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Autos wurden vom Wasser herum gewirbelt oder verschwanden in den Fluten.

Land unter in Ebersberg

Starkregennacht: Landwirt rettet Frau aus abgesoffenem Auto

Ebersberg - Dramatische Szenen während der Unwetter in der Nacht auf Donnerstag. Betroffen war diesmal vor allem die Gegend zwischen Ebersberg und Grafing. Mehrere Menschen gerieten in höchste Gefahr.

Die Bundesstraße 304 verwandelte sich südlich von Ebersberg in einen reißenden Fluss. In der Bahn-Unterführung, eine tieferliegende Wanne, stieg das Wasser in rasender Geschwindigkeit an.

Frau bleibt mit Wagen in Unterführung hängen - Rettung in letzter Sekunde

Das wurde einer Frau zum Verhängnis. Sie blieb mit ihrem Auto hängen. Landwirt Josef Kendlinger, der seinen Hof ganz in der Nähe hat, kontrollierte gerade wegen der starken Regenfälle mit seinen Söhnen Michael und Josef die kleinen Bäche. Er war auf dem Feldweg unterwegs, der parallel zur B 304 oberhalb der Wanne verläuft, getrennt durch einen Zaun. „Wir sahen das Auto, die Frau konnte die Türen nicht mehr öffnen“, erzählt er.

Ohne lange zu zögern sprangen der 61-Jährige und sein Sohn Michael über den Zaun und hinunter ins Wasser. Sohn Josef sicherte mit einer Leine. Gemeinsam konnten sie die Autotüre aufreißen. „Wir hatten der Frau zugerufen, sie soll sofort aus dem Auto rausspringen. Wir haben sie dann aufgefangen.“ In diesem Moment kam auch schon die Ebersberger Feuerwehr.

„Wir waren total glücklich, dass das geklappt hat“, so Kendlinger. „Zwei Minuten später wäre es schon zu spät gewesen. Als wir raus gingen, war vom Auto nichts mehr zu sehen. Da hätte man wohl tauchen müssen, um die Frau zu retten.“ Die Situation war nicht ungefährlich. Aber Kendlinger war 35 Jahre Feuerwehr-Kommandant.

Mann (46) will helfen und wird in Rohr gesaugt

Riesiges Glück hatte auch ein 46-jähriger Mann aus dem Landkreis Rosenheim. Bei Wiesham sicherten Freiwillige das Gelände an einem Bach mit Sandsäcken. Der Mann kam laut Augenzeugen mit dem Auto vorbei, hielt an und half sofort mit. Plötzlich bemerkten die anderen Helfer, dass er verschwunden war. Er war in den Bach gestürzt. Die schnell fließenden Fluten drückten ihn durch ein Abwasserrohr. Er konnte geborgen werden, war laut Polizei ansprechbar und kam zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Unweit dieser Stelle hatte Elke Preißler (35) ein besonderes Erlebnis. Die Grafingerin saß bei ihrer Freundin im Auto. Sie suchten im Unwetter einen passierbaren Weg. Plötzlich sahen sie einen Mann, der sich am Rand der schon überfluteten Straße an einer Leitplanke festhielt. Er war zu Fuß unterwegs und wohl gestürzt, wie Preißler der EZ erzählt. Die Grafingerin stieg sofort aus und half dem Mann, nach ihrer Ansicht etwa Mitte 40, auf sicheres Gelände. „Das war gar nicht so einfach. Er war deutlich schwerer als ich.“ Der Mann in kurzer Hosen und T-Shirt habe wohl einen Schock gehabt, habe unverständliche Worte gemurmelt, sagte irgendetwas von einem Loch, in das er gestürzt sei und sei plötzlich im Regen verschwunden. „Ich habe ihn nicht mehr gesehen, er machte aber keinen angetrunkenen Eindruck“, so Preißler. „Es ging alles ganz schnell. Ich habe am ganzen Körper gezittert.“

Hochwasser in Ebersberg: Bilder

Feuerwehr hatte eine sehr unruhige Nacht mit 60 Einsätzen

Die Feuerwehren rund um Grafing und Ebersberg hatten eine unruhige Nacht. Die am Mittwoch gegen Abend einsetzenden Starkregenfälle führten zu zahlreichen Überschwemmungen. Insgesamt mussten 60 Einsätze bewältigt werden, berichtet Kreisbrandrat Andreas Heiß. Während in Grafing vor allem Straßen überflutet wurden, waren es im Ebersberger Stadtteil am Doktorbankerl Keller, die vollliefen.

Am Donnerstag waren Straßenmeisterei, Technische Hilfswerk und Feuerwehren vor allem damit beschäftigt, die Bundesstraße wieder für den Verkehr frei zu bekommen. Das Wasser musste abgepumpt und der Schlamm entfernt werden. Dazu wurden spezielle Maschinen angefordert, wie Frank Plate von der Straßenmeisterei Ebersberg erklärt. Schwere Schäden könnte es bei der ebenfalls voll gelaufenen Unterführung in Gsprait geben. Dort wurden die Bankette zerstört. Wann hier saniert werden kann, ist noch offen. Zunächst müssten andere Maßnahmen durchgeführt werden, so Frank Ruckdäschel vom Straßenbauamt Rosenheim.

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