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Die Fachräume des Gymnasiums Grafing (hier der Weg zum Langbau) müssen saniert werden, weil in ihnen kein regulärer Unterricht mehr stattfinden kann. Der Landkreis als Kostenaufwandsträger will für die Renovierung Geld in die Hand nehmen.

Beschluss im Kreistag

Endlich: Landkreis macht Geld locker für Sanierung des Grafinger Gymnasiums

Grafing -  Das Gymnasium Grafing ist schwer renovierungsbedürftig. Das war im Kreistag die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Die Fachräume sind in einem so erbarmungswürdigen Zustand, dass sie nicht mehr regulär benutzt werden können. Und das vereinfacht die Situation erheblich.

Weil die Räume nicht mehr (oder fast nicht mehr) in Betrieb sind, können sie bei laufendem Unterricht saniert werden, ohne dass der Stundenplan deshalb zum Erliegen käme.

So skizzierte es der Grafinger Architekt Klaus Beslmüller, der den Kreisräten in der jüngsten Sitzung einen Sanierungsplan samt Kostenschätzung präsentierte. „Die Maßnahmen haben wenig Einfluss auf den Schulbetrieb“, stellte Beslmüller in Aussicht – sehe man einmal vom Baulärm und der Staubentwicklung ab, die mit den Arbeiten zwangsläufig einhergehen würden.

Die Präsentation des Architekten machte deutlich, dass die Grafinger Bildungseinrichtung immer wieder erweitert wurde. Der Altbau, der jetzt saniert werden muss, stammt in Teilen aus dem Jahr 1964. Weil dem Projekt von Anfang an ein Generalplan fehlte, und immer wieder gemäß des wachsenden Bedarfes „angestückelt“ wurde, fehlt dem Gymnasium bis heute eine Aula als Veranstaltungsort. Dass die nebenstehende Stadthalle für schulische Veranstaltungen genutzt werden konnte, ließ diesen Mangel in der Vergangenheit wohl als minder schweres Handicap erscheinen. Es gebe jedoch die Perspektive, so machte Beslmüller deutlich, den Innenhof der Schule in eine Aula umzugestalten. Das ist freilich Zukunftsmusik.

In der Diskusssion klang darüber hinaus an, dass das Gymnasium in Grafing nicht mehr die einzige Bildungseinrichtung ihrer Art im Landkreis ist und sich die Schulen und ihr Angebot deshalb durchaus untereinander messen lassen müssen. Jedenfalls werden das bestimmt die Eltern so sehen, deren Kinder auf ein Gymnasium im Landkreis gehen sollen. Sie haben inzwischen die Auswahl. Es ist eine Konkurrenzsituation entstanden, die den ehemaligen Direktor der Schule, Harald Parigger vor Jahren schon veranlasste davor zu warnen, das Grafinger Gymnasium als „rauchende Ruine pädagogischer Düsternis“ zu betrachten. Die junge CSU-Kreisrätin Franziska Hilger (CSU) ist noch nicht so lange aus der Schule, als dass sie sich nicht mehr an diese Zeit genau erinnern könnte. Sie warb deshalb mit folgenden Worten für eine baldige Sanierung: „Als wir Unterricht hatten, waren die Räume schon richtig schlecht.“

In dieser Situation beschloss der Kreistag, die Sanierung der Schule nicht mehr auf die lange Bank zu schieben. Konkret hieß dass, dass der nunmehrige Eintritt in eine Sanierung von der Warteliste genommen wurde und im Haushalt 2017 eingeplant werden soll. Der Beschluss fiel einstimmig. Die Maßnahme hat am Ende ein Gesamtvolumen von sieben Millionen Euro und betrifft nicht nur die Fachräume, sondern auch die Isolierung des Gebäudes, die an manchen Stellen ganz fehlt. Unter anderem soll das Dach erneuert werden, beim Brandschutz wird nachgebessert, Leitungen werden erneuert und ein Sonnenschutz soll dafür auch noch drin sein. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Arbeiten im Jahr 2019 abgeschlossen sein, meinte Beslmüller, der „Überschungen“ nicht ausschließen konnte. FDP-Kreisrat Alexander Müller goss Wasser in den Wein: „Ich habe Angst, dass wir dann doch in der Nähe des Neubaus landen“, meinte er zu den Kosten.

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