Ungeeignet: Der alte Bahndamm von Grafing-Bahnhof nach Moosach taugt nicht zum Radweg, sagt der ADFC. Foto: sro

ADFC: Bahndamm als Radlweg ungeeignet

Moosach - Der Vorschlag, auf dem alten Bahndamm von Grafing nach Moosach und weiter nach Glonn einen Radweg zu installieren, sorgt für ein öffentliches Für und Wider.

Jetzt haben sich die „Radprofis“ in die Diskussion eingeschaltet: Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), Kreisverband Ebersberg, hält den Vorschlag für ungeeignet.

„Der werbewirksame Auftritt der Landkreispolitiker, welche auf dem seit 1970 aufgelassenen, ca. zehn Kilometer langen Bahndamm von Glonn nach Grafing-Bahnhof einen Radweg ,aufs Gleis setzen’ möchten, hat zumindest einen positiven Aspekt: Er zeigt, dass man an die Rad fahrenden Menschen denkt und mit in Aussicht gestellten Wohltaten auf Zustimmung und Unterstützung der Bürger hofft. Das Projekt ist aber hierfür denkbar ungeeignet“, sagt ADFC-Vorsitzender Norbert Berger klar.

Als vor zwölf Jahren der Panoramaradweg Isar-Inn unter Mithilfe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club geplant worden sei, sei da auch der Gedanke gewesen, ob man denn von Baumhau bis Grafing-Bahnhof auf dem Bahndamm einen Radweg errichten könnte. „Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt hat dies damals abgelehnt. Da sich in der Sache, sprich: dem ökologischen Wert des aufgelassenen Bahndamms, nichts geändert hat, hat der ADFC seitdem auch keinen neuen Vorstoß gemacht.“ Zweifellos sei das Radfahren auf der alten Moosacher Strecke an unübersichtlichen Kurven gefährlich, wenn unachtsame Autofahrer unterwegs seien. „Aber diese Problematik stellt sich flächendeckend“, so Berger. Gleichzeitig sei es auch so, dass umso schneller gefahren werde, je übersichtlicher die Straße sei. „Als Radler meidet man daher Rennstrecken wie z. B. die EBE 13 von Grafing nach Glonn. Da fährt man lieber auf vergleichsweise schmalen und kurvigen Sträßlein wie der St 2351, die sich noch in die Landschaft einfügen und wo von den Autofahrern noch weitgehend erträgliche Geschwindigkeiten gefahren werden.“ Sein Vorschlag: An unübersichtlichen Stellen müsse man halt so radeln, dass der Autofahrer den Radler frühzeitig sehe und keinesfalls zum Überholen verleitet werde, wenn der Gegenverkehr nicht einsehbar sei. „Dies setzt aber eine selbstbewusste Fahrweise voraus, die nicht jeder Radler beherrscht“, so der ADFC-Vorsitzende. „Unter der Voraussetzung, dass dies ist mit dem Naturschutz vereinbar ist, halten wir die Planung einer ca. 1,5 km langen radelbaren Verbindung von Taglaching bis Pierstling, unter Einbeziehung des direkt am Bahndamm entlang verlaufenden Weges zur Kläranlage, allerdings für durchaus überlegenswert“, macht er einen Alternativvorschlag.

Diese Route wäre für Pendler von Taglaching und Pienzenau nach Grafing-Bahnhof durchaus interessant. „Wenn sich die Politiker für die Rad fahrenden Bürger in ihren Gemeinden einsetzen wollten, so Berger, „sollten sie sich darum kümmern, dass für Radler an/auf der EBE 8 von der Seeschneider-Kreuzung bis Nettelkofen und weiter nach Grafing-Bahnhof ein sicheres Fortkommen möglich ist, der Rad-/Fußweg von Grafing-Stadt nach Grafing-Bahnhof am Steilstück so nachgebessert wird, dass er nicht immer wieder ausgewaschen wird, der Radweg von Wetterling bis zur Abzweigung nach Herrmannsdorf verlängert wird, usw., usw. Unsere Wunschliste ist lang.“ Ein Radweg auf dem aufgelassenen Bahndamm von Glonn nach Grafing-Bahnhof finde sich darin momentan jedenfalls nicht. mps

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