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Wer ab Juli außerhalb der Sprechzeiten einen Arzt braucht, muss nicht mehr aufwändig suchen. Er begibt sich künftig direkt in die Kreisklinik Ebersberg.

Pilotprojekt startet im Juli

Kreisklinik Ebersberg als zentrale Anlaufstelle

Ebersberg - Wer ab 4. Juli außerhalb der Sprechzeiten einen Arzt braucht, muss nicht mehr aufwändig suchen. Er begibt sich künftig direkt in die Kreisklinik Ebersberg. Der Landkreis ist Pilotregion einer verbesserten, aber auch zentralistischeren bereitschaftsärztlichen Versorgung

Hausärztemangel, überlastete niedergelassene Mediziner, Praxen ohne Nachfolger, überlaufene Notaufnahmen an den Kliniken: Die Versorgung von Kranken außerhalb der regulären Dienstzeiten, an Wochenenden und an Feiertagen hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr selbst zum Patienten entwickelt – gerade auf dem Land. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) hat schon viele Therapien ausprobiert. Unter anderem wurden auch Fachärzte verpflichtet, nachts und an Wochenenden ihre Praxen zu öffnen – 22 000 sind es in ganz Bayern.

Im Herbst vergangenen Jahres ging die KVB mit einer weitreichenden Reform an die Öffentlichkeit. Ebersberg ist einer der Pilotlandkreise, in denen das neue Angebot ausprobiert wird.

In knapp zwei Wochen geht’s los. Das System taugt dazu, viele Probleme zu lösen. Es hat aber auch einen Haken: Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird zentralisiert. Bis dato gibt es ihn in an unterschiedlichen Orten im Landkreis. Wer gezwungen ist, ihn in Anspruch zu nehmen, muss künftig in Kreisklinik nach Ebersberg kommen. Es gibt allerdings auch etliche Ausnahmen.

KVB-Sprecherin Birgit Grain versichert, alle Weichen seien gestellt. Am 4. Juli könne man wie geplant starten. Bereits seit Jahren ist der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassen am Klinikum angesiedelt, bislang allerdings nur an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 21 Uhr. Unter der Woche wechselten sich die niedergelassenen Ärzte ab – in ihren Praxen, mit ihrem Personal. Damit ist jetzt Schluss.

„Ab 4. Juli ist die Kreisklinik immer Anlaufstelle“, kündigt Grain an, „montags, dienstags und donnerstags von 18 bis 21 Uhr sowie am Mittwoch und Freitag bereits von 16 bis 21 Uhr“. Die KVB-Sprecherin erklärt, dass viele Praxen mittwochs und freitags am Nachmittag geschlossen seien. „Diese Lücke schließen wir jetzt.“

Die Bereitschaftspraxis befindet sich im Erdgeschoss der Kreisklinik neben der zentralen Notaufnahme. Die niedergelassenen Ärzte bieten hier ihre Dienste an, laut Grain mit gesondertem Personal, das von der KVB angestellt ist. Geplant sind zudem so genannte Pool-Ärzte. „Dabei handelt es sich zum Beispiel um Klinikärzte, die bei uns etwas dazuverdienen wollen“, sagt die KVB-Sprecherin.

Wer außer Stande ist, die zentrale Praxis aufzusuchen, wird von der KVB nicht im Stich gelassen. „Neu ist auch, dass es eigene Ärzte gibt, die mit Autos der KVB und eigenen Fahrern unterwegs sind“, so Grain. Das sei die zweite neue Säule. Sie erwartet sich erhebliche Verbesserung: „Bisher musste die Hausbesuche der gleiche Arzt machen, der auch Dienst in der Praxis hatte.“ Lange Wartezeiten seien oft die Folge gewesen.

Verbesserungen sehen die Kassen nicht zuletzt auf Seiten der Ärzte. Grain zieht Bilanz: „Es wird immer schwerer, freiwerdende Hausarztpraxen neu zu vergeben. Für viele ist das bis dato nicht zuletzt wegen der vielen Bereitschaftsdienste nicht mehr attraktiv.“ Die Folge: „Die Belastung jedes einzelnen wurde immer größer.“

Die Kreisklinik steht dem Pilotprojekt positiv gegenüber. Stefan Huber, Geschäftsführer des Hauses, erinnert an das vielfach angestimmte Klagelied von der Notaufnahme, die wegen Notfällen, die gar keine sind, überlaufen werde. Gleichzeitig steige das Defizit, denn die volle Vergütung zahlen die Kassen nur bei echten Notfällen. Huber geht davon aus, dass Patienten im Klinikum nach dem 4. Juli unproblematisch an die richtige Adresse geschickt werden. Daher, so der Geschäftsführer, sei man gerne bereit, Räume bereitzustellen und entsprechend herzurichten. 

Wichtige Info für Patienten: Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr unter der kostenlosen Nummer 116 117 erreichbar. Wer akut oder lebensbedrohlich erkrankt beziehungsweise verletzt ist, wendet sich wie bisher an den Notruf 112 und fordert über die Integrierte Leitstelle Rettungsdienst beziehungsweise Notarzt an.

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