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Ein feierlicher Moment: Martin Gehringer (Mitte) schreitet in Bad Tölz durch den Primizbogen.

"Ich hoffe, dass ich das Zölibat durchhalte" 

Interview mit Priester Martin Gehringer

Martin Gehringer erzählt von der Primizfeier, seinen Zukunftsplänen und wie sein Berufswunsch entstanden ist.

 Als Priesteramtskandidat war Martin Gehringer seit September 2014 in der Pfarrei Indersdorf tätig. Jetzt wurde der 27-Jährige zum Priester geweiht und hat in Bad Tölz Primiz gefeiert.

Herr Gehringer, wie war die Primiz in Bad Tölz?

Die Primiz war schon sehr beeindruckend, am Altar dem Gottesdienst vorzustehen war schon ergreifend. Die Tölzer haben sich wirklich ins Zeug gelegt. Alles war aufregend und ein bisschen anstrengend. Bei der ersten Messe muss man sich noch konzentrieren, damit alles klappt und man keinen Fehler macht. Aber es lief gut. Wenn ich jetzt zur Ruhe komme setzt sich alles. So langsam kann ich realisieren, was passiert ist.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Im Juli habe ich noch viele Nachprimizen, eine ja auch in Indersdorf. Dann mache ich erst einmal Urlaub. Vom 15. bis zum 18. bin ich dann noch mal zwei Wochen in Indersdorf. Danach trete ich im September meine Kaplanstelle in Traunstein an.

Fällt es Ihnen schwer, Indersdorf zu verlassen?

Indersdorf hat mir sehr gut gefallen, ich war sehr gerne hier und habe die Leute sehr geschätzt. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht. Bis ich von allen Gläubigen die Namen wusste und zuordnen konnte, hat es ein bisschen gedauert, aber nach zwei Jahren kenn’ ich jetzt wirklich alle. Beim Abschied sind ein lachendes und ein weinendes Auge dabei.

Wie wird Ihr Alltag als Priester aussehen?

Es ist kein Tag wie jeder andere. Die tägliche Messfeier gehört natürlich immer dazu, am Sonntag werde ich sicher häufig auch mehrere Messen zelebrieren. Dazu kommen Taufen, Kommunionen, Hochzeiten und Beerdigungen. Vormittags, wenn die Leute berufstätig sind, werde ich wahrscheinlich eher Schreibtischarbeiten erledigen.

Als Priester beten Sie wahrscheinlich auch oft, oder?

Ja, es gibt feste vorgeschriebene Gebetszeiten, das sind morgens und abends die großen Gebetszeiten des Stundengebets. Zusätzlich gibt es noch kleinere tägliche Gebete: Ein Gebet unter dem Tag, ein Gebet vor dem Schlafengehen und ein Gebet verbunden mit einer Schriftlesung.

Was gefällt Ihnen am Priesteramt?

Besonders wichtig ist mir, die Botschaft Gottes zu den Menschen zu tragen. Sehr schön ist natürlich der Dienst vor Gott am Altar, aber auch der Dienst am Menschen. Als Priester begleite ich die Menschen bei allen wichtigen Lebensabschnitten, wenn sie Sorgen und Nöte haben wie bei Beerdigungen, aber auch bei schönen Momenten wie Hochzeiten.

Wie kamen Sie eigentlich zu dem Entschluss, Priester zu werden?

In der Kirche war ich schon immer aktiv. Ich war Ministrant, Oberministrant und Mesner. Nach dem Abitur habe ich dann mit dem Studium der Theologie angefangen, mein Weg war aber noch offen. Nach dem Vordiplom bin ich für ein Jahr nach Rom gegangen. Dort manifestierte sich der Wunsch, Priester zu werden. Unterbewusst ist das wahrscheinlich schon länger mitgeschwungen. Einen genauen Moment, wann die Entscheidung gefallen ist, kann ich eigentlich gar nicht sagen. Als ich wieder von Rom zurück war bin ich jedenfalls gleich ins Priesterseminar eingetreten.

Als Priester müssen Sie auf vieles verzichten: auf Familie, auf Kinder, auf eine Partnerschaft. Macht Ihnen das nicht Angst?

Natürlich ist es ein Verzicht, keine Familie, keinen Partner und keine Kinder zu haben. Aber der Wunsch, Priester zu werden war größer. Man wird als Priester so reich beschenkt und die Familie käme wahrscheinlich sowieso zu kurz bei den vielen Aufgaben. Alleine ist man trotzdem nicht, der Zusammenhalt zwischen den Mitbrüdern ist sehr groß. Auch im Priesterseminar sind viele gute Freundschaften entstanden.

Denken Sie, dass es schwer wird, mit dem Zölibat zu leben?

Natürlich weiß man nie, wie das Leben verläuft und was alles kommt. Ich hoffe sehr, dass ich es schaffe, das Zölibat einzuhalten. Der Wunsch und die Bereitschaft sind auf jeden Fall da. Wenn junge Eheleute sich das Ja-Wort geben, versprechen sie ja auch, sich bis ans Lebensende treu zu bleiben. Genauso ist es bei der Priesterweihe.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

Arbeit wird es für mich sicher immer geben. Ich wünsche mir, dass ich die Freude am Beruf nie verliere. Meine Erfahrung ist, dass mich die Gläubigen immer gut aufgenommen habe, ich hoffe, dass ist auch in Traunstein so.

-Sind Sie schon aufgeregt deswegen?

Nein, noch bin ich nicht aufgeregt. Ich hab noch so viele Termine vor mir und freue mich erst mal auf die Feiern, die jetzt noch kommen.

 

Nachprimiz

Martin Gehringer feiert am Sonntag, 24. Juli, seine Nachprimiz in der Kirche in Langenpettenbach. Um 9.45 Uhr ist am Kindergarten die Aufstellung zum Kirchenzug, um zehn Uhr beginnt dann der Festgottesdienst für alle Pfarreien im Pfarrverband. Er wird musikalisch vom Rast-Quartett und dem Pfarrverbandschor gestaltet. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein in der Gaststätte Gschwendtner geplant. Um 17 Uhr findet in Indersdorf dann eine Vesper statt, bei der es Einzelprimizsegen des Neupriesters gibt.

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