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Hier werden obdachlose Indersdorfer untergebracht: in Wohncontainern am Bauhof.

Markt Indersdorf sucht Wohnungen für Obdachlose

Endstation Container

Indersdorf - Wohnungsnot ist schon lange ein Thema. Auch in Indersdorf kommt es immer öfter vor, dass Menschen obdachlos werden. Für ihre Unterbringung will die Gemeinde nun – zusätzlich zu den vier Containern – zwei bis drei Wohnungen anmieten. Bisher erfolglos. Doch die örtlichen Experten wissen: Es werden immer mehr Menschen, die Hilfe brauchen.

Hubert Böck war geschockt, damals, vergangenes Jahr im Sommer. Zu dieser Zeit war Indersdorfs zweiter Bürgermeister als Vertretung für Franz Obesser im Rathaus. In Gesprächen erfuhr er erstmals, wie brisant die Lage bei der Unterbringung der Obdachlosen in der Gemeinde ist. Dass im Schnitt immer mehr Menschen Hilfe brauchen. Manchmal sogar mehr, als es Unterbringungsmöglichkeiten gibt. Dann muss die Gemeinde teuere Pensionszimmer anbieten. Deshalb beantragte die SPD-Fraktion nicht öffentlich, Geld in den Haushalt 2016 einzustellen, um Wohnungen für Obdachlose anmieten zu können. Der Vorschlag wurde fraktionsübergreifend bei den Vorberatungen angenommen. Doch bisher hat die Gemeinde noch keine Räume gefunden. 

Es kommt immer wieder vor: Menschen stehen bei Christine Eberhardt im Büro im Indersdorfer Rathaus und brauchen Hilfe. Manche haben bereits kein Dach mehr über dem Kopf, andere sind kurz davor. Die zuständige Sachbearbeiterin hilft, wo sie kann. Manchmal kann sie noch mal mit einem zornigen Vermieter reden, manchmal kann sie nur mit einer vorübergehenden Notunterkunft helfen. Die Menschen, die in Indersdorf obdachlos werden, könnten unterschiedlicher nicht sein, „aber die wenigsten – nicht alle – rutschen da selbstverschuldet rein“, erklärt Eberhardt. Zu ihr kommen alleinerziehende Mütter, die nach einer Trennung alles verloren haben, Menschen, die zwar Arbeit haben, aber einfach keine bezahlbare Wohnung finden, aber auch Alkoholiker, die zudem psychologisch betreut werden müssen.

Die Gemeinde Indersdorf hat derzeit vier Container, in denen obdachlose Menschen untergebracht werden können. Die Container stehen am Indersdorfer Bauhof, zusätzlich ist ein Sanitärcontainer aufgestellt. „Letztes Jahr haben wir zwei alte Container erneuert, heuer haben wir zwei zusätzliche gekauft“, erklärt der Indersdorfer Geschäftsführer Klaus Mayershofer. Derzeit sind dort zwei Menschen untergebracht. Aber eine Mutter mit Kindern will die Gemeinde keinesfalls dort beherbergen. „In solchen Fällen mieten wir Pensionszimmer an“, erklärt Mayershofer. 

Christine Eberhardt weiß, dass es oft nicht damit getan ist, dass die Menschen wieder ein Dach über dem Kopf haben. Viele bräuchten auch Beratung und Unterstützung. Sie ist in engem Kontakt mit der Caritas. Daher weiß sie, dass gerade Wohnungen für sozial Schwache immer dringender gebraucht werden. Auch sie hofft, dass endlich das Gebäude für sozialen Wohnungsbau am Bahnhof gebaut wird. 

In dem geplanten Haus sollen in den Geschossen zwei und drei insgesamt 16 barrierefreie und teils rollstuhlgerechte Seniorenappartements entstehen. Das Erdgeschoss und der erste Stock stehen der Caritas für ein Beratungszentrum sowie Appartements zur Verfügung. Seit fünf Jahren beschäftigt sich die Gemeinde laut Geschäftsleiter mit der Planung. „Zuletzt gab es aber noch baurechtliche Schwierigkeiten, die noch geklärt werden mussten“, so Mayershofer. Doch wenn alles optimal läuft, könnte doch noch heuer der Spatenstich sein. Die Arbeiten würden allerdings erst im kommenden Jahr richtig beginnen.

Mayershofer hofft, dass sich Eigentümer finden, die dem Markt Wohnungen für die Unterbringung von Obdachlosen vermieten. 25 000 Euro stehen im Haushalt 2016 bereit. „Es muss sich auch niemand unnötige Sorgen machen, jedes Risiko liegt ganz bei uns.“ Doch das eigentliche Ziel der Rathausmitarbeiter ist ein anderes: Sie tun alles, um die Obdachlosigkeit irgendwie zu vermeiden. 

Wohnungen gesucht 

Wer dem Markt eine Wohnung für die zeitweise Unterbringung von obdachlos gewordenen Mitbürgern vermieten kann, soll sich bei Christine Eberhardt im Rathaus melden, telefonisch unter 0 81 36/93 42 13 oder per E-Mail an christine.eberhardt@markt-indersdorf.de.

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