Kritik an Regionalplan

Petershausen will wieder Kleinzentrum werden

Petershausen – Im Petershausener Gemeinderats ging um die Gesamtfortschreibung des Regionalplans München. Einstimmig verlangten die Gemeinderäte die Wiederaufnahme Petershausens als Kleinzentrum im Verdichtungsraum.

Gegen die jüngste LEP-Fassung, die Petershausen vom Kleinzentrum zum ländlichen Raum zurückgestuft hatte, hatte schon der Vorgänger-Gemeinderat 2012 Einspruch erhoben. Doch blieb das damals ungehört. Diese „Scharte“, wie das Bürgermeister Marcel Fath in der jetzigen Sitzung nannte, gelte es auszuwetzen.

Die Hintergründe beleuchtete Gerhard Weber (CSU): „Es gab bis 2012 bei uns keine Einwohnerentwicklung. Aber das hat sich in den vergangenen vier Jahren geändert.“ Wie, das erläuterte zweiter Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD): „Durch das Danuvius-Pflegeheim für Demenzkranke entstanden 100 Arbeitsplätze, allein zwei der neuen Firmen im Gewerbegebiet bringen auch noch einmal 90 Arbeitnehmer.“ Stadler forderte, dies als gewichtige Gründe in die Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplanes München aufzunehmen.

Schon in ihrer schriftlichen Sitzungsvorlage hatte Verwaltungsleiterin Irene Reichel darauf hingewiesen, dass Petershausen sich gerade weiterentwickle, was auch im Einklang mit den Erkenntnissen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) und den derzeitigen Flächennutzungsplänen stehe. Denn Petershausen habe in den vergangenen Jahren um 400 neue Einwohner zugelegt, ganz ohne Bebauungsplan. Doch wenn demnächst der Bebauungsplan Rosenstraße fertig ist und dort gebaut wird, gibt es noch einmal einen gehörigen Schub. Deshalb, so Irene Reichel in ihrer Sitzungsvorlage, sei das ehemalige Kleinzentrum Petershausen unbedingt als Grundzentrum in einer Verdichtungszone einzustufen.

Außerdem, so führte sie mündlich in der Sitzung aus, sei der bisherige Verdichtungsraum Petershausen-Vierkirchen zu eng gefasst. Es zeige sich, dass auch viele Leute aus den benachbarten Landkreisen Freising und Pfaffenhofen in Petershausen einkaufen.

Entschieden wandte sich Geschäftsleiterin Reichel auch gegen den im Regionalplan festgehaltenen Grundsatz, wonach sich der Infrastrukturausbau für den motorisierten Individualverkehr weitgehend auf den Bestand konzentrieren solle. Das sei nicht akzeptabel, denn das könne den Bau des letzten Abschnitts der Umgehungsstraße und eines Ringschlusses zur Indersdorfer Straße behindern.

Auch der Grundsatz, eine bandähnliche Entwicklung von Gewerbegebieten zu verhindern, sei mehr als fragwürdig. Denn der Ort Petershausen habe gar keine andere Möglichkeit als so eine bandartige Entwicklung von der Marbacher Straße bis zu den Eheäckern. Das sei auch aus logistischer und verkehrlicher Sicht wesentlich besser als an vollkommen anderer Stelle nochmals ein Gewerbegebiet anzusiedeln.

rds

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