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Vor dem Landgericht wird gegen den 22-jährigen Muhammad D. verhandelt. Er hatte seine Freundin mit einem Küchenmesser schwer verletzt.

Prozess vor Landgericht

Freundin Messer in Bauch gerammt

München/Ebersberg - Von der Liebe scheint nicht mehr viel übrig zu sein. Es ist zu viel passiert.

Johanna P. (23, Name geändert) würdigt ihren Ex-Verlobten im Gerichtssaal keines Blickes. Während sie aussagt, schüttelt Muhammad D. (22) den Kopf, seiner Familie im Publikum zischt er mehrmals zu: „Sie lügt!“. 

Was war passiert? Es geht um eine gewaltsame nächtliche Auseinandersetzung in Ebersberg, bei der der Täter seine Freundin mit einem Messer schwer verletzte. Am Mittwoch war deswegen Prozessauftakt vor dem Landgericht in München. Der Staatsanwalt wirft D. vor, seiner Ex-Verlobten nach einer Partynacht ein Küchenmesser in den Bauch gerammt zu haben, weil sie die anstehende Hochzeit verschieben wollte. Eifersucht als Motiv? D. widerspricht: „Es war ein Unfall. Es tut mir unendlich leid.“ Seine Verteidiger Lutz Libbertz und Anja Aringer betonen, P. sei auch heute noch die große Liebe ihres Mandanten. 

Der Fall laut Anklage: D., ein drahtiger Hausmeister und ehemaliger Drogendealer aus dem Münchener Hasenbergl, soll seine Freundin nach einem Streit über die anstehende Hochzeit mit der 19-Zentimeter-Klinge in deren Ebersberger Wohnung verletzt haben. Das Messer traf Leber und Magenvorderwand, verfehlte aber die Hauptschlagader. Das war großes Glück für Johanna P. D. hatte anschließend selbst den Sanka gerufen, das rettete seine Verlobte – und laut Staatsanwalt den Angeklagten vor einer Anklage wegen versuchten Totschlags. 

Muhammad D. erzählte hingegen eine ganz andere Geschichte. Johanna sei sehr betrunken gewesen an diesem Abend. Zurück in der Wohnung habe sie Sex gewollt, was er abgelehnt habe. Daraufhin habe Johanna ihm vorgeworfen, ständig mit anderen Frauen zu schlafen. Plötzlich sei sie mit dem Messer vor ihm gestanden. Er will es ihr abgenommen haben – sie aber habe weiter auf ihn eingeschlagen. Beim Versuch, den Schlägen zu entgehen, sei es zu dem „Unfall“ gekommen. Johanna sei ein „emotionaler und aufbrausender Mensch“, sagt D. Schon Tage zuvor habe sie vor Wut über angebliche Nebenbuhlerinnen nach einem Messer gegriffen und in das gemeinsame Bett gestochen. Die Zeugin Johanna P. weist das vehement zurück. D. habe gedroht: „Wenn du mich verlässt, bringe ich dich um.“ P. sagt, seit der Tat nicht mehr ohne Antidepressiva schlafen zu können. Sie und ihre fünjährige Tochter seien seitdem in psychiatrischer Behandlung. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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