Vorklassen schon im Herbst 2018 geplant

Berufsschule in Zorneding rückt näher

Zorneding - Einzelhandel, Groß- und Außenhandel, Mechatronik sowie Lagerlogistik: Diese Bereiche könnten Angebote in der Berufsschule sein, die der Landkreis Ebersberg gemeinsam mit dem Landkreis München errichten will. Standort: Zorneding.

Vorgesehen sind jetzt unter anderem Abstimmungsgespräche mit der Industrie- und Handelskammer im Landkreis, der Kreishandwerkerschaft sowie dem Ministerium. Dabei soll auch ein regionales Profil eingebracht werden, wie Landrat Robert Niedergesäß (CSU) jetzt im Kreisausschuss betonte. Weitere Informationen über den Bedarf soll eine Probe-Einschreibung im kommenden Frühjahr bringen.

Erste Vorklassen könnten bereits im Herbst 2018 starten, möglicherweise in Feldkirchen (Landkreis München). Eine neue Schule könnte bis 2020/21 errichtet werden. Als Standort ist ein Grundstück in Pöring (Gemeinde Zorneding) im Gespräch. Das Areal war schon einmal für den Bau des vierten Gymnasiums im Gespräch.

Hintergrund: Der Landkreis Ebersberg ist in punkto Berufsschule ein weißer Fleck in der bayerischen Bildungslandschaft. Es gibt zwar berufliche Bildungsangebote wie die Krankenpflegeschule an der Kreisklinik oder die beiden Einrichtungen Berufsbildungswerk und Berufsförderungswerk in Kirchseeon, aber eben keine eigenständige Berufsschule. Das wollte der Landkreis schon länger ändern, scheiterte jedoch, zuletzt mit einem Vorstoß der SPD-Fraktion im Kreistag vor drei Jahren.

Nun aber hat sich die Situation wohl geändert, wegen des Zuzugs in die Region, der gewollten Steigerung der Attraktivität der berufliche Bildung aber auch, weil für junge Flüchtlinge Schulplätze gebraucht werden.

Im Kreisausschuss wurde die Entwicklung ausdrücklich begrüßt. Vorschläge kamen vor allem zur fachlichen Ausrichtung der Bildungseinrichtung. So gab Ernst Böhm (SPD) zu bedenken, dass Elektriker derzeit eine „Mangelspezies“ seien. Waltraud Gruber wollte den Bereich Pflege im Angebot haben. Das könnte sich das Ministerium gut vorstellen, so die Reaktion von Andreas Stephan, Abteilungsleiter im Landratsamt. Johann Schwaiger, CSU-Kreisrat und Kreishandwerksmeister, gab mit Blick auf die Einrichtungen im Umland zu bedenken: „Man muss schauen, dass keine andere Schule gefährdet wird, sonst bekommen wir Ärger."

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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