Idyll auf den ersten Blick: Beim genaueren Hinsehen werden die Probleme am Ebertshauser Weiher deutlich. Die Badeplattform droht abzusaufen. 

Sorge um Ebertshauser Weiher

Kleinod in Not

Odelzhausen/Ebertshausen - Erst vor wenigen Jahren wurde der Ebertshauser Weiher aufwendig saniert. Doch jetzt scheint er wieder zu verkommen.

Die alten Fleischschalen vom letzten Grillabend liegen noch zwischen Bäumen und Wasser herum, der Mülleimer an einer Liegewiese im hinteren Teil des Sees ist überfüllt, unangenehmer Abfallgeruch macht sich dort breit, und am Badeplateau fehlen Latten. Der Zustand des Ebertshauser Weihers sorgt für Unmut bei vielen Badegästen.

Bade- und Grillgäste vermüllen den Weiher

„Es ist echt schade, es verkommt alles“, sagt zum Beispiel Martin Mayer. Ihn ärgert unter anderem das rücksichtslose Verhalten anderer Besucher. Motorradfahrer würden mit Höchstgeschwindigkeit um den See heizen, Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht entfernen und Bade- und Grillgäste die Liegeflächen vermüllen. „Immer, wenn wir herkommen räumen wir erst mal den ganzen Abfall auf“, berichtet er. „Die Leute lassen alles einfach liegen, vielleicht müsste man das mal öfters kontrollieren.“

Sanierungen waren im Hochsommer nicht möglich

Tatsächlich ist das Müllproblem auch bei der Gemeinde Odelzhausen bekannt, auf deren Flur der See liegt. „Es wird wirklich immer mehr Müll abgeladen“, sagt Bürgermeister Markus Trinkl. Er betont aber: „Der Bauhof fährt jeden Freitag zum See, um die Mülleimer zu leeren.“ Der stark überfüllte Abfalleimer auf einer Seeseite müsse dabei wohl leider untergegangen sein. „Die Arbeiter holen den Müll jetzt ab“, versprach er. Der Bürgermeister sagte außerdem zu, den Weg auf der Ostseite des Sees zu sanieren und neu einzusäen.

Denn das ist ein weiterer Punkt, der die Badegäste stört. „Es sind schwere Geräte von der Gemeinde entlang gefahren, die Furchen sind noch immer da“, berichtet Helmut Birkmeier. Über den matschigen Weg ärgert sich auch Michael Leitner. „Das kann man doch nicht so lassen! Irgendwann muss die Gemeinde die Sache doch wieder in Ordnung bringen."

Bürgermeister verspricht Abhilfe

Das soll jetzt laut Trinkl endlich geschehen. „Aber wir konnten einfach nicht im absoluten Hochsommer alles sanieren und einsäen“, begründet er die Verzögerung. Die Arbeiten, die den Weg zerstört haben, hätten aber nicht warten können. „Es war eine Bibermaßnahme, ein Stahlgeflecht musste eingebaut werden“, so Trinkl. Grund dafür war, dass durch den Biberbau immer mehr Wasser vom Weiher in den Rohrbach gelangte.

Der Biber ist an der Verschlammung schuld

Die Aktivitäten des Bibers seien auch ein Grund dafür, warum der Ebertshauser See wieder so verschlammt ist. Erst vor sieben Jahren hatte die Gemeinde viel Geld investiert, um das Gewässer, das 1936 durch den Autobahnbau entstanden ist, zu entschlammen. Heute weiß man: Das Vorhaben ist gescheitert. „Es war unnütz, inzwischen ist der See wieder genauso verschlammt wie vorher“, sagt Trinkl. Doch auch wenn das grüne sumpfige Wasser auf den ersten Blick nicht besonders einladend wirkt: Laut den Proben des Landratsamtes ist die Wasserqualität mikrobiologisch einwandfrei.

Im nächsten Frühjahr soll zumindest an einigen Bereichen etwas Schlamm ausgebaggert und die Stellen mit Kies aufgefüllt werden. „Und wir haben weitere Maßnahmen besprochen“, so Trinkl. Unter anderem sollen weitere Bänke und Mülleimer aufgestellt werden. „Wir hoffen, dass wenn mehr Angebot da ist, die Leute sich auch besser zusammen nehmen.“

2010 wurde der Weiher erst saniert

Mehr Angebot hat es früher bereits gegeben. Im Jahr 2010 hatten 60 Jugendliche gewerkelt, um den Weiher schöner zu machen: Sie installierten eine Liane und bauten einen Steg und eine Wasserinsel. Vieles davon ist mittlerweile beschädigt oder verwittert. Die Insel beispielsweise ist schon länger abgesoffen, von der Seemitte wurde sie deswegen an den Uferrand verlegt. Doch auch dort droht sie wieder unterzugehen, außerdem fehlen ihr Latten.

Ob die Badeattraktionen jedoch wieder saniert werden, ist unklar. Denn die Gemeinde sei hier in einer „haftungsrechtlichen Grauzone bei Badeunfällen“, so Trinkl.

Die Badefreunde jedenfalls hoffen, dass der Ebertshauser Weiher bald wieder einladender wird. „Wenn man so einen See vor der Haustüre hat, soll man ihn nicht verlottern lassen“, findet nicht nur Helmut Birkmeier. „So ein Kleinod muss man doch erhalten.

Claudia Schuri

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