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Drei so genannte Schöpfgruber werden derzeit am Ebersberger Volksfestplatz im Boden versenkt. Bisher ist das Abwasser der Schausteller laut Bürgermeister Brilmayer „teilweise irgendwie verschwunden“.

Kein Anschluss an den Kanal

Ebersberger Volksfest: Ärger ums Abwasser

Ebersberg - Die Vorbereitungen für das Ebersberger Volksfest nehmen Fahrt auf – und sorgen dabei für Ärger. Es geht um das Abwasser.

Kaum zu glauben: Teilweise landete das mit Fäkalien belastete Schmutzwasser des Festes bisher fliegenumschwirrt in einer offenen Grube in der Nähe des Beachvolleyballplatzes. Damit soll jetzt Schluss sein. Auf dem Volksfestgelände wird gegraben.

Verteilt auf das ganze Areal werden derzeit drei sogenannte Schöpfgruben angelegt. Dort wird künftig das Abwasser gesammelt. Die aus den Toiletten, dem Schankbereich und aus der Fischbraterei stammenden Wassermengen müssen separat über einen 300 Meter langen, flexiblen Schlauch zu einem großen Sammelcontainer am Südeingang des Festplatzes geleitet werden.

Die vorhandene, alte Grube sei bei einer anderen Veranstaltung schon einmal übergelaufen, berichtet Festwirt Martin Lohmeyer. „Das kann ich im Küchenbereich gar nicht gebrauchen.“ Bei dem natürlichen Gefälle drohe das Kanalwasser in die Schänke zu laufen.

Von den neuen Schöpfgruben und dem Sammelcontainer soll das Abwasser dann von einem Entsorgungsunternehmen abgeholt werden – zum Teil mehrmals täglich bei vollem Volksfestbetrieb. Anschließend wird es nach jetzigem Konzept zur Ebersberger Kläranlage gekarrt. Dabei wäre es auch anders und viel weniger aufwändig gegangen.

Drei Gruben werden derzeit angelegt

Bürgermeister Walter Brilmayer bestätigt, dass derzeit die drei Schöpfgruben auf dem Volksfestgelände durch die Stadt angelegt werden. Lohmeyer hat der Verwaltung seinerseits vorgeschlagen, dass er statt des flexiblen Schlauches zum Großcontainer lieber ein Kanalrohr eingegraben hätte. Er machte der Stadt sogar ein Angebot, die Kosten zu teilen. Eine Einigung scheiterte schließlich an einem städtebaulichen Vertrag, den der Eigentümer des Geländes nicht unterzeichnete, weil er ihm zu umfangreich war. Die Stadt hat das Gelände vom Eigentümer gepachtet, und an den Festwirt unterverpachtet. Lohmeyer wurde untersagt, die Grabungen vorzunehmen. Jetzt muss das Abwasser über einen 300 Meter langen Schlauch zum Container geleitet werden.

Das ist aber noch nicht alles: Denn von der Stelle, wo der große Container stehen wird, sind es zwar noch 20 Meter zum städtischen Kanal. Anschließen darf Lohmeyer aber dort nicht. Mit diesem Vorschlag befasste sich der Ebersberger Stadtrat dem Vernehmen nach in nichtöffentlicher Sitzung.

„Das ist einer späteren Bebauung vorbehalten“, bestätigt Brilmayer. Lohmeyer hingegen hält das jetzt beschlossene Entsorgungskonzept für wenig umweltverträglich. Erstens werde damit eine Menge Lastwagenverkehr erzeugt und außerdem müsse die Kläranlage in Langwied stoßweise große Abwassermengen aufnehmen.

Schon 2011 auf das Problem aufmerksam gemacht

Dass den bisherigen Umgang mit dem mit Fäkalien belasteten Wasser niemand auf dem Radar hatte, will Lohmeyer so nicht stehen lassen. Er habe die Stadt schon 2011 auf das Problem aufmerksam gemacht und so den Stein ins Rollen gebracht. „Nicht, dass die mir auf einmal das Volksfest zusperren“, schildert der Festwirt die damaligen Befürchtungen. Der Bürgermeister räumt ein, dass das Abwasser bis jetzt „teilweise irgendwie verschwunden ist“. Er verweist aber darauf, dass die Stadt in den letzten Jahren immerhin 400 000 Euro in die Festanlage investiert habe. Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Abwasserentsorgung liege beim Unterpächter, der den Platz für die Zeit des Volksfestes in Anspruch nehme.

Lohmeyer hingegen will nicht einleuchten, warum das Abwasser mühevoll und wenig umweltfreundlich mit Lastwagen abtransportiert werden müsse, wenn doch der Weg vom Containerstandort bis zum Kanalanschluss nur 20 Meter betrage. Seiner Schilderung nach hat ihm die Stadt sogar verboten, mit einer Schlauchbrücke über die Straße die letzten Meter bis zum Kanalanschluss zu überbrücken. Er berichtet außerdem, dass auch andere Veranstalter, wie zum Beispiel ein Zirkus, seine Fäkalien kürzlich in die offene Grube geleitet habe. „Es gehört einfach ein gscheites Konzept her“, sagt der Festwirt überzeugt.

Zwischenzeitlich war die Auseinandersetzung um das Abwasserentsorgungskonzept so eskaliert, dass schon vom Ende des Volksfestes die Rede war. Viele zufriedene Besucher der Traditionsveranstaltung und auch Sommergäste werden hoffen, dass es nicht so weit kommt.

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