Hier soll die Halle entstehen: im Süden von Hadersried an der Autobahn.

Widerwilliger Beschluss

Umstrittene Halle ist genehmigt

Es war eine Zwickmühle, in der sich der Odelzhauser Gemeinderat befand. Das Problem: Viele Räte wollten einen Bauantrag ablehnen - doch das hätte gegen das Gesetz verstoßen.

In der Gemeinderatssitzung ging es um eine Halle, die ein Landwirt am Ortsrand von Hadersried bauen möchte. Die Halle sollte auf einem Grundstück Richtung Autobahn gebaut werden und rund 580 Quadratmeter groß sein. Doch das Vorhaben ist umstritten.

Die Anwohner haben Bedenken wegen des Lärms und des Verkehrs, den die landwirtschaftlichen Maschinen verursachen könnten. Außerdem befürchten sie, dass die Halle womöglich nach einer Frist von sieben Jahren nicht mehr landwirtschaftlich sondern gewerblich genutzt wird.

Dem jetzigen Gemeinderatsbeschluss sind bereits einige weitere Entscheidungen vorausgegangen: Im Jahre 2010 hatten die Grundstückseigentümer den Bau einer Halle beantragt. Damals hatte das Landratsamt jedoch eine landwirtschaftliche Privilegierung abgelehnt, mit der Begründung, der Standort sei zu weit von der Hofstelle entfernt. Im Jahr 2014 stellten die Besitzer erneut einen Antrag: Dieses Mal wollten sie eine gewerbliche Lagerhalle bauen. Das wiederum ließ der Gemeinderat nicht zu, da sich das Gewerbe im Odelzhauser Gewerbegebiet konzentrieren soll. Mehrere Male gab es Streit zwischen Gemeinde und dem Bauern. Jetzt also Versuch Nummer drei.

Und dieser Versuch scheint für die Antragsteller besser zu laufen. Denn das Landratsamt stimmte überraschenderweise doch einer Privilegierung für eine landwirtschaftliche Maschinen- und Lagerhalle zu. Das bedeutet, dass der Gemeinderat im Prinzip gar keine andere Wahl hat, als den Bau zu genehmigen. Doch das ärgert viele Gemeinderäte.

Sie befürchteten unter anderem, dass der Besitzer nach einer siebenjährigen Frist letztendlich doch Gewerbe in der Halle unterbringen könnte. „Man hat ja dann fast keine Handhabe, dann zu sagen, das genehmigen wir nicht“, sagte Bruni Kiemer (Freie Wähler Odelzhausen). Sie hatte noch ein weiteres Gegenargument: Kiemer befürchtete, dass die Erschließung nicht ausreichend sei, da es zum Beispiel keinen Wasser- und keinen Stromanschluss gibt. „Bei einer landwirtschaftlichen Lagerhalle braucht man das nicht“, erklärte dagegen Paul Brandhofer (CSU) und plädierte für die Genehmigung.

Anders sah das Elisabeth Kappes (Bürgergemeinschaft Odelzhausen): „Ich will auf alle Fälle als Gemeinderätin und Bürgerin von Hadersried keine Gefahrenstelle schaffen.“ Sie hat Angst vor einem Verkehrschaos, das aufgrund zur Nähe zur Autobahnunterführung beim Be- und Abladen der Maschinen entstehen könnte. Sie forderte deshalb, dass das Landratsamt prüfen soll, ob die Grundstücksfläche groß genug ist, damit die Arbeiten nicht auf der Straße erledigt werden müssen. Außerdem regte sie an zu klären, ob es einen Echoeffekt geben könnte, wenn der Lärm von der Autobahn auf die Halle schlägt und ob dadurch die Lärmschutzwerte überschritten werden. Untersucht werden sollte ihrer Meinung nach zudem, ob das Wasser auch bei Starkregen abgeleitet werden könnte und ob es nicht direkt am Hof des Landwirts geeignetere Flächen für eine Halle gäbe.

Bürgermeister Markus Trinkl regte an, diese Punkte im Beschluss mitaufzunehmen. Auch er hätte die Halle am liebsten verhindert, aber kündigte schon vor der Abstimmung an, für eine Genehmigung zu stimmen: „Für mich persönlich ist es nicht möglich, einen rechtswidrigen Beschluss zu fällen, wenn ich weiß, dass er rechtswidrig ist“, sagte er. Auch der zweite Bürgermeister Johann Heitmair (CSU) stimmte für die Halle, allerdings weil er den Standort gar nicht so schlecht findet: „Wenn eine Halle irgendwo im Freien draußen steht, ist es noch schrecklicher“, sagte er. Heitmair plädierte außerdem dafür, die Prüfpunkte nicht in den Beschluss aufzunehmen, da sich dadurch für den Bauherren das ganze Vorhaben erneut verzögern würde. Schließlich kam es zu den Abstimmungen – und die endeten äußerst knapp.

Am Ende setzten sich dann ganz knapp die Befürworter des Hallenbaus durch. Zum Teil aus Überzeugung, zum Teil, um keinen illegalen Beschluss zu fassen.

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