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Sie sind stolz auf „ihr Freibad“: Simon Schmaus (2.v.l.) und Barth Doll (3.v.l.) erinnern sich an die beschwerliche Anfangszeit. Heute leiten Johann Reif (r.) und Olaf Schellenberg die Geschicke des Freibads.

Bau des Freibads gegen viele Widerstände

Die sündigen Ainhofer

„Die spinnen, die Ainhofer!“ So ähnlich wie die Römer von Asterix und Obelix verwunschen wurden, ging es den jungen Leuten Ende der 50er Jahre in Ainhofen, als sie sich die Idee in den Kopf setzten, im Ort ein Freibad zu errichten. Simon Schmaus und Bartholomäus Doll kämpften für ihre Idee und gegen viele Widerstände.

Ainhofen – Der Pfarrer weigerte sich anfangs sogar, das neue Freibad zu segnen. Als „das sündige Dorf“ wurde Ainhofen damals abschätzig bezeichnet, als ein paar junge Leute anfingen, das Bad zu bauen. Doch dann, bei der Eröffnung am 19. Juni 1960, war die Resonanz größtenteils positiv.

20 junge Leute aus dem Dorf setzten sich damals die Idee in den Kopf, ein Freibad zu bauen. Mit dabei waren Simon Schmaus, 73, und Bartl Doll, 82. Sie erinnern sich noch ganz genau an die Beschwerlichkeiten, mit denen der Bau konfrontiert war. „Die anfängliche Abneigung kam auch, weil es sich die meisten Leute einfach nicht vorstellen konnten“, erzählt Simon Schmaus. Mit gerade mal 100 Mark Startkapital war einiges an Idealismus und Einfallsreichtum nötig, um den Traum umzusetzen.

Doch was war überhaupt der Anstoß für das scheinbar aussichtslose Vorhaben? In der unmittelbaren Nähe von Ainhofen gab es nur eine Badestelle – an der Glonn in Weichs. „Die Glonn war aber immer recht kalt, und so wirklich gern mochten wir die Weichser halt auch nicht“, erinnert sich Bartl Doll lachend.

Hans Bucher, der damalige Lehrer Heinrich Schnitzler, Bartholomäus Doll und 18 andere junge Leute aus dem Dorf gründeten schließlich den Verein für Bewegungsspiele Ainhofen und legten damit den Grundstein für das heutige Freibad.

Auf die Gemeinde konnten die eifrigen Schwimmbadbauer damals nicht setzten. Simon Schmaus war damals in der Gemeinderatssitzung anwesend, auf der über einen möglichen Zuschuss für die jungen Bauherren verhandelt wurde. Zur Debatte stand entweder ein Zuschuss von 2500 Mark oder ein Darlehen in Höhe von 5000 Mark. Als die Gegenstimmen für das Darlehen abgefragt wurden, sei die Hand des damaligen Bürgermeisters wie eine Sprungfeder nach oben geschossen. Schließlich bekamen die jungen Leute die 2500 Mark. „Die Begründung war, dass sie dachten, das Geld sei ja sowieso verloren und dann doch lieber 2500 als 5000“, erinnert sich Simon Schmaus schmunzelnd.

Im Frühjahr 1959 ging es an die Arbeit. Als einer der ersten Schritte wurde ein Brunnen mit 22 Meter Tiefe ausgehoben, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. „Rein mit Muskelkraft“, wie Bartl Doll stolz erzählt. Er hatte sich sogar extra zwei Wochen Urlaub genommen, um mithelfen zu können. Alle arbeiteten sie in ihrer Freizeit oder nach Feierabend, um den Bau voranzutreiben. Bei der Eröffnung am 19. Juni 1960 waren dann schließlich auch einige der anfänglichen Kritiker vor Ort – und die Resonanz war größtenteils positiv. „Das war schon eine große Genugtuung, das erste Mal ins Becken zu springen“, erzählt Barth Doll.

Seitdem hat das Freibad einige Veränderungen mitgemacht. Ein Kinderbecken kam hinzu, Einzelkabinen, ein Kiosk und 1969 schließlich sogar eine Heizung. Wenn sich Simon Schmaus und Barth Doll heute in „ihrem“ Freibad umsehen, dann erfüllt sie das mit Stolz. Bartl Doll ist immer noch sehr an den Entwicklungen interessiert. Ausführlich lässt er sich vom Vorsitzenden des VfB, Johann Reif, die neueste Errungenschaft, eine Abdeckung, erklären.

Auch Johann Reif kann sich noch an die Anfangszeit erinnern. Er war noch ein kleiner Bub, als die Ainhofer das Bad bauten. „Wir haben unsere Hausaufgaben damals quasi im Schwimmbecken gemacht, weil es so spannend war, zuzuschauen.“

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