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Pfiffige Geschäftsidee: die Melonenbauern Thomas Barth (links) und Patrick Kirschner in ihrem Gewächshaus.

Pfiffige Geschäftsidee

Die Melonenbauern

Bibereck - Mit Melonen zu den Millionen? So übermütig sind die Landwirte Thomas Barth und Patrick Kirschner natürlich nicht. Im März haben sie die Südfrüchte in Bibereck angelegt. Die Idee dazu kam ihnen in Italien.

Mit abgeknicktem Zeigefinger klopft Thomas Barth vorsichtig gegen eine rund sechs Kilogramm schwere Wassermelone. „Es muss sich ganz dumpf anhören, dann ist sie reif“, erklärt der 22-jährige Landwirt. Inmitten von Raps-, Weizen- und Maisfeldern liegt die rund 200 Quadratmeter große Melonenfarm von Barth aus Bibereck und Patrick Kirschner, 27, aus Ried bei Aichach. Gemeinsam machen sie den Landwirtschaftsmeister in Fürstenfeldbruck.

Behutsam schreitet Barth weiter durch das rund 80 Quadratmeter große Gewächshaus, das neben seinem Bauernhof am Ortsrand von Bibereck (Gemeinde Bergkirchen) steht. Dort haben die beiden Landwirte mittlerweile acht Sorten von Wasser- und Zuckermelonen angebaut. Doch eigentlich betreibt Barth Bullenmast und Ackerbau. Kirschner ist Leiter einer Schweinezucht – nun haben sich die beiden an die südlichen Kürbisgewächse gewagt.

In einem der beiden Gewächshäuser hat es rund 25 Grad, und die Luft ist trocken – so wie es die Melonen eben mögen, erklärt Barth. Er wandert die acht Dämme entlang, auf welchen sie die Pflanzen angelegt haben.

Schließlich findet der 22-jährige eine Wassermelone, die genauso klingt, wie sie klingen muss. Stolz überreicht er das fruchtige Schwergewicht seiner Freundin Melanie Lehmayr. Nicht nur sie war anfangs skeptisch, als Melonenbauer Barth ihr seine neue Geschäftsidee erzählte. „Es fing eigentlich alles an, als wir auf Abschlussfahrt in Italien einen Melonenbetrieb angeschaut haben“, erzählt der Landwirt. Das war im März in der Po-Ebene, in der Nähe von Verona. „Dann wollten wir eben ausprobieren, ob das bei unseren Temperaturen auch so hinhaut“, so Barth. Kirschner und er recherchierten über Aufzucht und Pflege der so genannten Panzerbeeren im Internet.

Nachdem Kirschner rund 270 Pflanzen in Blumenkasten am Fensterbett aufgezogen hatte, setzten die beiden Melonenbauern im April die ersten Pflanzen im Gewächshaus und drumherum ein. „Ende April hatten wir draußen ein bisschen Probleme mit dem Frost, aber die Melonen haben sich mittlerweile gut erholt“, erzählt Barth. Außerdem machten ihnen Schnecken, die Kälte und Unkraut zu schaffen. Aber dagegen gab es Lösungen: Dünger, wärmende Mulchfolie, eine Gartenhacke und viel Ausdauer. Und es hat sich mittlerweile gelohnt: Pro Quadratmeter rechnen sie mit zwei bis drei Melonen.

Rund 700 Euro haben Barth und Kirschner zuvor in das selbst entwickelte Bewässerungssystem, die Pflanzen und die Gewächshäuser investiert. An einem Baum einige hundert Meter von den Gewächshäusern entfernt steht ein 100-Liter-Wassertank, der über Schläuche mittels einer Tröpfchenbewässerung die Früchte versorgt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass alles so gut klappt,“ sagt Kirschner. Die Gründer sehen sich grinsend an.

Barth riecht an einer Zuckermelone. Sie duftet herrlich süß – dann ist sie also reif. Bei einem Geschmackstest wird klar: Die Biberecker Melonen können mit den Südfrüchten aus der Po-Ebene locker mithalten. Deshalb denken die zwei Melonenbauern darüber nach, ihre Farm in den nächsten Jahren auszubauen. „Aber das hängt natürlich alles von der Nachfrage ab“, sagt Barth mit einem zufriedenen Lächeln.

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