2007 sahen sie sich noch mal: Barthi Doll (rechts) mit seinem Freund Franz Schankula und dessen Frau Renate bei einer Wassertaxifahrt auf dem Ontariosee.

Eine tiefe Verbindung

Freunde, ein Leben lang

Indersdorf - Am Samstag ist der internationale Tag der Freundschaft. Wir berichten über eine tiefe Freundschaft, die 60 Jahre hielt, obwohl mehr als 6000 Kilometer Entfernung zu überwinden waren. 

Für Bartholomäus Doll hat das Wort Freundschaft eine ganz besondere Bedeutung. Die Freundschaft des inzwischen 81-Jährigen mit seinem ehemaligen Schulkameraden Franz Schankula hat fast ein ganzes Leben und eine Entfernung von mehr als 6000 Kilometern überdauert.

Barthi, so wurde Bartholomäus Doll von klein auf genannt, war gerade mal zwölf Jahre alt, als 1947 im Nachbarhaus der um ein Jahr jüngere Franz einquartiert wurde. Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester musste Franz nach dem Kriegsende aus Traunau in Rumänien flüchten und landete schließlich nach vielen Umwegen in Ainhofen.

Barthi und Franz besuchten gemeinsam die Dorfschule und freundeten sich schnell an. Nach dem Schulabschluss begann Barthi eine Schuhmacherlehre bei seinem Vater, Franz fand ein Jahr später eine Lehrstelle als Landmaschinenmechaniker bei der Firma Schilcher am Ort. In dieser Zeit begann Barthi auch mit dem Akkordeonspielen und bekam zwei Jahre lang von Schwester Gottfrieda im Kloster Weichs Musikunterricht. Jeden Abend spielten die beiden zusammen mit anderen Ainhofener Jugendlichen Fußball auf einer Wiese am Ortsrand, am Wochenende standen Kinobesuche in Indersdorf auf dem Programm, und später gingen die beiden gern zum Tanzen. „Nach Langenpettenbach sind wir zu Fuß gegangen, aber für weiter entfernte Tanzveranstaltungen durfte Franz sogar den Bulldog seines Lehrherrn benutzen“, erinnert sich Barthi an die trotz knapper Kasse schöne gemeinsam Zeit, die aber schon bald zu Ende gehen sollte.

Als nämlich der Vater von Franz aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam und für sich keine berufliche Zukunft in Deutschland sah, entschloss er sich, zusammen mit der Familie nach Kanada auszuwandern, wo Verwandte bereits in der Nähe von Toronto eine neue Heimat gefunden hatten.

Franz und seine Schwester Anna waren wenig begeistert von den Plänen des Vaters, denn beide wollten weder ihre Lehre abbrechen, noch ihre Freunde verlieren. Schließlich mussten sich aber die Kinder der Entscheidung des Familienoberhauptes beugen, und nach einem tränenreichen Abschied verließ die Familie Schankula 1951 mit dem Schiff von Bremen aus Deutschland in Richtung Toronto. Das Leben ging aber weiter. Während Franz in einer landwirtschaftlichen Maschinenfabrik einen Job bekam, wechselte Barthi von der elterlichen Schuhmacherei zur Schuhfabrik in Weichs und später zur Cyclo, wo er bis zum Ruhestand als Facharbeiter tätig war.

Barthi heiratete 1963 seine Maria, bekam mit ihr zwei Söhne und trieb seine Musikerkarriere voran. Er fand Zugang zur Tanzmusik und spielte – noch bis vor zwei Jahren – in verschiedenen Bands. Das Heimweh von Franz nach Ainhofen legte sich erst, als er seine Frau Renate kennenlernte, die aus Bochum nach Kanada ausgewandert war und mit der er drei Kinder bekam.

In all den Jahren bestand Briefkontakt zwischen den ehemaligen Schulkameraden. Barthi berichtete seinem Freund, was sich in Ainhofen so alles tat und Franz schrieb über die Ereignisse in Kanada. Als das Internetzeitalter anbrach, tauschten sich die beiden per E-Mail aus und schickten fleißig Fotos hin und her.

Im Herbst 2007 machte sich Barthi schließlich auf zu einem Besuch in Kanada. Die Wiedersehensfreude war riesengroß und die zwei Wochen wurden nicht nur zu Ausflügen an die Niagarafälle und in die großen Städte genutzt, sondern vor allem zum Schwelgen in Erinnerungen an die Jugendzeit. Noch am Flughafen nahm Barthi seinem Freund das Versprechen ab, ihn bald in Deutschland zu besuchen.

Zum Gegenbesuch kam es leider nicht mehr. Kurze Zeit später erkrankte Franz und starb im November 2011. Die mehr als 60 Jahre andauernde Freundschaft ist damit aber nicht beendet. Zahlreiche Fotos und viele Telefonate mit der Witwe von Franz halten die Erinnerung bei Barthi Doll wach.

ela

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