Sitzung des Gemeinderats

Röhrmoos will Ruftaxi-Linie 7270 fortführen

Röhrmoos - Die Ruftaxi-Linie 7270 wird gut angenommen. Der Gemeinderat hofft auf eine Fortführung nach dem Probebetrieb – doch ob sich der Wunsch erfüllt, ist noch nicht sicher.

Röhrmoos – Im Januar 2014 hatte der Röhrmooser Gemeinderat einen dreijährigen Probebetrieb für die MVV-Ruftaxi-Linie 7270 beschlossen. In der jüngsten Sitzung wurde jetzt deutlich, dass kein Anlass zu einer Kündigung dieses Probebetriebs besteht. Die Gemeinde wird dem Landratsamt mitteilen, dass sie für den Dauerbetrieb ab 2018 grundsätzlich Interesse hat, sollte die Gemeinde Hebertshausen Vertragspartner bleiben. Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) gab bekannt, dass die Nachbargemeinde Hebertshausen in einer Absichtserklärung bereits mitgeteilt habe, dass auch sie an der Fortsetzung des Probebetriebs interessiert sei und einem Dauerbetrieb positiv gegenüber stehe.

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen im Jahre 2015 auf der Linie 7270 sind ausschlaggebend für eine Fortsetzung des Ruf-Taxis. Laut Landratsamt sind die Fahrgäste gerade in der zweiten Jahreshälfte deutlich mehr geworden. Im Dezember 2015 waren es sogar 347. Wie erwartet gibt es eine überaus starke Nutzung durch das Franziskuswerk Schönbrunn. Deshalb wird nachgedacht, das Fahrtenangebot noch bedarfsorientierter an die dortigen Arbeitszeiten anzupassen, um die zuletzt gestiegenen Fahrgastzahlen weiter zu erhöhen.

Wie Bürgermeister Kugler ausführte, betrugen die bisherigen Kosten (inklusive Förderung) für den Probebetrieb für die Gemeinde Röhrmoos im ersten Halbjahr 2015 6354 Euro, im zweiten Halbjahr waren es 6403 Euro. Als weitere MVV-Kosten 2015 nannte er 919 Euro. Die staatliche Förderung nach dem Programm „Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum“ mit immerhin 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten wird allerdings (zunächst) nur bis zum Ende dieses Jahres gewährt.

Nachdem die Förderung aber für die Finanzierbarkeit einer ÖPNV-Grundversorgung zu Zeiten und Räumen mit geringer Verkehrsnachfrage eminent wichtig ist, regte das Landratsamt gegenüber dem Freistaat Bayern schon frühzeitig eine Weitergewährung ab dem Jahr 2017 an. Wie Kugler erklärte, habe die Regierung von Oberbayern mitgeteilt, dass zwar die Überprüfungen zu einem Nachfolgeprogramm laufen, allerdings eine Entscheidung nicht vor Juli 2016 fallen dürfte. Ohne staatliche Förderung würden sich die jährlichen Kosten auf rund 45 000 Euro belaufen.

Wie es mit dem Ruftaxi weitergeht, wird der Landkreis wohl ebenfalls in einigen Monaten festlegen. Für alle Linien ist eigentlich eine Entscheidung, ob das Angebot vom Probe- in den Dauerbetrieb ab dem Jahresfahrplan 2018 fortgeführt wird, bis spätestens Oktober 2016 erforderlich. So kann die Neuausschreibung der Linien rechtzeitig starten.

Der gesamte Gemeinderat begrüßte die gute Akzeptanz des Ruf-Taxis. „Hoffen wir auf ähnlich gute Akzeptanz bei den anderen Linien“, sagte CSU-Fraktionssprecher Matthias Rager. Auch der Bürgermeister erklärte: „Ich hoffe, dass es sich noch mehr herumspricht, dass es sich hier um eine gute Einrichtung handelt.“ Nach wie vor ist er davon überzeugt, dass eine entsprechende Linie in Richtung Indersdorf ebenfalls Sinn machen würde. Kugler will das den Verantwortlichen im Landratsamt aufzeigen. Dass man mit dem Ruf-Taxi auf der richtigen Spur ist, betonte auch der dritte Bürgermeister und Sprecher der GUL Dr. Nicolas Kugler: „Die Straßen werden immer voller, da muss man handeln. Vielleicht gibt es hier mal eine richtige Buslinie.“ Wolfgang Götz (SPD) sprach von keiner zufriedenstellenden ÖPNV-Situation. Das Ruf-Taxi sei zumindest ein wichtiges Signal, den ÖPNV vorantreiben zu müssen. Auch Emanuel Nefzger (CSU) ist überzeugt, dass der zunehmende Verkehr durch den immensen Siedlungsdruck den Gemeinderat künftig noch stärker beschäftigen wird.

Josef Ostermair

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