21-Jähriger grapscht und schlägert im Vollrausch

Randale beim Glonner Dorffest endet vor Gericht

Ebersberg - Völlig ausgerastet war ein 21-Jähriger vergangenes Jahr auf dem Glonner Dorffest . Er begrapschte eine Besucherin und ging auf deren Freunde, die Security und die herbeigeeilten Polizisten los.

Erst wackelte der Zahn, dann fiel er aus. Das war der Preis, den ein Security-Mitarbeiter (33) bezahlen musste, als er beim Glonner Dorffest 2015 einen wild um sich schlagenden Betrunkenen bändigte. Der 21-jährige aus dem südlichen Landkreis hatte, weil er zuvor bei einer jungen Frau abgeblitzt war, eine Schlägerei angefangen. Sein Ausraster brachte ihn nun vor das Ebersberger Amtsgericht.

„Dazu weiß ich leider gar nichts“, sagte der Angeklagte. Stolze 1,88 Promille ergab ein Alkotest der Polizei – unter dem Rausch litt die Erinnerung. Zeugen aber gab es genug: Ihnen zufolge hatte der Landschaftsgärtner die junge Frau „angetanzt“ und begrapscht. Bis einer ihrer Freunde dazwischen ging.

Dies passte dem jungen Mann gar nicht. Er griff den 18-Jährigen an, schubste ihn und trat zu, worauf sein Widersacher zu Boden ging. Dies reichte dem Angreifer aber noch nicht. Er trat dem am Boden liegenden in die Seite. Sein Opfer, das als Zeuge vor Gericht stand, zog sich dadurch eine Rippenprellung sowie Schnitte an den Füßen durch am Boden liegende Glasscherben zu.

Die Bilanz: Ausgeschlagener Zahn, Riss im Ohrläppchen, Schnitte an den Füßen

Ein weiterer junger Mann (19) griff ein und schubste den Angreifer weg. Dafür kassierte er einen Faustschlag ans Ohr, worauf der Feinmechaniker ins Krankenhaus musste, da sein Ohrläppchen eingerissen war.

Vier Security-Mitarbeiter zerrten den betrunkenen Randalierer schließlich weg. Einen von ihnen erwischte er mit dem Ellbogen an der Lippe. „Herzlich lachen mag ich nicht mehr“, kommentierte der 33-Jährige vor Gericht seine Zahnlücke. Nach seiner Aussage wandte er sich an den Angeklagten „Darf ich dir noch einen Tipp geben: Beim nächsten Mal nicht mehr so viel trinken.“ Der Angeklagte, dem sein Ausraster sichtlich peinlich war, nahm den Ratschlag verschämt zur Kenntnis. Seit dem Vorfall trinke er gar keinen Alkohol mehr, erklärte sein Anwalt.

An dem Abend wurde der junge Schläger schließlich von der Polizei Ebersberg aufgegriffen. Vor den Beamten zeigte er wenig Respekt: Sie bekamen wüste Beschimpfungen zu hören, einer sogar einen Tritt vors Schienbein. Die Polizisten fesselten den Mann und fuhren ihn nach Hause.

Als Quittung für den ereignisreichen Abend, an den sich der Mann nicht mehr erinnern konnte, gab es von Richter Dieter Kaltbeitzer nach Jugendstrafrecht 40 Sozialstunden, eine Geldauflage von 750 Euro und einen Termin bei der Suchtberatung.

Von Michaela Sanktjohanser

Rubriklistenbild: © dpa

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