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Erklären den neuen Flächennutzungsplan: Bauamtsleiter Erich Weisser (l.) und Bürgermeister Franz Obesser.

„Indersdorf wird wachsen, so viel steht fest“

Ein Gespräch über Indersdorfs Zukunft

Indersdorf gibt sich endlich einen neuen Flächennutzungsplan. Im Interview beantworten Bauamtsleiter Erich Weisser und Bürgermeister Franz Obesser die wichtigsten Fragen zu Indersdorfs Entwicklung.

Wie alt ist der jetzige Flächennutzungsplan?

Erich Weisser: Der ist bereits von 1977. Nach der Gebietsreform hat zum Beispiel Niederroth seinen eigenen Plan mitgebracht.

Warum ist der Flächennutzungsplan so wichtig?

Weisser: Ohne Flächennutzungsplan kann man heutzutage keine konkrete Bauleitplanung mehr machen. So gut wie bei jedem großen Projekt mussten wir den Plan anpassen. Das war sehr aufwendig und kostspielig.

Welchen Zweck hat der neue Plan?

Franz Obesser: Das ist eine Absichtserklärung für die nächsten 15 Jahre. Heißt: Wir machen uns Gedanken, wo soll sich die Gemeinde entwickeln, und wo will man das eben nicht. Es ist ein ganzheitliches Konzept – kein Rumgepuzzle mehr. Wer Angst hat, dass es darum geht, dass alles zugepflastert wird, liegt völlig falsch.

Soll Indersdorf denn wachsen?

Obesser: Indersdorf wird wachsen. So viel steht fest. Das ist gewissermaßen auch notwendig. Die Prognose sagt, dass wir jährlich um rund ein Prozent wachsen.

Weisser: Das liegt aber nicht daran, dass wir jetzt viel Bauland ausgewiesen haben. Bisher war es eher ein organisches Wachstum. In zehn Jahren sind wir wohl bei 11 500 Einwohnern. Der Zuzug hält sich bisher in Grenzen.

Und das, obwohl Wohnraum überall in und um München knapp ist?

Obesser: Deshalb brauchen wir jetzt auch in Indersdorf entsprechende Flächen für moderates Wachstum.

Wo entsteht in Indersdorf sicher kein Wohnraum?

Obesser: In den Überschwemmungsgebieten. Oder in den Bereichen, in denen Trassen für Umgehungsstraßen entstehen könnten.

Wo können neue Baugebiete entstehen?

Obesser: In den Hauptorten Indersdorf und Niederroth. Klar wird in den Dörfern das ein oder andere Einfamilienhaus entstehen, aber dort soll kein großes Wachstum passieren.

Weisser: In Niederroth ist am Eichenweg noch Platz für Entwicklung, in Indersdorf könnten Richtung Holzhausen, Richtung Cyclo und am Gewerbegebiet weitere Baugebiete entstehen.

Neue Baugebiete: Die rot markierten Flächen zeigen grob umrissen die Bereiche, in denen künftig neuer Wohnraum in Indersdorf entstehen kann.

Was bedeutet das konkret für diese Gebiete?

Obesser: Das sind planerische Absichtserklärungen. Zum einen werden diese Flächen nicht übermorgen bebaut, zum anderen sind das nur Möglichkeiten, die wir darstellen, und drittens sind das alles private Flächen. Der Markt hat kaum welche. Und da können wir ohnehin nicht beeinflussen, was dort passiert.

Wie sollen diese neuen Gebiete bebaut werden?

Obesser: Das ist natürlich nur ein Gedankenspiel: Es kommt drauf an, wo gebaut wird. Im Gewerbegebiet wäre Geschoßwohnungsbau denkbar, an den anderen Stellen wohl eher Einfamilien- oder Doppelhäuser. Generell ist der Plan auch nichts Statisches, sondern muss sich immer den Gegebenheiten anpassen.

Gab es eine Bürgerbeteiligung zu dem neuen Flächennutzungsplan?

Weisser: Ja, es gab mehrere Auslegungen. Zudem haben wir darum gebeten, dass uns die Leute ihre Wünsche mitteilen. Die meisten wollen, dass ihr Grund Bauland werden soll. Aber das konnten wir meistens nicht verwirklichen. Auch der neueste Plan wird noch mal ausgelegt werden, sobald er im Gemeinderat war.

Sind Konzepte für sozialen Wohnungsbau in Indersdorf vorgesehen – abgesehen von dem bereits beschlossenen Projekt am Bahnhof?

Obesser: Noch nichts Konkretes. Aber es ist klar, dass wir das auf der Agenda haben. Wir müssen uns drum kümmern. Aber wir müssen es auch finanzieren können.

Ist das Konzept sozialgerechte Bodennutzung für Indersdorf denkbar?

Obesser und Weisser: Nein. Das funktioniert bei uns nicht. Dafür sind wir zu klein.

Obesser: Aber wir wollen Einheimischen die Möglichkeit geben, sich hier vergünstigt Wohnraum zu verschaffen.

Wird künftig die öffentliche Nahverkehrsverbindung verbessert?

Obesser: Das ist eine generelle Aufgabe von uns. Da müssen wir mit dem MVV reden. Wir wollen die Leute ja wegbringen vom Auto. Da müssen wir aber landkreisweit zusammenarbeiten.


Wie geht es mit dem Projekt Marktplatz weiter?

Obesser: Im Herbst werden wir die anliegenden Eigentümer einladen und mit ihnen und dem Planer diskutieren, wer sich was in welchem Maße vorstellen kann. Dann geht es einen Schritt weiter.

Das Interview führte: 

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