Neubau Schulzentrum Odelzhausen

Streit um Anzahl der Stellplätze

Odelzhausen - Wie viele Parkplätze braucht eine Grundschule? Diese Frage wird beim Neubau des Odelzhauser Schulzentrums kontrovers diskutiert. Ein entscheidender Faktor für den Ausgang des Streits ist ein Beschluss des Odelzhauser Gemeinderats. Der wurde jetzt gefasst.

Das neue Schulzentrum in Odelzhausen mit Grund-, Mittel- und Realschule wird teuer. Sehr teuer. Schon jetzt steht fest: Der ursprünglich vorgesehene Kostenrahmen von 51,9 Millionen Euro wird überschritten. Das Projektsteuerungsbüro korrigierte den Preis nach oben auf 57,1 Millionen Euro.

Das wiederum ist zu teuer, befanden sowohl der Schulzweckverband mit den drei beteiligten Gemeinden Odelzhausen, Sulzemoos und Pfaffenhofen als auch der Kreistag (wir haben berichtet). Planer und Politiker setzten den Rotstift an. Sie beschlossen Einsparungen in Höhe von 1,8 Millionen.

Das ist verhältnismäßig wenig. Aber: Alle sind einverstanden, dass am grundsätzlichen Konzept nichts verändert werden soll. Die Schule soll so konzipiert sein, dass moderne Unterrichtsmethoden umgesetzt werden können – auch wenn deshalb mehr investiert werden muss.

Doch wie viele Parkplätze braucht so eine moderne Schule? Hier gehen die Meinungen auseinander. Der Odelzhauser Gemeinderat hat dazu bereits einen einstimmigen Beschluss zu einer Änderung seiner Stellplatzsatzung gefasst. Früher war pro Schulklasse ein Parkplatz vorgesehen. Bei 31 Klassen demnach 31 Stellplätze.

Die Schulleiterinnen erklärten aber, dass dies nicht ausreichend sei. Sie hätten teilweise bis zu 68 parkende Fahrzeuge gezählt, sagten sie. Die Gemeinderäte nahmen außerdem an, dass sich in Zukunft das Schulpersonal weiter vergrößern wird, alleine schon deswegen, weil im Neubau mehr Klassenzimmer geplant sind. Sie beschlossen deshalb, künftig 2,5 Stellplätze pro Klasse vorzuschreiben.

Macht insgesamt 1,2 Millionen Euro veranschlagte Gesamtkosten für Parkplätze. Zu viel, fanden Kritiker. Die hohen Parkplatz-Kosten könne er überhaupt nicht nachvollziehen, sagte zum Beispiel Vierkirchens Bürgermeister Harald Dirlenbach (SPD) im Kreistag. Ähnlich sah das auch Gerhard Weber vom Landratsamt: „Bei einer Grund- und Mittelschule, wo die Schüler in der Regeln nicht mit dem Auto fahren, braucht man keine 2,5 Stellplätze.“

Auch in den drei beteiligten Gemeinden ist das Thema umstritten. Das zeigte sich bei einer Schulverbandssitzung. Cordula Weber, Rektorin der Grund- und Mittelschule, kämpfte leidenschaftlich für die Stellplätze: Nicht nur Lehrer, sondern auch Reinigungskräfte, Büchereimitarbeiter oder pädagogisches Personal für die Ganztagsklassen müssten schließlich irgendwo parken.

Eine Analyse, die wiederum Sulzemoos Bürgermeister Gerhard Hainzinger verärgerte. „Eine Unverschämtheit“ sei das, meinte er. Schließlich wären beispielsweise Lehrer und Putzkräfte gar nicht gleichzeitig in der Schule. „Wir müssen nicht Kosten verursachen, nur um Kosten zu haben“, sagte Hainzinger.

Weber konterte: Sie würde jeden, der sich bei ihr wegen den parkenden Autos beschwert, sofort zu Hainzinger schicken.

Zu einer Lösung des Streits kam es nicht – bevor Einsparungen bei den Parkplätzen festgelegt werden können muss der Gemeinderat Odelzhausen sowieso erst seine Stellplatzsatzung wieder ändern. Eine Forderung, die bei den Gemeinderäten in der vergangenen Sitzung auf keine große Begeisterung gestoßen ist.

Bürgermeister Markus Trinkl hatte im Schulverband ansatzweise Bereitschaft angedeutet, als Kompromiss auf zwei Stellplätze pro Klasse runterzugehen. Jetzt aber hat er Daten zum Vergleich von anderen Gemeinden herausgesucht – die ebenfalls relativ viele Stellplätze vorschreiben. Karlsfeld beispielsweise verlangt für Grundschulen zwei Stellplätze pro Klasse, für weiterführende Schulen sind es drei. In Landsberg sind für Grund- und Mittelschulen ein Stellplatz und für Realschulen drei Stellplätze vorgeschrieben.

Der Odelzhauser Gemeinderat gab außerdem zu bedenken, dass im Bereich Odelzhausen Süd an der Lerchen- und der Todtenrieder Straße großes Potenzial für zukünftigen Wohnungsbau vorhanden sei. Sollte dort irgendwann gebaut werden, würde wohl auch die Schülerzahl steigen.

Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte, ihre Stellplatzsatzung nicht wieder zu ändern. Demnach sind, wenn man von 46 Klassen ausgeht, insgesamt 115 Stellplätze nötig. Diese sollen an der Dietenhausener Straße, der Lerchenstraße sowie südlich der Turnhalle nachgewiesen werden. Unter dieser Voraussetzung stimmte der Odelzhauser Gemeinderat dem Bauantrag zum zweiten Bauabschnitt des Neubaus der Grund-, Mittel-, und Realschule Odelzhausen zu. (cla)

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