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Mit Playmobilfiguren wird die Stadtgründung Ebersbergs auf Youtube erklärt.

Plastikritter als Werbeträger

Playmobil-Figuren erklären Ebersberger Stadtgeschichte

Ebersberg - Die Ebersberger Stadtführungen sind ausgebucht, das Angebot wird demnächst sogar für Kinder aufbereitet. Ein kleines Video über die Geschichte der Stadtgründung  steht bereits im Netz. Dort wird kindgerecht mit Playmobil-Figuren erklärt, wie es zur Siedlungsgründung kam.

Eiszeitliche Formationen, ein reicher Fundus an Geschichte, Ortshistorie, die auch für Auswärtige von Interesse ist: Das alles hat die Region im Münchner Osten zu bieten. Ein Pfund, mit dem man wuchern könnte.

„Ich habe immer schon gesagt, dass der Landkreis Ebersberg mehr ist, als eine Durchgangsstation zwischen München und den Bergen.“ Der Grafinger Historiker und Stadtarchivar Bernhard Schäfer sieht sich in seiner Meinung bestätigt, erst recht, nachdem am Montag in Ebersberg ein Treffen des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg stattfand. Thema des Abends war der überraschende Erfolg, den der Historiker und Journalist Thomas Warg mit seinen Stadtführungen in der Kreisstadt erzielt hat und von dem er berichtete.

Das Interesse begeistert alle. Die Führungen sind ausgebucht, das Angebot wird demnächst sogar für Kinder aufbereitet. Ein kleines Video über die Geschichte der Stadtgründung Ebersbergs steht bereits im Netz. Dort wird kindgerecht mit Playmobilfiguren erklärt, wie es zur Siedlungsgründung kam. Echt sehenswert.

Der Ebersberger Erfolg macht die Nachbarschaft neugierig. Schäfer und Warg berichten, dass es demnächst zu einem gemeinsamen Gespräch mit den beiden Bürgermeistern der Stadt Ebersberg und Grafing, Walter Brilmayer (CSU) und Angelika Obermayr (Grüne) kommen wird. Angedacht ist, die Stadtführungen auch in Grafing zu organisieren. „Das muss alles erst aufbereitet werden“, sagt Schäfer und kündigt an: „Wenn, dann wollen wir das auch mehrsprachig anbieten. Wir haben viele französische und italienische Gäste in der Stadt.“

Auch andere Orte haben Interssantes zu bieten. Der Grafinger Historiker berichtet, dass es in Glonn zum Beispiel sehr alte Siedlungsspuren gibt. Sie sind noch älter als die Reste der bronzezeitlichen Höhensiedlungen in Elkofen oder die „Keltenschanze“ bei Taglaching. Das alles könnte Ziel einer Wanderung sein, die Warg als „Outback-Führungen“ bezeichnet.

Bemühungen, das Interesse am Mittelzentrum Ebersberg/Grafing zu wecken, gibt es schon länger – aber auf unterschiedlichste Weise. Der Tourismusverein Grafing zum Beispiel versucht seit geraumer Zeit und mit Erfolg, auf Messen die Aufmerksamkeit eines internationalen Gästepublikums auf Grafing zu lenken. Die zahl der Übernachtungen steigt seit Jahren. Schäfer hofft deswegen, dass sich im Bemühen, die Region im „besten Licht“ erscheinen zu lassen, Verbündete finden werden, die er zum Beispiel auch in der Arbeitsgemeinschaft Heimatkunde Grafing vermutet. Warg und Schäfer sind weiter auf der Suche nach Unterstützung für dieses interessante Projekt, das möglicherweise auch Thema im Grafinger Stadtrat oder im Werbering sein könnte. „Wenn das gut läuft, ist vielen gedient“, gibt Schäfer zu bedenken. „Den Kunden, der Gastronomie den Gästen und den Ortschaften.“

Wissenschaftliche Aufbereitung sei das eine, sagt Schäfer, das andere sei, die Informationen aufzubereiten und so zu vermitteln, dass „sie von einem breiten Interessentenkreis angenommen werden“. Die wachsendes Resonanz auf das Angebot in der Kreisstadt beweist, dass das Warg offensichtlich gelungen ist.

„Das Besondere an den Stadtführungen in Ebersberg ist ihre modulare Bauweise“, berichtet Warg. „Es gibt Kurzfassungen, Führungen für Teilnehmer, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ein Angebot bald auch für Kinder und für Menschen mit besonderen historischen Interessen“, zum Beispiel am ehemals bedeutsamen Wallfahrtsort Ebersberg, der eine Ausstrahlung hatte bis hinein nach Südtirol. Insofern hat das Bemühen um überregionales Interesse am Landkreis sogar ein historisches Vorbild.

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