Legten sich für den guten Zweck ins Zeug: Ebersbergs Männer (beim Wurf Dominik Mertes, beobachtet von Philipp Ball) und Landesligist HSG Würm-Mitte. fotos: stefan rossmann

3511,96 Euro für Simbach

Ebersberg - Männerteams des TSV Ebersberg und der HSG Würm-Mitte sammelten zugunsten des überschwemmten Handball-Ortes.

Ausgiebiger Applaus brandete nach einem ganz besonderen Schlusspfiff in der Dr. Wintrich-Halle auf. Die gut 350 Zuschauer beklatschten den Einsatz der Handballer des TSV Ebersberg und der HSG Würm-Mitte. Auf dem Parkett bedankten sich die beiden Herrenteams für den Spendenbetrag von 3511,96 Euro, den ihr Benefizspiel zugunsten des eigentlichen Stars des Abends generiert hatte: dem TSV Simbach.

Während die Sportler aus dem niederbayerischen Überschwemmungsgebiet derzeit damit beschäftigt sind, kübelweise Wasser und Schlamm aus ihrer nagelneuen Turnhalle zu tragen, wollte ihnen die Ebersberger Sparte ein Zeichen der Solidarität senden. „Ein Vater einer meiner Spielerinnen hat vorgeschlagen, so ein Benefizspiel gegen Simbach zu spielen“, erklärte Felix Mäsel, Spartenleiter weiblich und treibende Kraft hinter der Hilfsaktion, die Entstehungsgeschichte. „Simbachs ehemaliger Jugendwart Thomas Brandmaier hat mir die Situation vor Ort geschildert, dass ihre Mädchen nicht einmal ihr Quali-Turnier spielen konnten und momentan andere Sorgen haben.“ Über zwei weitere Ansprechpartner fand Mäsel in der Landesliga-Herrentruppe der HSG Würm-Mitte schnell einen Zuschauermagneten und geeigneten Vertreter.

„Die Handball-Familie steht zusammen“, lautete das von allen Seiten viel beschworene Motto des Abends. Entsprechend ergriffen zeigte sich die angereiste Simacher Delegation. „Bei uns steht kein Stein mehr auf dem anderen. Halb Simbach ist einfach kaputt. Alles hilft, jeder Betrag und jede Hand“, bedankte sich Simbachs Herrenkoordinator Wolfgang Münzer vor dem Anpfiff bei den Zuschauern, deren Eintrittsgelder, Spenden und Verkaufserlöse direkt an die Flutopfer gehen. TSV-Vorstand Martin Schedo hoffte indes „auf eine Initialzündung für andere Vereine.“

Sportlich konnte der Bezirksligist über 40 Minuten hinweg bestens mithalten. Dabei halfen die beiden Drittligaverstärkungen Philip Ball und Falk Kolodziej tatkräftig mit. „Würm hat sechs Wochen nichts gemacht und einige Zeit gebraucht, um sich einzuspielen“, analysierte Mäsel die 23:28-Niederlage des TSV am Ende. „Mit fünf Toren zu verlieren ist tip top. Abgesehen davon hatte ich einen sensationellen und ergreifenden Eindruck. Die Leute sind mitgegangen und es ist ein Haufen Geld zusammengekommen.“

Ähnlich berührt von der solidarischen Atmosphäre zeigte sich Wolfgang Münzer: „Bis jetzt ist nur der TSV Ebersberg mit so einer Idee auf uns zugekommen, aber wir würden uns jedem Gegner gerne stellen."

Julian Betzl

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