, wenn es um die Einkleidung der Sternsinger geht. Die Weihnachtszeit scheint ohnehin eine besondere Zeit für Geißler zu sein. Sie bringt sich seit vielen Jahren bei der Organisation des beliebten ,Advent am

Kloster’ ein. In ihrer Dorfgemeinschaft wird sie wegen ihrer unkomplizierten Art geschätzt, immer überall mit anzupacken. Annemarie Geißler brachte sich zusätzlich zu all diesen Aufgaben noch 18 Jahre lang (von 1996 bis 2014) als Gemeinderätin ein. „Das hab ich alles gern gemacht, genieße jetzt aber sehr die Zeit mit meinen Enkeln“, sagt sie und lacht.

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