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Derzeit Parkplatz und Wertstoffinsel: Die SPD will, dass auf dem Areal an der Westseite der Eberhardstraße, Ecke Baldestraße, Wohnraum geschaffen wird.

Brilmayer kündigt an

Günstige Wohnungen für Ebersberg

Ebersberg - Wer über einen kleinen Geldbeutel verfügt und derzeit eine Bleibe im Landkreis sucht, braucht starke Nerven. Die Nachfrage wächst stetig, das Angebot ist verschwindend klein. Darum hat die Stadt Ebersberg den Bau von bezahlbaren Wohnungen derzeit im Fokus.

Ein Projekt mit 50 bis 100 Sozialwohnungen im Stadtgebiet stehe an, sei aber laut Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) noch nicht ganz spruchreif. Und jetzt überlegt die Kommune auf Antrag der SPD-Fraktion, ob sie innenstadtnah an der Eberhardstraße ein weiteres verwirklichen lässt.

Auf den rasanten Anstieg der Immobilienpreise im Münchner Speckgürtel will der Landkreis Ebersberg reagieren und gründet derzeit eine kommunale Wohnbaugesellschaft, die bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte. Das Prinzip: Die Gemeinden stellen kostenfrei Flächen zur Verfügung, auf denen die Wohnbaugesellschaft günstige Wohnungen baut und vermietet. Der Freistaat fördert diese Vorhaben befristet mit zinsgünstigen Darlehen. Nach 20 Jahren fällt das Grundstück samt darauf stehenden Gebäuden an die Gemeinde zurück, die dann wiederum die Wohnungen weitervermieten kann.

„Es würde uns als Kreisstadt gut zu Gesicht stehen, ein Grundstück einzubringen“, appellierte Elisabeth Platzer (SPD) im Namen ihrer Fraktion im Technischen Ausschuss an die Stadträte. „Wie dringend wir bezahlbaren Wohnraum brauchen, nicht nur für die wachsende Zahl anerkannter Asylbewerber, ist uns allen klar.“ Rosemarie Will von den Grünen ergänzte: „Altenpfleger, Friseure oder angehende Polizisten haben sehr große Probleme, hier Wohnungen zu finden. Aber diese Menschen brauchen wir in unserem Landkreis.“

Einen Grundstücksvorschlag hatten die Sozialdemokraten in ihrem Antrag gleich parat: Ein Areal auf der Westseite der Eberhardstraße, Ecke Baldestraße, auf dem derzeit Wertstoffcontainer, ein Parkplatz und ein vom Diakonischen Werk betriebenes Heim für Durchreisende untergebracht sind. Zwar schimpfte Gerd Otter (FW), das sei nicht der richtige Ort und man dürfe keine Parkplätze in Innenstadtnähe aufgeben. Dennoch einigten sich die Räte letztlich darauf, dass man mit der Idee an den Landkreis herantreten wolle. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass im Fall der Verwirklichung keine „billigen Wohnkisten“ gebaut würden, betonte Toni Ried (FW). Und auch Rupert Abinger (CSU) mahnte zur Vorsicht: „Wenn’s billig gemacht wird, ist das Gebäude nach 20 Jahren überall kaputt. Dann ist da ein Riss, und dort ist es hinüber, und wir stehen da und dürfen teuer sanieren.“ Bürgermeister Brilmayer hielt dagegen: „Der günstige Preis kommt nicht vom billigen Bau, sondern daher, dass wir das Grundstück kostenlos zur Verfügung stellen."

Uta Künkler

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