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Pastor Mpora aus Uganda vertritt Pfarrer Albert Hack. Und will auf die schwierige Situation seiner Landsleute aufmerksam machen.

Pastor Mpora fühlt sich im Landkreis wohl

Urlaubsvertretung aus Uganda

Bergkirchen - Pastor Mpora aus Uganda ist zum zweiten Mal im Landkreis, um Pfarrer Albert Hack zu vertreten. Doch Mpora ist nicht nur Pfarrer, sondern auch Botschafter.

„Priester zu sein, ist schön“, sagt Pfarrer Pastor Mpora aus der Republik Uganda in Ostafrika. Hinter seinem Vornamen Pastor steckt nicht nur sein Beruf, sondern auch die Bedeutung Hirte. Pastor Mpora hat für vierzehn Tage, bis kommenden Freitag, die Urlaubsvertretung von Pfarrer Albert Hack im Pfarrverband Bergkirchen-Schwabhausen übernommen.

Im Pfarrverband fühlt er sich wohl 

Bisher fühle er sich hier wohl, erzählt Mpora. Denn er sei selbst auf dem Land aufgewachsen und ihm liege „die Mentalität“ mehr als in der Stadt: „Die Gläubigen sind sehr freundlich“, fügt der Pfarrer hinzu.

Zum zweiten Mal ist er schon in Bergkirchen. Er nutzt die 85 Tage Ferienzeit in seinem Heimatland, um nach Europa zu kommen, hier zu arbeiten und mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Außerdem will er auf die schwierige Situation und Not seiner Mitmenschen in Uganda mit seinen 35 Millionen Einwohnern hinzuweisen.

Die Lebenserwartung in Uganda liegt nur bei rund 50 Jahren

Dort herrsche zwar Frieden, aber die hohe Arbeitslosigkeit führe zu Abwanderungen in die Städte und zu Massenarmut. Das bedeutet auch: „Es gibt auch wenig zu essen“. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 54 bei Frauen beziehungsweise. 52 Jahren bei Männern.

In Uganda leitet Doktor Mpora ein Priesterseminar und ist Gründer und Direktor der Berufsschule Sankt Konrad, die dem bayerischen Heiligen, Bruder Konrad aus Parzheim, geweiht ist. Denn Mpora verehrt Konrad sehr. Die Schule ermöglicht die Ausbildung in einem handwerklichen Beruf und bietet somit eine Perspektive für eine Zukunft mit eigenem Einkommen und wirtschaftlicher Unabhängigkeit – auch für Mädchen.

Mporas Verbindung zu Bayern entwickelte sich, weil der 54-jährige Priester bereits zuvor in zwei Münchner Pfarrgemeinden tätig war. Außerdem hat er dort einen Förderverein zur Unterstützung der Jugendlichen und ihrer Familien in Uganda gegründet: Mit dem Ziel, „ Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten.

Schule muss man sich leisten können

Denn Mpora hat auf seinem steinigen Weg zum Priester selbst viel Hilfe erfahren. Seine Eltern, die nie eine Schule besuchten, hatten zehn Kinder zu ernähren. Schuldgeld konnten sie nicht aufbringen. Eine gute Schule kostet, wie der Pfarrer erzählt, umgerechnet 350 Euro pro Jahr. Ein Lehrer verdient nur 100 bis 180 Euro pro Monat. „Aber die Preise sind wie hier“, betont er.

Weil er mit seiner Mutter oft in die Kirche ging und einen Priester kennenlernte, stand schon damals für den sechsjährigen Jungen fest: „Ich will auch Priester werden“. So einfach war das aber nicht. Erst mit neun Jahren begann die Schulzeit für ihn. Danach absolvierte er das Knabenpriesterseminar als bester Schüler.

Sein anschließendes Semester im vierjährigen Priesterseminar stand zunächst auf der Kippe. Denn es hätte so viel wie eine Kuh gekostet. Doch später übernahm die Diözese die Kosten. 1991 folgte die Priesterweihe.

Mpora studierte in Rom

Es schloss sich ein sechsjähriges Studium der Philosophie und Theologie in Rom an. Seine deutschen Sprachkenntnisse erwarb Mpora in einem zweimonatigen Crashkurs in Bonn. „Es war eine Chance, dass ich studiert habe. Ich bin froh, dass ich einen Beitrag leisten kann für unsere Leute, nicht nur für Priester“, freut er sich.

85 Prozent seiner Landsleute sind Christen, die der katholischen oder anglikanischen Kirche angehören. 95 Prozent der Kinder werden in Uganda getauft. Der Taufschein ist mit der Geburtsurkunde gleichzusetzen.

Hilfe für Uganda

Spenden für Pfarrer Mporas St. Konrad School in Uganda -Bebaase sind auf folgendes Konto mit der IBAN DE 3 97 50 90 30 00 00 22 20 34, BIC GENODEF 1Mo5, möglich. Weitere Informationen zu der Schule unter www.stkonrad.jimdo.com.

Ingrid Koch

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