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„Hier sind wir richtig“: Die Kinder fühlen sich im Wald wohl, wie die Nachfrage an Betreuungsplätzen im Waldkindergarten zeigt. Auf unserem Foto, von links: Johanna-Maria, Lisa, zweimal Magdalena und Johannes.

Fuchsbande gesellt sich zur Igelbande

Waldkindergarten Indersdorf erweitert Angebot

Indersdorf - Der Indersdorfer Waldkindergarten hat sein Betreuungsangebot erweitert. Jetzt finden zehn zusätzliche Kleinkinder in einer neuen Gruppe Platz. Für die Gemeinde ist der Waldkindergarten ein Segen, wie sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte.

Eine Elterninitiative kämpfte vor 14 Jahren für einen alternativen Kindergarten in Indersdorf. Die Eltern wünschten sich: einen Waldkindergarten. Der Anfang war alles andere als einfach – jetzt ist die Gemeinde unheimlich froh um die Eichhörnchenbande. Das zeigte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Im Waldkindergarten gibt es seit dem aktuellen Betreuungsjahr eine weitere Kleinkindergruppe. Zuvor gab es dafür nur die Igelbande. Eine Gruppe, in der bis zu zehn Zwei- bis Dreijährige betreut werden können. „Doch die Nachfrage war einfach zu groß, deshalb wollten wir eine zweite Gruppe eröffnen“, sagt Erzieherin Anna Bekaan. Seit dem aktuellen Kindergartenjahr tollen jetzt also auch die Kinder der Fuchsbande durch den Wald. Dafür braucht der Waldkindergarten allerdings einen zweiten Aufenthalts- und Materialwagen. Kosten: 28 619 Euro. Deshalb hat der Verein die Gemeinde gebeten, die Summe zu übernehmen.

Für Bürgermeister Franz Obesser (CSU) war die Sache klar: „Der Bedarf an Kinderbetreuung ist groß, deshalb sind wir froh, dass der Kindergarten die Gruppen erweitert.“ Zudem lobte er das alternative Betreuungskonzept des Waldkindergartens. „Wir wollen ja eine vielfältige Kinderbetreuung anbieten. Wir sind froh, dass wir diesen Kindergarten haben.“

Auch für Gemeinderäte steht außer Frage, den Kindergarten zu unterstützen, nicht zuletzt wegen der Kosten. Thomas Loderer vom Bürgerblock Niederroth brachte es auf den Punkt: „Wir sollten hier zustimmen, denn jede andere Gruppe kostet uns ja viel mehr.“ Im Vergleich: Im Durchschnitt wendet die Gemeinde für den Waldkindergarten 1200 Euro pro Kind und Jahr auf, für die gemeindeeigenen Kindergärten (Niederroth, Langenpettenbach und Haus der Kinder in Indersdorf) hingegen 2200 Euro. Das heißt, die neue Kleinkindergruppe im Walkindergarten für zehn Kinder kostet die die Gemeinde pro Jahr rund 22 000 Euro weniger als in einem ihrer Regelkindergärten. Der Antrag auf Kostenübernahme des neuen Wagens wurde im Gemeinderat einstimmig angenommen.

Der Waldkindergarten ist derzeit voll belegt – 2002, als die Elterninitiative noch um die Öffnung kämpfte, war das noch schwer vorstellbar. Zudem hatte Gründerin Erika Stosiek viel Durchhaltevermögen und unermüdlichen Einsatzbereitschaft bewiesen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz. Denn zuerst hatte die Eichhörnchenbande einen Waldplatz, den musste sie aber wieder räumen – die Waldpächter waren doch nicht mehr einverstanden.

Dann aber machten die Schönbrunner Schwestern ein Angebot: Sie stellten dem Kindergarten ein Waldstück in der Nähe des Golfplatzes bei Gut Häusern zur Verfügung. Seit 2003 hat die Eichhörnchenbande dort ihr Zuhause. Angefangen hat alles mit vier Kindern, die Erika Stosiek ehrenamtlich betreute. Heute besteht das Kindergartenteam aus fünf Betreuerinnen. Es gibt die Kindergartengruppe mit derzeit 19 Kindern und die Kleinkindergruppen Igel- und Fuchsbande mit je zehn Kindern.

Kinderpflegerin Anna Bekaan gehört seit mehr als drei Jahren zum Team des Indersdorfer Waldkindergartens und hat früher auch in einem konventionellen Kindergarten gearbeitet. Für sie ist die tägliche Nähe zur Natur genau das Richtige für die Kinder. Die Gruppen sind eigentlich immer draußen – außer bei Sturm und Gewitter.

Zudem stellt sie positive Auswirkungen auf die Kleinen fest: „Mir ist aufgefallen, dass unsere Kinder hier in der Regel robuster und gesünder sind. Für mich käme kein anderes Betreuungskonzept mehr in Frage.“ Viele Eltern scheinen mittlerweile ähnlich zu denken. Die Nachfrage nach Plätzen steigt.

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