Gut gelaunt nahmen die Abiturienten ihre Zeugnisse entgegen, die ihnen die Allgemeine Hochschulreife bescheinigen. Auf der Bühne ging es dementsprechend temperamentvoll zu. Eine gewisse Erleichterung war spürbar. Foto: Jürgen Rossmann

Absolvia 2016: Auf ins neue Leben

Grafing - Das Grafinger Gymnasium freut sich mit dem Abiturjahrgang 2016 über einen erfolgreichen Abschluss. "Have a nice life."

„Have a nice day“: Dieser musikalische Wunsch begleitete den Grafinger Abiturjahrgang 2016 am Freitagnachmittag, an dem die Schüler in der Stadthalle in ihr weiteres Leben verabschiedet wurden. Und, so viel ist klar, dieser Tag gehört für die Gymnasiasten zu den wenigen, an die sie sich ihr ganzes Leben lang erinnern werden. Deshalb hätte es vielleicht auch besser geheißen: „Have a nice life.“

„Genießt diese Zeiten, die vor euch liegen“, gab Studiendirektorin Ina Hesse den jungen Erwachsenen einen letzten Rat und wagte eine Prognose. Die Schüler würden bald erkennen, dass die Zeit im Gymnasium bereits ein Teil des „wahren Lebens“ gewesen sei. Anstrengend war’s auch, wie ihre Kollegin, und ebenfalls Oberstufenkoordinatorin Meike Burger einräumte. „Alles eng getaktet, von einer Klausur zur nächsten“, meinte sie.

Die Schüler Nadine Möckl und Florian Stürzer nutzten ihren Auftritt, um ihrerseits ihrer Schule auf humorvolle Weise ein gutes Zeugnis auszustellen. Stürzer zum Beispiel berichtete, dass sich die Gewohnheit seiner Kameraden, zum Klassenzimmer zu laufen, um dort der Erste zu sein, sich im Laufe der Zeit gelegt habe. Möckl sagte, dass jeder Gymnasiast bis zum Abitur durchschnittlich 78 Nachhilfestunden auf sich genommen habe. Sie schränkte aber ein, dass sie das genauso wenig beweisen könne, wie die Kirchseeoner Gymnasiasten die von ihnen errechnete Menge von Papier, die bis zum Schulabschluss angeblich verbraucht worden sei. Gelohnt habe sich der Aufwand in jedem Fall: „Es gibt nur eine Sache, die teurer ist als Bildung, nämlich keine Bildung“, zitierte sie John F. Kennedy. Entstanden sei in ihrer Zeit am Gymnasium aber auch eine große Gemeinschaft, „in der Rassismus keine Chance hat“, berichtete Stürzer und erwähnte dabei den SEK-Einsatz auf dem Schulgelände und eine Bombendrohung.

Der Lehrerchor verneigte sich zweimal musikalisch vor den Schülern, bevor Schüler Benedict Ohmann mit einem sensationellen Auftritt am Marimbaphon glänzte und Stefan Klopfer vom Elternbeirat ans Mikrophon trat. Er entwickelte seine Gedanken unter dem Motto: „Da bin I dahoam“. Das sei nicht allen Menschen vergönnt, meinte Klopfer sinngemäß und nahm damit indirekt Bezug auf die Asylbewerber, die auf dem Gelände des Grafinger Gymnasiums vorübergehend eine Bleibe gefunden hatten. Er wünschte den Schülern einen guten Start in den nächsten Lebensabschnitt, bevor Sophie Skudlik an der Harfe gekonnt den nächsten Programmbeitrag leistete.

Schulleiter Paul Schötz bedankte sich bei den Eltern der Gymnasiasten, dass sie dem Grafinger Gymnasium das Vertrauen geschenkt und ihm ihre Kinder anvertraut hätten. Für viele Absolventen werde es „ohne Rasten“ weitergehen, schaute Schötz für seine scheidenden Schüler in die Zukunft. „Sie haben alles erfolgreich geschafft und dazu gratuliere ich Ihnen“, meinte Schötz und fügte hinzu: „An Ihrer alten Schule sind sie immer willkommen.“

Wenn man sich ansieht, wie viele Schüler Lehrer werden wollen, ist das vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich, dass es ein Wiedersehen gibt. Auf die anschließende Zeugnisverleihung stimmte Leon Gärtner Schüler, Eltern und Lehrkräfte klanggewaltig am Klavier ein.

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