Dieser Flyer wird auf dem Volksfest verteilt.

Sicheres Dachauer Volksfest für Mädchen und Frauen

Es gibt keinen harmlosen Klaps auf den Po

Dachau - „Ach komm schon – war doch nur ein Klaps auf den Po. Das gehört doch hier dazu.“ Solche Sprüche müssen sich Frauen gerade auf Volksfesten oft anhören. Sexualisierte Gewalt nimmt zu und wird oft verharmlost. Deshalb soll es auf dem Dachauer Volksfest ab diesem Jahr einen geschützten Raum für Frauen geben.

Traditionsreich und beliebt, günstiges Bier und viel Spaß – das alles bietet das Dachauer Volksfest. Trotz oder wegen aller Unbeschwertheit können Mädchen und Frauen gerade auf dem Volksfest leicht Opfer von sexualisierter Gewalt werden, beispielsweise in Form von dummer Anmache und anderen Belästigungen. Die Arbeiterwohlfahrt Dachau möchte den möglichen Opfern nun helfen: mit dem Projekt „Sicheres Volksfest“. 

Die Arbeiterwohlfahrt setzt damit ein Signal gegen sexualisierte Gewalt. Sie führt gemeinsam mit dem Frauenhaus Dachau unter der Schirmherrschaft von OB Florian Hartmann dieses Jahr das Projekt „Sicheres Dachauer Volksfest“ ein. Mädchen und Frauen sollen direkt auf dem Dachauer Volksfest einen geschützten Raum haben, wenn sie sich gefährdet fühlen. Im Haus der Erwachsenenbildung gibt es künftig die Möglichkeit für ein Gespräch in aller Ruhe. 

„Unsere Vorlage ist die ähnlich gestaltete Aktion ,Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen‘ auf dem Oktoberfest in München“, sagt Wiebke Kappaun von der Arbeiterwohlfahrt Dachau. Bereits seit über zehn Jahren helfen die Schutzvereine Amyna und Imma sowie der Frauennotruf München auf der Wiesn erfolgreich Frauen und Mädchen in Notsituationen mit breit angelegter Präventionsarbeit und Nachsorge. „Analog zu der Aktion in München möchten wir in Dachau ebenfalls tätig werden, da leider generell ein hoher Bedarf an solchen Projekten besteht“, erklärt Wiebke Kappaun. Das Ziel ist, die Sicherheit für Mädchen und Frauen auf dem Volksfest und auf dem Nachhauseweg zu verbessern. 

Angelika Huber vom Frauenhaus Dachau ist eines besonders wichtig: „Es ist unbedingt nötig, die Öffentlichkeit stärker darauf hinzuweisen, dass sexuelle Gewalt stattfindet. Leider. Unser Angebot wirkt daher sowohl präventiv als auch unterstützend.“ Doch wie wird das konkret umgesetzt? 

Die Präventionsarbeit besteht unter anderem aus einem Flyer mit Verhaltenstipps für Mädchen und Frauen wie beispielsweise Getränke nicht unbeachtet zu lassen. „Das ist ein wichtiger Schritt, um sich vor K.O.-Tropfen oder ähnlichem zu schützen“, so Kappaun. Weiterhin sollen Mädchen lernen, wie sie sich besser selbst schützen können. Angelika Huber: „Viele Mädchen und Frauen haben Probleme damit, ihre eigenen Grenzen einzuschätzen. Indem wir sie anhalten, mit einer entschlossenen Reaktion ein deutliches Signal zu setzten, sollen potenzielle Täter abgeschreckt werden.“ Fragen wie „Muss ich mir das gefallen lassen?“ oder „War das jetzt wirklich so schlimm?“ verunsichern viele. Die Devise „Ein Nein ist ein Nein“ reicht Angelika Huber aber nicht aus. Sie geht weiter: „Nur ein unmissverständliches Ja ist das einzige Signal für grünes Licht. Alles andere nicht.“ 

Allgemein gilt: Wer sich bedroht oder unwohl fühlt – egal ob die Freundinnen verschwunden sind oder die Eigenverantwortlichkeit eingeschränkt ist –, für den es gibt eine sichere Anlaufstelle. Im Haus der Erwachsenbenbildung im 1. Stock direkt neben dem großen Festzelt. Die Mitarbeiterinnen – Fachfrauen sowie geschulte ehrenamtliche Frauen – werden an den beiden Volksfestwochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag und am Feiertag in den Abendstunden mit schneller Hilfe vor Ort sein. „Sei es in Form von Begleitung oder dass ein Taxi gerufen wird“, erklärt Wiebke Kappaun. Darüberhinaus sollen weitere Hilfsangebote vermittelt werden. 

Angelika Huber zufolge gilt es generell, die Wahrnehmung von sexuellen Übergriffen zu schärfen und solidarisches Handeln zu stärken – denn oft werde ein flapsiger Spruch oder ein kleiner Klaps auf den Hintern während des Volksfestes eben als ein Teil des Ganzen betrachtet und verharmlost. Wichtig zu wissen ist daher, dass bereits hier bewusst Grenzen überschritten werden: Das Projekt will deutlich machen, dass solches Verhalten auf keinen Fall als selbstverständlich hingenommen werden darf und nicht geduldet wird.

Die Tipps für Mädchen und Frauen:

- Treffpunkt mit Deinen Freundinnen vereinbaren z.B. am Mädchen- und Frauentreffpunkt. 

- Wichtige Dinge wie Handy, Geld, Schlüssel, Ausweis am Körper tragen. 

- Volksfestbier mit Vorsicht genießen – es ist stark. 

- Achtung K.O.-Tropfen: Lass Dein Getränk nicht unbeaufsichtigt. 

- Signalisiere Deine Grenze, z. B. wenn Dich jemand blöd anmacht oder angrabscht oder Du kein Bier trinken möchtest. Sage laut und deutlich, was Du willst und was Du nicht willst! 

- Gehe nicht alleine aufs Klo oder aus dem Zelt oder nach Hause, nimm eine vertraute Person mit. 

- Im Notfall flüchte, verteidige Dich so gut Du kannst und hole Hilfe, z. B. beim Personal. Rufe die Polizei 110 oder komm zu unserem Treffpunkt.

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