Die alten und neuen „Macher“ der „Moosacher Streifzüge“ (v.l.) Veronika Siebert (das „fleißige Lieschen“ der ersten Stunde), Edy Wild (Streifzug-Redakteur „Zeckenbiss“), Hanns Mutzbauer (Gründungsmitglied) und Michael Eisenschmid (heutiger Herausgeber). Weitere Redakteure sind: Hans Haager, Herbert Weidlich, Eugen Gillhuber, Traudl Reith und Martin Schneider. Foto: Otto Hartl

Dahoam is dahoam - mitten in Moosach

Moosach - Die „Moosacher Streifzüge“ feiern 40-jähriges Jubiläum: Ein Mitteilungsblatt bildet das Leben der Dorfgemeinschaft ab.

40 Jahre „Moosacher Streifzüge“: Das Jubiläum der gerne gelesenen „Ortspostille“ sollte gebührend gefeiert werden. Am vergangenen Wochenende wurden dazu im Rahmen eines Festabends mit prominenten Gästen und einer interessanten Ausstellung in der Rudolf-Obermayr-Halle Erinnerungen geweckt.

1976 gründete der damalige CSU-Vorsitzende Alois Angerer das Mitteilungsblatt „um die Moosacher zu informieren, den Vereinen eine Stimme zu geben und auf Veranstaltungen hinzuweisen“. Die heutige stolze Bilanz: Seit 1976 sind 158 Ausgaben mit Berichten auf rund 3600 Seiten erschienen.

Vier Ausgaben pro Jahr gibt es und wenn man den Machern glaubt, „verschlingen“ die Moosacher regelrecht jedes neue Exemplar, wenn es in den Haushalten ankommt. Bürgermeister Eugen Gillhuber würdigte die hohe Bedeutung der „Moosacher Streifzüge“ in seinem Grußwort als parteiübergreifendes Informationsblatt und lobte die alten und aktuellen Autoren „über den Schellenkönig“. „Man findet in den ,Moosacher Streifzügen’ aktuelle Ereignisse, Moosacher Geschichten und Geschichte, sowie Veranstaltungen jeder Art“.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber stellte in seinem Grußwort das Gründungsjahr 1976 in Zusammenhang mit „Gold-Rosi-Mittermeier“, die in diesem Jahr drei Olympische Medaillen nach Hause brachte und den FC-Bayern, der im gleichen Jahr zum dritten Mal in Folge den Europokal der Landesmeister gewonnen hatte. Ja, so berühmt seien die „Moosacher Streifzüge“, dass sie mit solch großen Ereignissen gleichgesetzt würden.

Glaubt man den Berichterstattern der Moosacher Streifzüge, ist in ihrem kleinen Ort die Welt noch in Ordnung, so wie in der TV-Serie „Dahoam is dahoam“. Diese beliebte TV-Serie des Bayerischen Rundfunks könnte hier entstanden sein, denn der Drehbuchautor, Tobias Siebert, ist in Moosach aufgewachsen. Deshalb durfte er auch die Festrede vor großem Publikum halten, und er hat dabei tatsächlich verraten, dass seine Erlebnisse in seinem alten Heimatdorf in seinen Ideen zu der Serie umgesetzt worden seien.

Moosach, so Siebert, sei für ihn eine Quelle der Inspiration gewesen, als er als Kind und Jugendlicher seine Umgebung hier „eroberte“. Siebert erinnerte sich daran, dass in Moosach die erste transportable Achterbahn der Welt gebaut worden sei. Dieses Erlebnis habe er in einem Komödienstadel für den Bayerischen Rundfunk verarbeitet.

„Moosach war für mich die berufliche Rettung“, so der bekannte Autor: „Als ich 2007 engagiert wurde, um eine tägliche Serie für das Bayerische Fernsehen zu kreieren, konnte ich sofort in den Fundus meiner Vergangenheit in Moosach greifen und damit entsprechend authentisch erzählen.“ Zum Beispiel habe er den Bürgermeister der TV-Serie Schattenhofer genannt, weil er ihn aus dem Bauernhof in Schattenhofen bei Moosach abgeleitet habe. „Über solche Details hinaus war das Grundthema der Serie für mich, zu zeigen, wie man die Chancen der Dorfgemeinschaft nutzen kann. Dafür war mir Moosach immer ein Vorbild. Insofern können Sie, liebe Moosacher, mit Recht behaupten, dass es ohne Sie die Serie in dieser Form nicht gäbe. Sie alle sind damit Teil der Erfolgsgeschichte von „Dahoam is Dahoam“. Die Dorfgemeinschaft sei aber auch das Grundthema der „Moosacher Streifzüge“ und erkläre damit ihre 40-jährige Erfolgsgeschichte.

Als der Germanist und ehemalige Gymnasiallehrer Peter Maicher in den 80er-Jahren als Redakteur „mitmischte“, wurden die Moosacher Streifzüge das, was sie heute sind: eine unterhaltsame und informative Lektüre für alle Moosacher. Heute „pulsiert das Herz der Gemeinde in den Moosacher Streifzügen“. Die ganze Dimension erschloss sich dem Referenten der Festansprache bei der Durchsicht der 3600 Seiten in den bisherigen 159 Ausgaben. „Es war eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit im Dorfleben“, und „hier bin ich aufgewachsen, hier war ich zuhause, hier ist meine Heimat“. Eben: Dahoam is Dahoam.

In der Jubiläumsausstellung der Moosacher Streifzüge konnten die Besucher die Titelblätter sämtlicher bisher erschienenen Ausgaben bestaunen, in den ausgestellten nachgedruckten Exemplaren blättern und sich dabei auch an viele alte Geschichten erinnern.

Von Otto Hartl

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