Streichelzoo im Kuhstall: Die Geschwister Amthor aus Karlsfed füttern und streicheln mit viel Freude die Milchkühe. ost

Ein Hof in der zwölften Generation

Niederroth - Wie es auf einem Bauernhof zugeht, zeigte die Familie Kiening aus Niederroth bei einem „Tag der offenen Hofes“. Hier kamen viele Familien, um zu sehen, wie sich eine bäuerliche Landwirtschaft von Agrar-Fabriken unterscheidet.

Martin Kienig versorgt täglich zusammen mit seiner Frau Gabi und Sohn Martin 70 Milchkühe, 30 Mastbullen, weibliches Jungvieh und zwanzig Kälber. Hier handelt es sich um eine Betriebsgröße, die vom Verbraucher noch akzeptiert wird, weil hier eben das Bäuerliche noch im Mittelpunkt steht. Der Kiening-Hof mitten in Niederroth betreibt auch als einer der wenigen Höfe im Landkreis eine Milch-Tankstelle. Hier können sich die Leute rund um die Uhr mit gesunder Frischmilch bedienen.

Der Aktionstag, bei dem auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Dachau Agil mit Infoständen vertreten waren, gab Kindern die Möglichkeit, Rinder zu füttern und Kälber zu streicheln. Zudem gab’s für jede Familie einen Liter Milch aus der Milch-Tankstelle gratis. Die Kienings haben in diese hochmoderne Anlage kräftig investiert.

Auch Käse gibt’s auf dem Hof. Der auch beim Aktionstag angebotene Butter-, Berg-, und Kräuterkäse wird aus Milch von Kienings Kühen in einer Käserei im Allgäu produziert. Sehr begehrt sei auch der Chili-, Schnittlauch- und Bärlauchkäse. Die mit Käse überbackenen Brote wurden in dem kleinen Festzelt in der Hofmitte von den Besuchern mit Genuss verzehrt.

Den Hof in Niederroth betreiben die Kienings schon in zwölften Generation. Früher war es ein sogenannter Halbhof des Kloster Indersdorf. Wie viele andere Milchbauern kämpfen auch die Kienings gegen den derzeit überaus niedrigen Milchpreis, der es nicht mehr ermöglicht, kostendeckend zu arbeiten.

Peter Bertele aus Humersberg, ebenfalls ein Milchbauer, zeigte am BDM-Stand den Besuchern, dass es aufgrund des miserablen Milchpreises mittlerweile auf immer mehr Höfen Existenzen auf dem Spiel stehen.

Mit Freude erfüllt die Kienings, was die Kunden bei der Milchtankstelle in ein kleines Büchlein schreiben: „Ich bekomme bei Euch endlich gute Milch und nicht so eine Brühe, wie ich sie im Supermarkt bekomme“, hat hier eine Kundin niedergeschrieben. „Solche Kommentare machen Mut, auch in finanziell schwierigen Zeiten die Flinte nicht ins Korn zu werfen“, sagt Kiening, der sich besonders über den Besuch der Familie Amthor aus Karlsfeld freute. Die Amthors haben neun Kinder und sind mit vier davon zum Aktionstag gekommen. Debora, Sara, Jakob und Rebekka waren gut damit beschäftigt, die Milchkühe im Stall mit Heu zu füttern.

Kostproben von süßen Erdbeeren gab’s für die Festbesucher am Hofeingang an einem Stand des Langenpettenbacher Erdbeer-Hofs Sandmair. Hier geht die Ernte erst jetzt richtig los, und so gibt es auch in den nächsten Wochen neben Milch und Käse noch viel Süßes auf dem Kiening-Hof.

Josef Ostermair

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