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„Anscheinend sind wir posttechnisch wieder im 18. Jahrhundert angekommen“: Gabriele Stiegler und ihr Partner Manfred Ganghofer.

Ärger mit der Briefzustellung im Raum Kirchseeon

Die Post kommt - oder nicht

Kirchseeon - Der vergangene Freitag war ein guter Tag für Gabriele Stiegler, denn am Freitag kam die Post. Für die Kirchseeonerin und ihre Nachbarn in der Hochriesstraße ist ein zugestellter Brief ein Ereignis. Denn seit einigen Wochen herrscht in der Straße der Post-Ausnahmezustand.

Der Eingangsstempel auf einem der Briefe, die am Freitag ankamen, ist über zwei Wochen alt. Immerhin ist der Brief jetzt da. „Wir sind froh, wenn wir überhaupt Post bekommen“, sagt Stiegler. Das war vergangene Woche am Dienstag und am Freitag der Fall. Die Woche davor nur einmal. Das sei in etwa der Rhythmus, in dem Briefe ankämen, erzählt sie. Und das schon seit August. „Ich weiß nicht mehr, wie oft ich schon bei der Post angerufen habe“, sagt Stiegler entnervt. Geholfen habe es nichts. Zugestellt würden meist nur Pakete – auch die häufig verspätet.

Als Ursache für die Schneckenpost hat die Kirchseeonerin akuten Austrägermangel ausgemacht. „Jedes Mal kommt eine andere Aushilfe“, sagt sie. Die Hilfszusteller seien mit der sich aufstauenden Briefflut überfordert.

Die Zeit reicht nicht für jeden Briefkasten

Dann erzählt Stiegler von dem Erlebnis, das für sie den vorläufigen Höhepunkt der Postkrise markierte: Als sie einen der Aushilfspostboten auf einen besonders dringlichen Brief angesprochen habe, sei der mit ihr zum Auto gegangen. „Das war rappelvoll mit Kisten, in denen Briefe gesteckt haben“, erzählt sie. „Ausnahmsweise“, habe der Postbote gesagt, bekomme sie ihre Briefpost. Die Zeit reiche einfach nicht, um jeden Briefkasten anzufahren.

Stiegler reicht’s. Der Ärger mit hat bereits im vergangenen November angefangen. „Seit damals bekommen wir montags gar keine Post mehr“, sagt sie. Und auch der Samstag sei als Zustelltag weggefallen, einfach so. „Ganz krass ist es aber seit acht Wochen.“ Bis vergangenen Dienstag sei eine Woche lang gar nichts angekommen.

Post: "An der Sache ist was dran"

Der Post ist das Problem bekannt. „An der Sache ist was dran“, räumte ein Konzernsprecher auf Anfrage der Ebersberger Zeitung ein „Ich kann mich nur dafür entschuldigen.“ Grund sei ein erheblicher Krankenstand in den vergangenen Wochen, der sich nicht nur in Kirchseeon, sondern auch im benachbarten Zorneding ausgewirkt habe.

Der Konzernsprecher versichert aber, so dramatisch wie in Stieglers Schilderung sei die Lage nicht. Er habe intern nachgeforscht: „Es ist ausgeschlossen, dass jemand nur einmal die Woche Post bekommen hat.“ In Einzelfällen könne ein Haushalt einmal zwei Tage leer ausgehen, die Post stelle aber selbst bei Personalnot wenigstens jeden zweiten Tag zu. Dafür würden auch befristet eingestellte Kräfte eingesetzt. Dass samstags gar nicht zugestellt werde, sei falsch.

Gabriele Stiegler bleibt dabei: Sie habe eine andere Erfahrung gemacht. „Anscheinend sind wir posttechnisch wieder im 18. Jahrhundert angekommen“, ärgert sie sich. Der Konzernsprecher versichert, man sei optimistisch, dass sich die Personalsituation bald wieder verbessere. Eine Garantie dafür gebe es aber nicht.

Wie die Ebersberger Zeitung erfuhr, fehlen im Zustellbereich Zorneding-Kirchseeon zeitweise gut drei Viertel der Austräger. Die Anwohner der Hochriesstraße müssen also auf das Beste hoffen Als die Post erfahren habe, dass Gabriele Stiegler sich an die Zeitung gewandt hat, hätte der Austräger die Anweisung bekommen, die Briefe, auf die Stiegler schon Wochen warte, aus der sich aufstauenden Post zu suchen. Eine Lösung für alle Anwohner ist das aber nicht. Vielleicht kommt nun aber Bewegung in die Sache: „Das Postauto vom Freitag war bis unters Dach voll mit Briefen“, erzählt Stiegler. „Da muss die Post der vergangenen vier Wochen dringewesen sein.

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