Der Kanal in Odelzhausen ist Kaptt. Das zeigen die Bilder der Kamerabefahrung.

Odelzhausen muss investieren

Millionen für ein kaputtes Kanalnetz

Es war eine Schreckensnachricht, die Odelzhausens Bürgermeister Markus Trinkl verkündete: Das Kanalnetz in Odelzhausen ist in einem desolaten Zustand. Die Gemeinde wird Millionen investieren müssen und auch auf die Bürger kommen hören Kosten zu.

Dass das Kanalnetz der Gemeinde Odelzhausen teilweise kaputt ist – das ist hinlänglich bekannt. Dass Renovierungsarbeiten nötig sind – ebenfalls nichts Neues. Doch wie groß die Probleme in Wirklichkeit sind, hat niemand geahnt.

2012 hatte die Gemeinde ein Ingenieurbüro beauftragt, um den Zustand des Kanals mit einer Kamera zu überprüfen. Jetzt liegen alle Ergebnisse vor. „Wir haben bis 2026 einen wahnsinnigen Investitionsbedarf von zwölf Millionen Euro“, erklärt Bürgermeister Markus Trinkl. Bis 2019 muss die Gemeinde mit Ausgaben in Höhe von 4,5 Millionen Euro rechnen, langfristig kommen 5,8 Millionen dazu. „Und dann sind noch jährliche Kleinsanierungen notwendig“, so Trinkl. Macht weitere 200 000 Euro jährlich – zehn Jahre lang.

Die Gemeinderäte hat das Gutachten kalt erwischt. „Mit diesen Dimensionen hat niemand gerechnet“, betont Trinkl. „Es war für alle ein Schock.“ Dass die Mängelliste so lang ist, hat niemand geahnt. „Eigentlich muss in jedem Ort was gemacht werden“, erklärt Trinkl. Unter anderen ist der Regenwasserkanal in vielen Orten in sehr schlechtem Zustand, beispielsweise in Dietenhausen, Hadersried, Miegersbach, Ebertshausen und Sittenbach. Auch im Hauptortseil selbst gibt es viele Probleme. In der Bergstraße etwa muss der Schmutzwasserkanal komplett erneuert werden.

Gründe, warum das Kanalnetz so schlecht ist, sind vielseitig. Es stammt aus den 60ern Jahren, das Material ist teilweise verschlissen, es gibt Risse. Außerdem wurden in der Vergangenheit wohl einige Hausanschlüsse fehlerhaft angeschlossen. Womöglich hätte man zudem bereits früher bei Straßenbauarbeiten überprüfen sollen, ob bei dieser Gelegenheit gleich Sanierungen im Kanal mitgemacht werden sollen. Jetzt muss die Gemeinde auf jeden Fall handeln, alleine schon, um weiter alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. „Wir werden jetzt dann eine Prioritätenliste erstellen“, kündigt Trinkl an. Dabei werden die Gemeinderäte auch diskutieren, ob noch irgendwo gespart werden kann. Fakt ist aber: Es wird teuer. Das werden auch die Haushalte zu spüren bekommen. „Die Gebühren werden wahrscheinlich steigen“, warnt Trinkl. Um wie viel genau könne man jetzt noch nicht sagen, aber: „Es wird wohl um mehr als einen Euro sein.“ Immerhin eine gute Nachricht hat er: „Ich sehe nicht die Gefahr, dass wir in geplante Projekte nicht mehr investieren können.“ Womöglich könne die Kanalsanierung wegen der derzeit niedrigen Zinsen auch über  Kredite finanziert werden.

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