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Perfekt aufeinander abgestimmt (v.l.): Hans Zellner, Andreas Binder, Thomas Lux, Manfred Häberlein und Elisabeth Fessler.

Harmonic Brass begeistert

Wenn aus Musik ein Fußballspiel wird

Odelzhausen – Der Tubist ist ein Torhüter, der Trompeter ein Stürmer, und im Mittelfeld spielt der Posaunist. In der Musik läuft es ein bisschen wie im Fußball, erklärte Hornist Andreas Binder vom Quintett Harmonic Brass, als er beim Konzert in Odelzhausen die Musiker vorgestellt hatte.

Die fünf Blechbläser traten im Rahmen von Kult A8 in der St.-Benedikt-Kirche in Odelzhausen auf – und lieferten ein gutes Spiel ab. Natürlich mit einem Sieg, um im Bild zu bleiben.

Andreas Binder am Horn, Thomas Lux an der Posaune, Manfred Häberlein am Tuba, Elisabeth Fessler an der Trompete und Hans Zellner ebenfalls an der Trompete begeisterten das Publikum nicht nur, weil sie technisch sehr gute Musiker sind. Sie haben auch komödiantisches Talent: Ins Konzert bauten sie immer wieder Show- und Slapstickelemente ein.

Der Altarraum der Kirche war mit Scheinwerfern ausgeleuchtet und in rotes Licht getaucht. Es war eine besondere Stimmung, die gut zu dem ungewöhnlichen Konzert passte. Dabei zeigten die Musiker, wie viel man aus fünf Blechblasinstrumenten herausholen kann und wie vielfältig die Musik ist, die man damit machen kann. Von einem Vivaldi-Konzert bis hin zu Michael Jacksons Hit „Black and White“ und dem Triumph-Marsch von Aida reichte das Repertoire.

Virtuos meisterten die Musiker auch die schwierigen Passagen, das Zusammenspiel war perfekt aufeinander abgestimmt. Oft baute das Quintett Choreographien in die Stücke ein. Einzelne Bläser marschierten immer wieder ein und aus, bei „Black and White“ fanden sie sich immer wieder zu verschiedenen Formationen zusammen. Es zeugt vom Können und der Erfahrung der Musiker – die Gruppe feiert heuer 25-jähriges Jubiläum – dass die Qualität nicht darunter litt.

Einer der Höhepunkte war ein Potpourri aus dem Musical „My Fair Lady“. Dabei trifft der Professor und Phonetiker Higgins die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle, die nur mit sehr starkem Akzent sprechen kann. Higgins geht eine Wette ein, dass er Eliza innerhalb von kurzer Zeit Englisch in Hochsprache beibringen kann – denn der Mensch wird seiner Meinung nach durch seine Sprache bestimmt. Beim Sprachunterricht kommen sich die beiden näher. Bei diesem Programmpunkt machte das Quintett nicht nur die Musik, sondern stellte auch sein schauspielerisches Talent unter Beweis. Elisabeth Fessler als Eliza und Andreas Binder als Higgins stachen hervor. Für das Publikum gab es viel zu lachen.

Der Lohn war lang anhaltender Applaus. Dafür revanchierten sich die Musiker mit einem Schmankerl. Mit „einem Elfmeter für Tubist Manfred Häberlein“, wie es Andreas Binder ausdrückte. Häberlein spielte das Solo „Karneval in Venedig.“ Ein anspruchsvolles Stück, bei dem eigentlich eine Trompete als Soloinstrument vorgesehen ist. Mit der Tuba sind die Solopassagen noch einmal schwerer zu spielen. Häberlein gelangen sie trotzdem mit Bravour, seine Soli wirkten leicht und locker, die Läufe gelangen perfekt. Elfmeter versenkt.

cla

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