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Deutschlehrer Wotan im Sprachunterricht in der Asylbewerberunterkunft in Odelzhausen.

Bub aus Odelzhausen hilft Flüchtlingen

Wotan (7) ist Bayerns jüngster Deutschlehrer

Odelzhausen - Wotan ist der jüngste Sprachlehrer in der Odelzhauser Containerunterkunft. Und er ist für die Flüchtlinge  nicht nur Sprachvermittler, er ist inzwischen wie ein kleiner Bruder für sie.

Wotan ist als Göttervater – neben vielen anderen Aufgaben – ebenso der Gott der Dichtung und der Runen. Und auch der siebenjährige Wotan Zöger aus Odelzhausen gibt sein Bestes, um den Menschen im dortigen Containerdorf die Bedeutung der Buchstaben und deutschen Wörter näherzubringen. „Im Kindergarten habe ich sogar schon ein bisschen Englisch gelernt“, erzählt Wotan stolz. Daher klappt die Verständigung mit den Asylbewerbern aus Nigeria, Mali und Afghanistan auf Anhieb. Als seine Mutter und Sprachkurshelferin Bärbel Zöger im Helferkreis angefragt hat, ob es denn möglich sei, ihren kleinen Sohn zum Deutschunterricht mitzubringen, wurde ihr sofort zugesagt.

Und nun kommt Wotan jede Woche zum Sprachkurs mit den Asylbewerbern und hilft zum Beispiel beim Arbeitsblätter ausfüllen: „Meistens machen wir erst ein Spiel zusammen, und dann wiederholen wir ein paar deutsche Wörter, und ich helfe ihnen dabei“, erzählt Wotan. Viele der Bewohner haben selbst kleine Brüder und Schwestern und freuen sich deshalb im Sprachkurs, wieder mit einem jungen Menschen reden zu können.

Auch Wotan macht es Spaß, wenn er den älteren Sprachschülern, die meist Mitte 20 sind, etwas mitgeben kann: „Mir macht eigentlich alles Spaß, aber vor allem das Erklären, welche Wörter sie auf den Arbeitsblättern hinschreiben müssen“. Aber Wotan ist nicht nur der Sprachvermittler, sondern auch ein kleiner Familienerersatz für die Flüchtlinge. Denn so weit weg von zu Hause vermissen sie nicht nur ihre Eltern – sondern auch ihre kleinen Geschwister. So ist Wotan schnell der Liebling des ganzen Kurses geworden.

Alle sind begeistert, wenn sich der pfiffige und aufgeschlossene Bub jede Woche mit an den Tisch setzt und vorsichtig Aussprachefehler korrigiert. „Und auch ich lerne ein bisschen Englisch“, sagt Wotan stolz. Aber die meiste Zeit spricht er doch auf Deutsch, denn sein Antrieb ist, „dass die auch Deutsch lernen“. Am Ende des Deutschunterrichts verabschieden sich die Schüler per Handschlag oder klopfen Wotan freundschaftlich auf die Schulter – gerade so, als wäre er wirklich ihr kleiner Bruder.

Anna Schwarz

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