Auf dem Roßkopf oberhalb des Spitzingsees: Die Teilnehmer der Alpenvereins-Wanderung genießen den Ausblick. Foto: kn

Mit Flüchtlingen in die Berge

Ebersberg - Bei einem speziellen Angebot können Migranten ihre neue Heimat besser kennenlernen. Das Projekt machte bei seiner Premiere allen Beteiligten großen Spaß.

Die Alpenvereins-Sektion Ebersberg-Grafing initiiert in diesem Sommer in Zusammenarbeit mit dem Ebersberger Helferkreis ein spezielles Bergwanderprojekt, das die Integration von Flüchtlingen unterstützen soll. So trafen sich erstmals zu ungewohnt früher Uhrzeit Martin Störkle, Alpenvereins-Trainer und Traudi Kirmeier, Koordinatorin des Ebersberger Helferkreises, mit 13 jungen Asylbewerbern an ihrer Unterkunft in der Wasserburger Straße, um mit ihnen und vier Ebersberger Familien in die Berge zu fahren. Der Alpenvereins-Bus und mehrere Privatautos boten genug Platz für alle Interessierten.

Der sehr steile, aber schattige Weg führte auf den Roßkopf oberhalb des Spitzingsees. Die jungen Männer bewältigten die knapp 600 Höhenmeter trotz leichter Turnschuhe und vieler großer Kühe am Wegesrand völlig mühelos. Einige waren sogar so fit, dass sie die teilnehmenden Kinder gut gelaunt zum Gipfel hinauf trugen.

Oben angelangt sah man allen die Freude und Begeisterung über die herrliche Landschaft an. Es wurden viele Fotos gemacht und auch der kleine Sessellift als Rastplatz getestet. Martin Störkle erzählt: „Wir kamen mit vielen von ihnen ins Gespräch und erfuhren im gemütlichen Gehen beeindruckende Geschichten ihrer Flucht. Unsere Kinder übten mit anderen Flüchtlingen neuen deutschen Wortschatz ein und erklärten ihnen alles, was sie sahen.“

Berührungsängste? Fehlanzeige! „Unser elfjähriger Sohn unterhält sich seitdem täglich - zumindest in Whats-App - mit seinem neuen 19-jährigen Freund aus Eritrea“, berichtet eine Familie.

Dank des optimalen Bergwetters konnte die große bunte Wandergruppe über die Firstalmen den schönen großen Rundweg bis zum See hinab gehen und dann zufrieden wieder nach Ebersberg fahren, das den jungen Männern im Übrigen auch sehr gut gefällt. Auf Anregung des Tourenreferenten Toni Helminger bieten sechs DAV-Trainer noch bis Oktober Flüchtlingen die Möglichkeit, an geführten einfachen Alm- und Bergwanderungen teilzunehmen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Helferkreises haben dabei eine wichtige Brückenfunktion. Die Sektion, die für diese Aktion auch ihren DAV-Bus zur Verfügung stellt, verfolgt dabei folgende Ziele: Flüchtlingen helfen, für einen Tag den Flüchtlingsalltag hinter sich zu lassen. Physischer und psychischer Ausgleich durch Bewegung in der schönen Bergwelt der bayerischen Alpen. Sich besser kennenlernen in einem entspannten Umfeld und ungezwungene Gemeinschaft zwischen Flüchtlingen und Einheimischen erfahren. Ganz konkret Integration durch persönliche Begegnung und gemeinsame Erlebnisse in der Bergwelt ermöglichen und fördern. „Die Bergwanderung zum Roßkopf war dazu ein gelungener Auftakt“, berichten Eva Störkle und Toni Helminger.

ez

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