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Die Fallzahlen des Ebersberger Amtsgerichts geben Einblick in die wirtschaftliche Lage im Landkreis.

Amtsgericht Ebersberg zieht Bilanz

Wohlstand - aber nicht für alle

Ebersberg -  Ein Blick auf die Fallzahlen des Ebersberger Amtsgerichts ist auch ein Blick auf die wirtschaftliche und soziale Lage der Landkreisbürger. Gerichtsdirektor Christian Berg sagt bei der Jahresbilanz: „Der Landkreis Ebersberg prosperiert.“

Zu seiner Interpretation kommt der Amtsgerichtsdirektor wegen der steigenden Zahl der Grundbuchvorgänge: 10.634 Urkunden gingen im Grundbuchamt des Amtsgerichts 2015 ein, das sind fast 1000 mehr als im Jahr davor. In den Urkunden geht es um das Eigentum der Landkreisbürger, -vereine und Unternehmen sowie der öffentlichen Hand. Ein Grundbucheintrag wird fällig, wenn Eigentum hinzukommt oder sich verändert, aber auch wenn Schulden oder Beschränkungen darauf eingetragen werden. Wächst die Zahl dieser Einträge, bedeutet dies, dass Kapital umgesetzt wird – besonders auffällig ist das sichtbar bei der Schaffung und Änderung von Wohneigentum, wo die Beurkundungen um mehr als 40 Prozent in die Höhe schnellten.

 Es wird also kräftig gebaut im Landkreis. Der Beurkundungs-Boom kommt der Staatskasse zugute: für das Jahr 2016 rechnet Berg damit, dass sein Grundbuchamt knapp sechs Millionen Euro Einnahmen durch Gebühren erwirtschaften wird.

Nicht alle profitieren

Eine Schattenseite hat die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Ebersberg aber ebenfalls – und zwar eine deutliche. „Es gibt anscheindend immer mehr Menschen, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können“, stellt der Direktor fest. Die Anzahl der Zwangsvollstreckungen lässt diesen Schluss zu. 6236 solcher Verfahren gab es 2015 – 16 Prozent mehr als 2014. 

Fünf Gerichtsvollzieher sind für das Amtsgericht Ebersberg im Einsatz, rücken mit dem „Kuckuck“ bei Zahlungsunfähigen oder -unwilligen an. Von dem Boom im Landkreis profitieren also längst nicht alle. Über die Frage des Warums will Gerichtsdirektor Berg aber lieber nicht spekulieren. Für den Juristen zählt, was am Ende verhandelt werden muss.8

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