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Das Titelbild von „Indersdorfer samma“: Das Marktzentrum bei Sonnenuntergang. Die Facebook-Gruppe gibt es mittlerweile seit fast einem Jahr.

Facebook-Gruppe "Indersdorfer samma"

Heimatgefühl online

Wenn jemand aus seinem Heimatort wegzieht, dann verliert er oft die Verbindung dazu. Nicht so im Fall von Melanie Marcks.

Melanie Marcks saß gerade am Flughafen und wartete auf ihren Flieger, der die Projektmanagerin auf Dienstreise bringen sollte. Sie tippte auf dem Handy und checkte ihr Profil im sozialen Netzwerk Facebook. Die Altomünstererin scrollte sich durch Gruppen wie „Dachauer Ratsch“ oder „Du bist ein echter Dachauer...“. Dort diskutieren die Mitglieder online über Themen, die die Dachauer gerade bewegen. Oder teilen Bilder von schönen Motiven aus der Kreisstadt. Die Idee für Marcks Facebook-Gruppe „Indersdorfer samma“ war geboren.

Heute lebt die 36-jährige zwar in Altomünster, sie ist aber in Indersdorf aufgewachsen – und für sie bedeutet der Markt immer noch Heimat. „Ich habe mir gedacht, in Indersdorf leben circa 10 000 Einwohner, dann könnten wir ja auch so eine Gruppe aufmachen.“

Als Titel wählte sie im Oktober vergangenen Jahres, in Anlehnung an die Dachauer Gruppe, zunächst den Gruppennamen „Du bist ein echter Indersdorfer, wenn...“ Nach und nach traten immer mehr Mitglieder bei: Inzwischen sind es rund 430: „Wir diskutieren zum Beispiel über Zeitungsartikel, die Indersdorf betreffen“, erklärt Marcks – beispielsweise über die Entscheidung, dass das Bahnhäuschen am Indersdorfer Bahnhof abgerissen wird. „Alle haben damals sehr traurig reagiert.“ Denn die meisten der Mitglieder der Facebook-Gruppe kennen Indersdorf noch aus anderen Tagen.

„Manchmal schwelgen wir auch in nostalgischen Erinnerungen“, erzählt Melanie Marcks. Jochen Karrer schrieb zum Beispiel am Heilig Abend vergangenen Jahres in Bezug auf den Gruppennamen: „Du bist ein echter Indersdorfer wenn...“: „Wennst no woast, wos an Heiligabend fast scho a Pflichtprogramm war: so ab zehne hod ma sich in der Tenne eigfundn und sauba aufs Blech ghaud bis in da Friah“. Ein weiterer Eintrag lautete: „Kennst du noch die Zitronenschnitten von der Bäckerei Furthmayr?“ Wieder ein anderes Gruppenmitglied schrieb: „...wennst damois a im Bierzelt warst, wia da Franz-Josef Strauss am politischen Montag da war.“

Nach wenigen Monate änderte Melanie Marcks den Gruppennamen aber in „Indersdorfer samma“ um, da nicht nur die alten Erinnerungen im Vordergrund stehen sollten. Sondern auch das aktuelle Geschehen.

Vor kurzem kam die Gruppe auf eine weitere Idee: Sie wollte die über 20 Jahre alten James-Geoff-Filme, die unter der Regie der Indersdorfer Christian und Magnus Hofstetter sowie Philip Blumenschein gedreht wurden, nochmals aufleben zu lassen. In den 90er Jahren haben sie die Filme aufgenommen. „Damals haben auch viele Indersdorfer mitgespielt“, sagt Melanie Marcks. Die Kurzfilme wurden damals noch auf Zellulosematerial gedreht und zeigen zum Beispiel eine Verfolgungsjagd à la James Bond durch Indersdorf. Mit dabei war damals auch ein Indersdorfer Original: Geoffry. „Ihn kannten eigentlich alle Indersdorfer, weil man mit ihm einfach immer eine Gaudi haben konnte.“

Aus der Idee im Internet entstand schließlich ein reales Treffen. Im Gasthaus Hohenester in Glonn wurden die Indersdorfer Eigenproduktionen ein weiteres Mal aufgeführt. Den Erlös aus den beiden Veranstaltungen mit jeweils 200 Besuchern ging an den Indersdorfer Heimatverein.

Das war bisher die einzige Veranstaltung, bei der sich die Mitglieder der „Indersdorfer samma“ bisher getroffen haben. Aber im Netz halten sie sich ständig auf dem Laufenden: mit schönen Bildern aus der Marktgemeinde, Diskussionen, die die Indersdorfer bewegen, und Schnappschüssen von aktuellen Veranstaltungen aus dem Landkreis.

„Die Mitglieder reichen von 20- bis 50-Jährigen“, sagt die Projektmanagerin aus Altomünster. Jedoch nimmt die Administratorin nicht jeden in der Facebook-Gruppe auf: „Ich checke zuvor schon, ob derjenige auch einen Bezug zu Indersdorf hat oder warum er in die Gruppe möchte.“

Für die Zukunft würde sie sich wünschen, dass darin noch mehr Diskussionen entstehen und möglicherweise auch Ideen für reale Treffen.

Von Anna Schwarz

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