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Das ist die neuralgische Stelle: Lederergasse und Rotter Straße treffen auf die Münchener Straße.

Nach Fertigstellung der Ostumfahrung

Gedankenspiel: Drei Ampeln am Grafinger Marktplatz

Grafing - Was wird aus dem Verkehr am Grafinger Marktplatz nach Feststellung der Ostumfahrung? Die Stelle, wo die Münchener Straße, die Rotter Straße und die Lederergasse zusammenstoßen, ist der wohl mit am meisten befahrene Fleck im Landkreis. Ein Planer stellte Überlegungen vor.

Helmuth Ammerl vom Planungsbüro Obermeyer demonstrierte anhand einer Computersimulation verschiedene Möglichkeiten. „Sie haben sehr viele enge Straßen in Grafing und kaum Ausbaumöglichkeiten“, schickte er seinem Vortrag voran. Dann ging es nach dem Ausschlussverfahren.

Zwar bestehen sechs verschiedene Verkehrsführungsvarianten. Die sind zum Teil aber so wenig leistungsfähig, dass unter Umständen damit ein mehrere hundert Meter langer Rückstau verbunden wäre. Besonders in der Rotter Straße droht die Gefahr, dass sich eine Autokolonne fast bis hinaus zum Schönblick bilden könnte – besonders in den Abendspitzenstunden. „Das geht um 16 Uhr schon los“, so Ammerl. Die geplante Fußgängerampel auf Höhe des Ägidiusweges würde dabei überstaut werden und verlöre damit ihre Funktion als sicherer Schulweg, warnte der Fachmann. Er legte seinen Untersuchungen auch die Zahlen aus dem Kurzak-Gutachten zugrunde. Zur Erinnerung: Professor Harald Kurzak hatte errechnet, dass mit dem Bu der Ostumfahrung am Marktplatz nur eine Verkehrsentlastung von 13 Prozent einhergehen werde.

In dieser Situation sah Fachmann Ammerl nur eine Lösungsmöglichkeit. In Grafing am Marktplatz müsse es künftig drei Ampeln geben. Eine in der Münchener Straße auf Höhe des Café Mocca, eine am Marktplatz kurz vor der Abzweigung in die Lederergasse und eine in der Rotter Straße. Das Besondere dabei: Wenn die Rotter Straße Grünphase hat, zeigt auch die Ampel am Marktplatz grün. Die dort auflaufenden Linksabbieger Richtung Münchener Straße können abfließen, weil die Ampel länger grün zeigt als die in der Rotter Straße. Schaltet die Ampel vor dem Mocca auf grün, müssen die Fahrzeuge in der Rotter Straße und die vom Marktplatz kommenden warten. Die Lederergasse würde bei dieser Lösung zur Einbahnstraße, in die nur mehr vom Marktplatz und der Münchener Straße aus eingefahren werden kann. Der Verkehr soll dafür später über die Kellerstraße abgeführt werden. Ausbaumöglichkeiten bestehen in der Rotter Straße kaum. „Die Gehwege dort sind ohnehin recht schmal“, so Ammerl, der herausstrich, dass bei dieser Lösung weder die künftige Fußgängerampel am Ägidiusweg, noch die vor der Metzgerei Kammerloher in der Münchener Straße überstaut würden. Wermutstropfen: Am südlichen Marktplatz würden sich etwas mehr Autos stauen als bisher. Das ergab die Untersuchung.

Ratsmitglied Josef Carpus (CSU) vermisst immer noch eine „zusammenhängende Betrachtung“. „Dafür gibt es nach der Ostumfahrung zu viele Unbekannte“, antwortete ihm Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne). „Das ist eine Kompromisslösung, aber wir müssen dafür kein Haus abreißen“, gab Ammerl zu bedenken. Die Mitglieder des Gremiums machten nach diese Faktenlage einen einigermaßen ernüchterten Eindruck. Sollte sich durch die Ostumfahrung die Situation dramatisch verändern, könne an der Ampelschaltung nachjustiert werden. „Da muss man viel Grips investieren“, so Ammerl. Einen Beschluss zu diesem Tagesordnungspunkt fasste der Bauausschuss nicht.

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