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137 junge Frauen und Männer sind in Kirchseeon zum Abitur angetreten, 137 haben bestanden. Jetzt erhielt die Absolvia 2016 ihren verdienten Lohn in Form der Abiturzeugnisse. Das Foto entstand bei der Abschlussfeier in der Schulaula.

Absolvia 2016

„Kirchseeoner Jahrgang“ sagt Servus

Kirchseeon - Die Abiturienten 2016 des Gymnasiums Kirchseeon haben ihre Zeugnisse bekommen und darüber hinaus viel Lob und so manchen Tipp fürs Leben. Eine Feierstunde.

Wie oft hätten die Eltern in den vergangenen acht Jahren am umgesetzten Kinderwunsch gezweifelt? Wie oft seien die Lehrer an ihrer Berufswahl verzweifelt? Christian Czempinski, Leiter des Kirchseeoner Gymnasiums, würzte die Zeugnisvergabe an 137 erfolgreiche Abiturienten immer wieder mit launigen Worten und erinnerte nicht nur an die schönen, sondern eben auch an die schweren und weniger erfreulichen Stunden so mancher Schülerkarriere.

Er sprach in der Feierstunde vom ersten „Kirchseeoner Jahrgang“, der, weil er die junge Schule als erster Jahrgang von der fünften bis zur zwölfte Klasse durchlaufen habe, etwas ganz Besonderes sei. Das habe sich nicht zuletzt auch beim Abistreich gezeigt, der wegen seiner Originalität(die Schüler hatten die Fassade des Gymnasiums mit fast 12 000 Din-A-Blättern verhüllt) ein deutschlandweites Medienecho gefunden habe.

Czempinski zitierte in seiner ebenso kurzweiligen wie erfrischenden und doch nachdenklich stimmenden Abschiedsrede Studien, die der jungen Generation Angepasstheit, Smartphone-Sucht und Hinterherhecheln des Mainstreams vorwerfen. Er könne dies für den Abiturjahrgang 2016 nicht bestätigen. Er würdigte, ebenso wie es zuvor Landrat Robert Niedergesäß getan hatte, das große Engagement der jungen Leute für die bis kürzlich in der Schulturnhalle untergebrachten Asylbewerber. Er erinnerte daran, dass sie es gewesen seien, die die „Willkommenskultur“ gelebt und von der Schulleitung immer wieder mehr Engagement für die Flüchtlinge eingefordert hätten.

Czempinski lobte die Leistungsbereitschaft der jungen Frauen und Männer, was sich nicht zuletzt im Abiturdurchschnitt von 2,25 widerspiegele, er sagte wörtlich zu ihnen: „Wir werden auf Eure Kreativität, Eure Zivilcourage und politische Durchsetzungsfähigkeit zählen können.“ Hinzu komme Einsatzfreude und Einsatzwille, was ihn zu den Worten veranlasste: „Ihr seid ein guter Jahrgang. Meine Pension scheint gesichert“.

Trotzalledem mahnte der Schulleiter die Abiturienten, in ihrem künftigen Leben ihre Kritikfähigkeit auszubauen und Instanzen nicht um ihrer selbst Willen anzuerkennen, sondern diese zu hinterfragen. „Jetzt, wo Ihr die Schule verlasst, kann man Euch ja zu mehr Rebellion aufrufen“, fügte er an und riet dem ersten „Kirchseeoner Jahrgang“, sich auf seinem weiteren Lebensweg in bestimmten Situationen auch mal an den guten alten Götz von Berlichingen und den Spruch „Leck mich am Arsch“ zu erinnern.

Für die Absolvia 2016 traten Rosa Pfluger und Benjamin Kröger ans Mikrophon. Sie bedankten sich bei den Lehrern (vor allem den Mathe-Lehrern), die viel Freizeit geopfert hätten, um ihre Schützlinge zu einem erfolgreichen Abitur zu führen. Sie lobten den großen Zusammenhalt des Jahrgangs und erinnerten an die Ende vergangenen Jahres verstorbene Schulleiterin Gabriele Söllheim, die sie einst als Fünftklässler in Kirchseeon begrüßt habe. „Sie war immer für uns da, dass sie heute nicht da ist, macht uns sehr traurig“, sagte Benjamin Kröger.

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