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Die stabile Seitenlage übte Veronica Mertl, 17, mit ihren Mitschülern.  

Verkehrsprävention am Gymsasium

Im Ernstfall gibt es keine zweite Chance

Abschreckung und Aufklärung: Das waren Ziele des Verkehrspräventionsprojekts, das am Indersdorfer Gymnasium für die elften Klassen stattfand. Den Jugendlichen sollten die Gefahren von Alkohol und Drogen im Allgemeinen und ganz besonders im Straßenverkehr vor Augen geführt werden. Mit schockierenden, aber wirksamen Mitteln.

Die Stimmung ist bedrückt im Klassenzimmer des Indersdorfer Gymnasiums. Ganz still ist es, gebannt hören die Elftklässler der Geschichte der beiden Polizistinnen Maja Ratzeck und Sabine Trebes zu. Es ist eine wahre Geschichte, die vor einigen Jahren wirklich so im Kreis Dachau passiert ist. Eine Geschichte mit lustigem Anfang und tragischem Ende.

Ratzeck und Trebes erzählen von einem 17-Jährigen, der bei einer Geburtstagsparty gemeinsam mit seinen Kumpels eine Spritztour mit dem Auto macht: Im Auto ist die Stimmung ausgelassen, der junge Mann hat schon getrunken, er wird übermütig. In einem Waldstück gibt er Vollgas – da passiert es: Ein Unfall, der Beifahrer ist sofort tot, ein weiterer Mitfahrer schwer verletzt. Die beiden Polizisten lesen jetzt ein Protokoll aus der Zeugenvernehmung und die Schilderung eines Polizisten vor. Plötzlich erscheint der Unfall ganz nah, ganz authentisch.

Abschreckung und Aufklärung: Das waren die Ziele des Verkehrspräventionsprojekts, das am Indersdorfer Gymnasium für die elften Klassen stattfand. Den Jugendlichen sollte an verschiedenen Stationen noch einmal die Gefahren von Alkohol und Drogen im Allgemeinen und ganz besonders im Straßenverkehr vor Augen geführt werden.

Beim Verkehrsunfallszenario gelang dies besonders eindrucksvoll. „,Es war schon grausam, aber auch interessant“, sagt Alina Kurse, 17. Auch Linus Kölsch, 17, ist am Ende des Berichts beeindruckt: „Wenn man von so einem Unfall hört, wird es einem schon ein bisschen flau im Magen, da denkt man schon drüber nach.“ Genau darum geht es den Polizisten: „Wir wollen Euch keine Angst vor dem Feiern machen“, machte Ratzeck den Gymnasiasten deutlich, „aber wenn Ihr Alkohol trinkt, dann fahrt nicht mehr selbst heim.“

Wie sehr die Geschicklichkeit nachlässt, wenn man etwas getrunken hat, konnten die Jugendlichen an einer anderen Station selbst testen: Dort gab es Alkoholbrillen, die das Sehvermögen mit 1,3 und 0,8 Promille Alkohol im Blut simulieren. Ballspielen oder Go-Kart-Fahren fiel damit plötzlich richtig schwer. Die Bälle landeten weit weg vom Partner, mit dem Go-Kart wurden die Hütchen umgefahren. Paola Kirchhof, 18, hat schon einen Führerschein, eigentlich ist sie sicher unterwegs. Doch mit der Brille hatte auch sie im Go-Kart Probleme, Kurs zu halten. „Es ist schwierig“, erzählte sie. „Man kann die Kurven nicht so recht kriegen, weil man plötzlich alles ganz anders wahrnimmt.“

Was genau bei einem Rausch im Körper passiert, erklärte den Schülern der Leiter der Dachauer Notaufnahme, Alexander von Freyburg: „Bei über zwei Promille gehen hunderte Millionen Gehirnzellen kaputt.“ Im Raum daneben klärte Jugendpolizist Thomas Slamanig über die Gefahren von Marihuana auf, noch ein Zimmer weiter waren auf Schattenwänden die Schicksale junger Menschen beschrieben, denen Drogeneinfluss im Verkehr das Leben gekostet hat.

Neben all den Informationen kam beim Verkehrspräventionsprojekt auch die Praxis nicht zu kurz: Bei einem Fahrsimulator konnten die Schüler zum Beispiel ihre eigenen Fahrkünste testen, an einer anderen Station übten sie Erste Hilfe: Stabile Seitenlage, Schocklage und die Herzdruckmassage zum Rhythmus des Songs „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees.

Die Indersdorfer Gymnasiasten sind jetzt für den Notfall gerüstet.

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