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Rasante Fahrten gab es beim Rasenmäher- und Bulldogrennen in Landsham zu sehen.

Gaudi in Landsham

Benzin im Blut und ein starkes Team im Rücken

Landsham - Zum dritten Mal gab es in Landsham ein Rasenmäher- und Bolldogrennen. Ausrichter war der Burschenverein 

Knatternd rasen die bunten Ungetüme an den Zuschauern vorbei, geben in der Kurve am Festzelt extra Zwischengas. Dreck fliegt durch die Luft. Und wenn er bis zu den Zaungästen fliegt, gibt es johlenden Applaus. Das dritte Rasenmäher-Bulldogrennen bei Landsham ist in vollem Gange und lockt an diesem heißen Tag hunderte Zuschauer an die Rennstrecke beim Kieswerk.

Zehn Teams haben Zelte an der Boxengasse aufgeschlagen und ihre fantasievollen Eigenbauten auf die Strecke gebracht. Die bunten Fahrzeuge erinnern nur noch entfernt an ihre Herkunft von der Landschaftspflege. Bis zu 100 PS leisten die getunten Bulldogmaschinen. Ihre 1000 Kubik-Motoren sorgen dafür, dass nicht nur die Fahrer Benzin im Blut, sondern auch die Zuschauer das Zweitaktergemisch in der Nase haben.

Nach der Qualifikation stehen insgesamt sieben Rennen und ein „Jubel-Kontest“ auf dem Plan, bei denen nicht nur fahrerisches Können gefragt ist. Auch die technischen Teams sind gefragt bei Kettenriss und Achsbruch, um den Bulldog samt Fahrer flugs wieder auf die Piste zu bringen. Wenn ein Team nur aus einem Fahrer besteht, helfen sich die Burschen gegenseitig, über alle Konkurrenzgedanken hinweg. Die zwei weitestangereisten Teams aus Niederösterreich sind Einzelkämpfer, aber ihre technischen Probleme werden gemeinsam gelöst.

Innerhalb der Strecke sitzt Florian Rapp vom Burschen- und Arbeiterverein Lands-ham auf dem Rennleitungs-Hänger. Er ist froh, dass bisher alles gut geklappt hat und dass die Sonne scheint. „Bei dem tollen Wetter haben wir wohl mehr als 1000 Besucher, vielleicht 1500, und abends zur „Boxenstopp-Party“ rechnen wir mit 500 Leuten. Netterweise können wir für das Fest eine Halle vom Kieswerk nutzen, sodass wir wirklich vom Wetter unabhängig sind.“

Während er und seine Assistentinnen die Runden auf dem Ring überwachen, betont er, dass der Tagessieger nicht immer der Fahrer mit der besten Zeit ist. „Es ist ein Team-Wettbewerb, denn kaum ein Bulldog hält alle Runden ohne ein Problem aus. Da sind dann die Mechaniker gefragt, um den Bulldog schnell zu richten und wieder auf die Piste zu bringen.“

Seit Dezember vergangenen Jahres haben die Mitglieder und Unterstützer(innen) des Landshamer Burschenvereins den Tag vorbereitet, Werbung auf anderen Festen getrommelt, Flugblätter gedruckt und verteilt, und eine Woche vor dem Rennen den Parcours hergerichtet.

Treue Fans und Unterstützer begleiten die Teams und sorgen für Superstimmung an der Tribünenkurve. Im roten Sommerkleid auf einer Bierbank stehend feuert die Mutter von Fahrer Michael Limmer den Piloten mit der Nummer 12 an. „Man muss halt des Benzin im Blut haben, sonst wird des nix.“ Woher er des hat? „!Mei, i geb au gern Gas, aber i bleib liaber auf der Strassn!“, lacht sie.

Torsten Pflittner

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