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Zahlreiche Weiler, hier Sigersdorf, gehören zum Gemeindegebiet von Ebersberg. das sich über stolte 42 Quadratkilometer erstreckt. Das Breitband-Angebot auf dem Land ist unzureichend, die Stadt will das ändern.

Breitbandausbau

Ebersberg hat leider keine Knödelform

Ebersberg - Dass eine Figur in Knödelform einmal von Vorteil sein könnte, werden sich Fitnessverfechter nur schwer vorstellen können. Das Prinzip hat aber unangefochtene Gültigkeit, wenn es um Gemeinden und deren Infrastruktur geht.

Einer großen Herausforderung sieht sich die so gar nicht knödelig geformte Stadt Ebersberg in Sachen Breitbandausbau gegenüber. Ebersberg verfranzt sich als flächenmäßig große Gemeinde im Landkreis über ein Gebiet von stolzen 42 Quadratkilometern hinweg. Auch den hintersten Winkel mit moderner Breitbandtechnologie auszustatten, das wird teuer.

Neidisch haben die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses Richtung Zorneding geblickt. Denn die Gemeinde im westlichen Landkreis habe eben eine so schön praktische Knödelform, wie der Telekommunikationsexperte Josef Ledermann vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Baldham den Stadträten erklärte. Und nachdem im Bayerischen Breitband-Förderprogramm die Form eines Ortes keine Rolle spielt, müsse Ebersberg ungleich mehr aus dem eigenen Geldbeutel drauflegen als Gemeinden wie Zorneding. 60 Prozent der Kosten für den Breitbandausbau übernimmt der Freistaat Bayern, allerdings ist bei 600 000 Euro Schluss.

Die Stadt Ebersberg will die maximale Fördersumme voll ausschöpfen, also insgesamt eine Million Euro investieren, darauf haben sich die Räte schnell verständigt. Bereits vor einem Jahr hatten sie beschlossen, zwei Gebiete im Norden und Osten von Gmaind über Mailing bis Oberlaufing und Rinding endlich breitbandfähig zu machen. So richtig weit ist der Ausbau aber noch nicht gediehen, informierte Ledermann. Die Telekom habe ihm gegenüber von aufreibenden Kämpfen mit den Anwohnern gesprochen, denen nur schwer ein paar Quadratmeter Land für die notwendigen Verteilerkästen abzuringen seien.

„Das stimmt nicht“, konterte Martin Schechner (CSU), der selbst in dem Gebiet wohnt. Die Telekom habe sich erst jüngst mit ihrem Anliegen an die Grundbesitzer gewandt. „Von Kampf kann keine Rede sein“, und von Widerstand der Anwohner sowieso nicht. „Wir hoffen, dass im Herbst endlich Baubeginn ist“, so Schechner.

Der Ausbau im Norden und Osten wird etwa 700 000 Euro schlucken. Übrig sind also von der maximal förderfähigen Summe noch 300 000 Euro. In welches Gebiet soll man dieses Geld am besten investieren? In Richtung Traxl und Pollmoos, nach Aepfelkam oder doch besser nach Egglburg und Hörmannsdorf? Die weißen Flecken auf der Ebersberger Breitbandkarte sind noch üppig. Die Entscheidung soll in der nächsten Stadtratssitzung fallen. Doch auch die anderen Ebersberger Weiler müssen nicht unbedingt leer ausgehen. „Wenn die bayerischen Fördermittel ausgeschöpft sind, können Sie noch Bundesfördermittel zu gleichen Konditionen beantragen“, informierte Ledermann. „Allerdings müssen Sie wissen, ob die Stadt nach den ersten 400 000 Euro noch hunderttausende Euro mehr drauflegen will.“ Wie viel sich die Stadt letzten Endes den Anschluss einzelner Gehöfte kosten lassen will, werden die Räte in einer der nächsten Sitzungen entscheiden müssen. Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) gab zu Bedenken: „Einen Kanal baut man schließlich auch nicht überall hin.“

Schechner, im Weiler Mailing selbst ländlich wohnend, setzte dagegen: „Dieser Ausbau ist die Infrastruktur der Zukunft! Wir haben vor 50 Jahren beim Wasseranschluss ja auch nicht einzelne Ecken ausgelassen."

Uta Künkler

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