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In der Bahnhofstraße klafft ein Loch, das derzeit als Parkplatz genutzt wird. Hier soll gebaut werden.

Mehrfamilienhäuser an der Bahnhofstraße 

Ebersberg will Loch im Zentrum schließen

Ebersberg - Die Stadt hätte gerne mehr öffentliches Leben im Zentrum. Einerseits sollen  Ladengeschäfte im Sparkassengebäude dazu einladen, zwischen Einkaufszentrum und Marienplatz zu schlendern. Andererseits soll das gegenwärtige „Loch“ auf der Ostseite der Bahnhofstraße endlich geschlossen werden.

„Wir und auch die Städtebauförderung legen großen Wert darauf, dass das, was im direkten Umfeld vom Marienplatz passiert, zu unserer Stadt und zum Zentrumsquartier passt“, betonte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU). Insofern sei die Bahnhofstraße als eine Art Verlängerung des Stadtherzens Marienplatz zu sehen und möglichst innenstadtangemessen zu gestalten.

Der Entwurf sieht für das seit langem mehr oder minder brach liegende Areal gegenüber der Tiefgarageneinfahrt des E-EinZ vier großzügige Mehrfamilienhäuser vor; Tiefgarage und Platz für Ladengeschäfte oder Gastronomie im Erdgeschoss eingerechnet. Damit ein Einkaufsbummel dort auch realistisch wird, muss ein breiter Gehweg her, sind sich die Stadträte mit dem Stadtkernplaner Klaus Molenaar einig. „Unser Ziel ist es, einen Straßenraum zu schaffen, der langfristig als attraktiver Geschäftsbereich mit hoher Aufenthaltsqualität genutzt werden kann, wenn irgendwann kein Schwerlastverkehr mehr durchs Zentrum rollt“, sagte Architekt Molenaar.

Das gehe nur, wenn der Gehweg „von vorne bis hinten mindestens zwei Meter breit ist“, meinte Martin Schechner (CSU) und stellte einen entsprechenden Antrag, der einstimmig durchgewunken wurde. Weniger einig waren sich die Räte hingegen über die Größe der dreigeschossigen Häuser. „Viel zu dicht und massiv“, klagte Gerd Otter (FW), der als Anwohner von Diskussion und Entscheidung ausgeschlossen war in der Bürgerfragezeit. „Grenzwertig“, meinte auch Rosemarie Will (Grüne) und sagte, sie würde den freien Blick auf das Kirchenschiff der Stadtpfarrkirche St. Sebastian „schon sehr vermissen“. „So wie’s jetzt ist, ist es doch auch nicht gerade ein besonders attraktives städtebauliches Highlight“, setzte Elisabeth Platzer (SPD) dagegen. Und auch Bürgermeister Brilmayer sprach von einem „Riesenloch“, das mitten im Zentrum klaffe und endlich geschlossen werden müsse. „Man kann im Leben nunmal nicht alles haben, da müssen wir den Blick auf die Kirche eben aufgeben“, sagte er.

Kleiner zu planen ist laut Stadtplaner Molenaar keine Option. „Die Ostseite der Bahnhofstraße braucht eine vernünftige Fassung, ein dreigeschossiger Bau ist hier durchaus verträglich.“ Im Gegenteil, wenn man zugunsten des Blicks auf die Kirche nur mehr zweigeschossig planen würde, laufe das Projekt Gefahr, Kasernenflair zu bekommen.

Die Pläne werden nach einstimmigen Beschluss nun im Rathaus für die Öffentlichkeit ausgelegt.

Uta Künkler

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