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Seit Monaten darf die Brücke über die B 304-Südumfahrung von Ebersberg nicht mehr befahren werden. Das Bauwerk hatte sich aufgrund des moorigen Untergrunds gesenkt. Gegner der Straße hatten 30 Jahre lang auf die schwierigen Bodenverhältnisse hingweisen. Ende Oktober soll mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen werden.

Und das nach nur sieben Jahren

Straßenbauamt: Ebersberger Südumfahrung "großer Sanierungsfall"

Ebersberg - 30 Jahre lang hatten Gegner der Ebersberger Südumfahrung gegen die Straße gekämpft und auf die schwierigen Bodenverhältnisse im Laufinger Moos hingewiesen. Ohne Erfolg. Die Straße wurde gebaut. Sieben Jahre später ist sie ein Sanierungsfall.

Ebersberg – Ist das bereits der Einstieg in eine Totalsanierung der Südumfahrung von Ebersberg? Jetzt wurden beim Straßenbauamt Rosenheim die Angebote eröffnet. Ausgeschrieben waren umfangreiche Reparaturarbeiten an den Auffahrten zur Brücke in die Laufinger Allee. Nach Angebotseröffnung sollen zügig die Aufträge vergeben werden.

Wie berichtet, haben sich unter den Auffahrtsrampen riesige Hohlräume gebildet, wie auch Probebohrungen bestätigten. Die Stabilität der Straße ist nicht mehr gegeben. Das erst vor sieben Jahren errichtete Brückenbauwerk ist deshalb seit Monaten bereits gesperrt – allerdings gibt es immer wieder unvernünftige Autofahrer, die trotzdem ihr Glück versuchen. Das weiß auch Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer, der froh darüber ist, „dass wir hier nicht die Kontrolleure sind“.

„Das ist eine Katastrophe und muss in großem Umfang saniert werden“, bestätigt Matthias Kreuz vom Straßenbauamt Rosenheim. Geplanter Baubeginn der Maßnahme ist der 31. Oktober 2016. Fertigstellungstermin „mit den notwendigen Anpflanzungen“ ist der 5. Mai 2017, bestätigt Kreuz. Es ist also weiterhin mit einer langen Sperre der Brücke zu rechnen.

Die Baudauer von einem halben Jahr erklärt sich mit den riesigen Erdbewegungen, die zur Sanierung des Brückenbauwerks notwendig werden, und die aus den Ausschreibungsunterlagen hervorgehen. Unter anderem müssen 3500 Kubikmeter Boden aus Kiessanden abgegraben und seitlich gelagert werden. Auch die verwendeten Leichtbaustoffe müssen in einem Umfang von 1600 Kubikmetern ausgebaut und gelagert werden, weil sie später offensichtlich wiederverwendet werden sollen. 2800 Kubikmeter Kiessande werden anschließend entsorgt. 1600 Kubikmeter Leichtbaustoffe, im wesentlichen Glasschaumschotter, werden neu eingebaut. Insgesamt summiert sich die Menge der Erdbewegungen auf nahezu 10 000 Kubikmeter – eine Großbaustelle. Die Menge an Baumaterial entspricht in etwa dem, was auf 500 großen Bausattelzügen Platz hat.

Kreuz hat den Sanierungsfall mit seinem Chef bereits persönlich in Augenschein genommen. „Das wurde auf einem moorigen Untergrund errichtet“, ist der wenig überraschende Schluss, den er aus diesem Ortstermin zieht. Die Absenkungen an dieser Stelle sind derart grob, dass sogar die massiven Leitplanken reißen oder teilweise in der Luft hängen. Kreuz will nicht ausschließen, dass auch die Umfahrung selbst zum „großen Sanierungsfall“ werden könnte. Der Baugrund sei einfach zu problematisch.

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