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Schlägerei in der Asylunterkunft

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Es knistert: Streit unter Flüchtlingen gab es in der Berufsschulturnhalle. © hab

In der Berufsschulturnhalle ist es am Samstag zu einer Schlägerei zwischen albanischen Flüchtlingen und Asylbewerbern aus anderen Ländern gekommen. Es war nicht die erste Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppen.

Es sieht so aus, als gestaltet sich das Zusammenleben zwischen den Männern aus Südosteuropa und dem „Rest der Welt“ in den Asylunterkünften als schwierig. Bereits im März hatte unsere Zeitung darüber berichtet, dass es in der Tennishalle in Indersdorf immer wieder knistert. 25 Albaner waren damals in eine andere Behausung verlegt worden, woraufhin afrikanische Flüchtlinge Miarbeiter der Behörden massiv bedrängt hatten, weil auch sie aus der Turnhalle raus wollten. Knapp ein halbes Jahr später kam es nun am vergangenen Samstag in der Dachauer Berufsschulturnhalle sogar zu einer Schlägerei zwischen den 32 dort wohnenden Albanern und den übrigen 123 Flüchtlingen, an deren Ende zwei Personen im Krankenhaus ambulant behandelt werden mussten.

Der Sicherheitsdienst sowie mehrere Polizeistreifen beruhigten die Situation in der Berufsschulturnhalle schnell. „Wir haben Schlimmeres verhindert, weil wir weiter präsent blieben“, sagt der Dachauer Polizeisprecher Michael Richter. Die Mehrzahl der Bewohner weigerte sich jedoch, die Turnhalle weiterhin zusammen mit den albanischen Asylbewerbern zu teilen. „Da auch nach Einschätzung der Caritas-Asylberatung eine dauerhafte Trennung als notwendig erachtet wurde, entschied Landrat Stefan Löwl in einer kurzfristig anberaumten Besprechung, dass die albanische Gruppe noch am selben Abend in eine andere Unterkunft verlegt wird“, so der Medienbeauftragte des Landratsamtes Wolfgang Reichelt. Die Hauptverantwortlichen für den Streit wurden darüber hinaus von der Gruppe getrennt und von der Dachauer Polizei in andere Objekte verbracht.

1091 Flüchtlinge sind im Landkreis untergebracht

Derzeit sind 1091 Flüchtlinge im Landkreis Dachau untergebracht. Pro Woche kommen im Schnitt 42 Asylbewerber in unserer Region an. Zunächst war von einer Gesamtzahl von 1400 aufzunehmenden Flüchtlingen die Rede. Mittlerweile rechnet das Landratsamt mit 1800 oder 1900 bis zum Jahresende. Genaue Zahlen kann natürlich niemand angeben. Es ist nicht geplant, Flüchtlinge, die derzeit mit dem Zug aus Ungarn kommen, in den Landkreis Dachau weiterzutransportieren. „Wir sind bei der Notunterbringung nicht mit drin“, sagt Landrat Stefan Löwl. Vergangene Woche sind jedoch bis zu 15 000 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof angekommen, davon allein 8000 am Samstag. Sollte es so weitergehen, „werden auch wir gefordert sein“, so Löwl.

Wie Landratsamt-Medienchef Reichelt ergänzt, liegen bereits entsprechende Pläne in den Schubladen. In erster Linie werden es dann weitere Turnhallen sein, die zu Notunterkünften umgebaut werden. „Es ist wie bei der Feuerwehr“, so Reichelt, „wenn der Piepser geht, geht es los.“

zim

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