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Schaut, dass alles passt: Werner Popfinger.

Theater Indersdorf: Regisseur Werner Popfinger im Interview

"Die Erstbesetzung brach sich die Hüfte"

Indersdorf - Vor einem Jahr haben die Zuschauer im Indersdorfer Theater etwas Ungewöhnliches gesehen. Ein geglücktes Experiment. Ein Stück, das unter die Haut ging. Jetzt stecken die Schauspieler mitten in den Proben für ihr neues Stück. Im Interview verrät Regisseur Werner Popfinger, was die Zuschauer heuer erwartet, was er eigentlich lieber präsentiert hätte und was eine abgesagte Thailandreise mit dem Gelingen der diesjährigen Vorstellung zu tun hat.

- Letztes Jahr haben Sie etwas Neues gewagt. Sie haben ein Stück präsentiert, das mit seichter Wirtshauskomik nichts zu tun hat, sondern oft sehr ernst ist. Es forderte das Publikum, statt nur banal zu unterhalten. Sie hatten Angst, dass es nicht ankommt – berechtigt?

Gottseidank überhaupt nicht. Die Leute waren wirklich mehrheitlich begeistert. Das hat mich selbst überrascht. Allerdings gab es ein paar ganz wenige, denen es wohl zu heftig war. Aber den meisten hat es gefallen, ein tiefergehendes Stück zu stehen. Und das hat mich natürlich angespornt.

- Heißt das, die Zuschauer bekommen heuer wieder ein anspruchsvolleres Stück zu sehen?

So war ursprünglich mein Plan. Aber jetzt ist genau das Gegenteil passiert.

- Wieso? Was hat Sie davon abgehalten? Es ist doch toll, wenn Laientheater auch mehr präsentiert als seichte Witze.

Das stimmt. Aber mein Ziel ist es, immer die passende Rolle für meine Schauspieler zu finden. Und ich hatte einfach heuer nicht die passende Besetzung für eines der Stücke, die ich im Kopf hatte und wirklich gerne bringen würde. Und von den anderen Stücken, die ich mir angeschaut hab’, war eines banaler als das andere.

- Wie haben Sie dann das passende Stück gefunden?

In meiner Verzweiflung habe ich einen Verlag gebeten, mir Stücke zu schicken, die nicht seicht sind. Vier von fünf Stücken haben mir trotzdem nicht gefallen, aber mit einem konnte ich mich anfreunden.

- Schön. Und was erwartet die Zuschauer heuer?

Es geht ums Thema Fußball. Das hatten wir bisher noch gar nicht, und ich dachte mir, das könnte funktionieren. Zudem passt es ganz gut wegen der EM und den olymischen Erfolgen heuer.

- Fußball klingt jetzt im Gegensatz zu Mord oder tragischer Liebesgeschichte nicht gerade nach klassischem Theaterstoff. Worum geht’s?

Es ist eine Komödie. Der Präsident eines Fußballvereins in der bayerischen Provinz hat ein Benefizspiel gegen den FC Bayern München an Land gezogen. Dabei geht es um viel Leidenschaft – klar, ist ja ein Italiener dabei – Rache – wie gesagt es ist ein Italiener dabei – und natürlich die Liebe – ich sag ja: Italiener.

- Wie steht’s mit dem Anspruch bei diesem Stück?

Es ist nach wie vor nicht besonders anspruchsvoll. Aber ich denke, das gleichen wir mit anderen Stärken auf alle Fälle aus. Unsere Spielart macht das Ganze wieder besonders. Die Art, wie wir ganz zart und einfühlsam eine kleine Liebesgeschichte darstellen. Oder die Leidenschaft, die unser Vereinspräsident für seinen Verein aufbringt. Diese Geschichte könnte sich so auch abgespielt haben.

- Wer steht auf der Bühne. Alte Publikumslieblinge oder noch unbekannte Gesichter?

Lacht. Auch da ist mein Konzept erst mal nicht aufgegangen. Mein Ziel ist es immer, auch ganz neue Leute einzubauen. So war’s heuer für die weibliche Hauptrolle gedacht. Doch am ersten Tag der Proben: die Schocknachricht. Die junge Frau hat sich die Hüfte gebrochen. Auch ein anderer Neuzugang ist nach vier Proben ausgestiegen.

- Wie haben Sie so schnell umbesetzt?

Annika Hirschfeld hat eine gebuchte Thailandreise mit ihrer Oma verschoben, und Jule Lachmann, die eigentlich Pause wollte, ist nun doch eingesprungen.

- Haben Sie vor, kommendes Jahr wieder ein tiefgründigeres, kritisches Stück zu inszenieren?

Ich habe noch drei Stücke im Kopf, die ich eigentlich unbedingt in Zukunft zeigen will. Doch dafür bräuchten wir eine große Bandbreite an völlig verschiedenen Schauspielern. Deshalb sind wir natürlich auch immer ständig auf der Suche nach Neuzugängen. Wir freuen uns über jeden, der vorbeischaut.

Die Komödie "Foulspiel" ist ab Freitag, 11. November, in Indersdorf zu sehen. 

Das Interview führte  

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